#ECHTJETZT | Realtalk Podcast

Leidenschaft oder Sicherheit im Job

Loreen Tirado, Christine Bäker Episode 14

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0:00 | 56:31

Wir reden ehrlich darüber, warum ein Job manchmal Sinn stiftet und manchmal einfach nur gut in den Alltag passt. Zwischen Zufallskarriere, Tattoo-Moment und Neuanfang suchen wir nach einem Kompass für Zufriedenheit, Sicherheit und echte Berufsentscheidungen.

  • Leitfrage nach Berufswunsch, Funktionieren und innerer Erfüllung
  • frühe Träume, Praktika-Erfahrungen und die Realität von Arbeitszeiten
  • Zufall als Karrierefaktor vom Einzelhandel bis zum „Traumjob“
  • Sicherheit, Gesundheit und Familienfreundlichkeit als Wendepunkte
  • Lehramt zwischen Begeisterung, Beziehung zu Kindern und Wunsch nach Feierabend
  • Idee, Mathe mit Sonderpädagogik zu verbinden, um Hürden abzubauen
  • Einfluss von Elternhaus, Umfeld und Klischees auf Berufsentscheidungen
  • konkrete Tipps zur Berufsorientierung durch gezielte Praktika

👉 bio.to/echtjetzt

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Dies ist ein Podcast aus Leidenschaft, von uns für Euch. Alle Infos mit Herzblut und ohne Garantie.

Begrüßung Und Quatsch Zum Warmwerden

Tine

Willkommen bei Echt jetzt, dem Podcast mit Tine und Lori.

Lori

Hier wird nicht beschönigt, nicht gefiltert und nicht so getan, als wäre immer alles easy. Wir reden über das, was wirklich passiert.

Tine

Im Kopf, im Leben und dazwischen. Echt jetzt? So, hallo und herzlich willkommen zu Echt jetzt! Mit Tine und Lori.

unknown

Ach Gott, wie das.

Tine

Also heute? Heute läuft. Heute Hammernlauf, Hammernlauf. Und du, ewig, wieder vergessen, starte ich. Rascheligerweise dreimal gegen das Mikrofon gehauen.

Lori

Rasche mal.

Tine

Nee, da krieg ich ja wieder Ärger, ich darf ja nicht rascheln. Ich darf nur knacken.

unknown

Aber ich rasche trotzdem.

Lori

Warte kurz, mir fällt dazu ein Witz ein. Was macht die Bockwurst so schön knackig?

Tine

Oh, das ist was Ekliges, sag mal.

Lori

Das N.

Tine

Ihr. So, Freunde, ihr seht, Niveau ist ein Stichwort. Meine Damen und Herren, es singt für Sie.

Lori

Das Niveau!

Tine

Mit einem leeren Kopf nickt es sich leichter. Stimmt's? Ja. Das, ähm. Alkohol macht immer gleichgültig. Habe ich nicht verstanden, ist mir auch egal. Also mit leerem Kopf nickt es sich besser. So, okay, aber heute geht es natürlich nicht um den Lehrheitsgehalt.

Lori

Ich weiß nicht, ob das Wort existiert. Mit Doppel-E oder mit H in der Mitte. Und. Beides. Doppel-E und H. Du mal mit deinem Und. Immer wenn du dich entscheiden musst und ich sage und oder, dann sagst du immer und. Immer ja? Nie.

Tine

Nie kann ich mich entscheiden. Immer sage ich und.

Lori

Ich führe gerne fort, worüber wir heute sprechen.

Tine

Sehr gerne. Ich würde gerne die Hörerschaft involviere. Die Hörerschaft, das ist dann ein bisschen wie bei Bridgerton. Sehr geehrte Leserschaft. Sehr geehrte, hast du nicht gesehen. Ach

Jobfrage: Wollen Oder Funktionieren

Tine

Gott, nee. Also, unser heutiges Thema ist eigentlich, und ich glaube, da gibt es viele Menschen, die sich das auch manchmal fragen, was mache ich hier eigentlich? Warum habe ich diesen Job gewählt? Das ist natürlich eigentlich nicht unsere Leitfrage. Unsere Leitfrage ist natürlich eigentlich, ob man sich wohl dafür entschieden hat, das so zu machen und macht, wenn man es gut findet. Oder ob man damit einfach nur sein Geld verdient. Ob es einfach so ist, wie es ist. Berufswunsch. Ich erinnere mich daran, dass ich eine meiner Lieblings-Uni- und Tattoo-Geschichten erzähle.

Lori

Uni und Tattoo. Und das ist nicht die Band von damals, sondern das ist das auf der Haut. Stimmt, es gab auch eine Band, die da tun ist.

Tine

Die haben bestimmt gemacht, worauf sie Bock hatten. Und haben damit Geld verdient. Das ist eine gute Kombination.

Lori

Also, mache ich das, was ich wirklich will oder nur das, was funktioniert? Und es wird heute ein bisschen eine persönliche Folge. Also, es ist ja immer persönlich als sonst ja. Wir erzählen ja immer mehr von uns.

Tine

Aber kannst du dich daran erinnern, was du früher werden wolltest? Selbstverständlich. Zur Begeisterung meiner Mama und ich will dir mir ein, jetzt wo ich das laut sage, dass ich das auch schon mal erzählt habe. Ja. Dass meine Mama gesagt hat, also Friseurin, ah, Mäuschen, glaube ich nicht. Dann wollte ich eine Zeit lang Tierärztin werden, aber ich glaube, das war so die Phase, wo alle irgendwie was mit Tieren machen wollten, wo auch alle Reitend toll fanden. Und ich dachte, okay, Pferde sind jetzt wirklich gar nicht mein Ding, aber yay, ich lese die Wendy. Das ist gut. Und jetzt werde ich Tierärztin. Nee, sehe ich mich gar nicht. Ich habe einmal Reiterferien mit meiner Oma gemacht und habe daran gedacht, okay, also Pferde und nicht, dass du das richtig gut hinein hatte ich hier in der Kinderweltpromenade auch Reitstunden und fand es wirklich ganz schlimm. Das hat mir gar keinen Spaß gemacht. Aber ich bin einfach kein Pferdemädchen. Ich glaube, es gibt so klassische Typen, die Pferdemädchen sind. Und die können dann auch Tierärzte werden. Ich bin nicht dieser Mensch. Offensichtlich, weil ich bin auch keine Tierärztin geworden. Das stimmt. Es ist schön, dass es dir aufgefallen ist.

Lori

Aber kannst du dich daran erinnern, wolltest du das in der Kita oder so auch schon werden? Also ich, weil ich für mich habe da gar keine Erinnerung dran.

Tine

In der Kita weiß ich auch nicht mehr.

Lori

Ich weiß, neunte Klasse Praktikum war ich damals in einem Hotel in meiner Heimat und habe 14 Tage lang Betten bezogen. Das ist ja auch spannend. Das war richtig ätzend. Also wirklich, das war so ein Praktikumsplatz, Praktikaplatz, den man braucht wie Durchfall. Das Einzige, was mir davon echt in Erinnerung geblieben ist und was ich auch heute mit meinen fast 45 Jahren durchziehe, ist, wenn ich ein Kopfkissen neu beziehe, stecke ich meine Finger in diese Ecken. Weil die müssen einfach rausgucken.

Tine

Und man muss es in der Mitte nochmal das Kissen so einmal einpuffen. Nein.

Lori

Das kenne ich auch so. Ja, die Couchkissen, aber mein Kopfkissen im Best.

Tine

Also man muss natürlich mit dem Federkissen mit so einem Memory Foam-Dingsbums. Funktioniert es natürlich nicht. Das sieht ein bisschen albern aus. Bleibt ja auch nicht so offensichtlich, weil es ploppt ja wieder zurück. Machst du jeden Morgen das Bett? Definieren wir Betten machen. Also ich sorge schon dafür, dass es nicht aussieht, als wäre ich gerade aufgestanden.

Lori

Okay. Also so auch, aber jetzt so wie noch ohne Kinder mit wirklich Netz zusammenlegen, also bei dir die Hunde noch nicht.

Tine

Ja, eben, deswegen wirkt sich nicht, weil Decken drauf sind, auf denen die Hunde liegen und ich die jetzt, also da sehe ich mich nicht. Okay. Und da ich auch kein Federkissen habe, ich habe das früher, meine Oma hat mal eine Zeit

Frühere Berufswünsche Und Praktikum-Frust

Tine

lang hier in Schildo in einer Fichte gearbeitet und hat da Betten bezogen. Und da hat sie mir gezeigt, dass man quasi, wenn du das Kissen nimmst, deine Hände quasi einmal, also alles nach unten schüttelst in so einem Federkissen. Dann hältst du oben die Puschel fest und stopfst sie so rein und drückst sie so rein, dass das dann auch wirklich steht, dass es unten eine gerade Fläche bildet. Groß. Kannst du dir das vorstellen? Jetzt kann man das vor allem eine wilde Beschreibung. Und dann kommt der Handkantenschlag. Der Handkantenschlag. Ich sag mal so, hat jetzt nicht dazu geführt, dass ich dachte, Hauswirtschaft, da würde ich mich total sehen. Ich habe aber mal als Lehrerin gab es so ein, ich weiß gar nicht mehr, von welchem, von welcher Initiative das war. Da ging es um Berufsorientierung und darum, eben für Lehrer Berufe, die jetzt nicht so gefragt sind, für Schüler attraktiver zu gestalten. Und dann hast du quasi als Lehrer selber ein Praktikum gemacht in diesem Beruf, um den kennenzulernen. Genau, an verschiedenen Orten, um zu sehen, wo du das alles machen kannst. Und das war Hauswirtschaft. Ich glaube Hauswirtschafterin. Und wir waren dann in einem Hotel unter anderem und in einer Kita und haben da Essen austeilen und solche Sachen gemacht. Das machen die, kann man mit dem Beruf auch machen. Und noch irgendwo. Aber das kriege ich jetzt nicht mehr zusammen. Aber ja, und ich bin bei Lehrer geblieben dann.

Lori

Das wäre jetzt die zweite Frage gewesen, ob das dann sich dein jetziger Beruf, ob sich das durch einen Zufall ergeben hat oder ob das dann wirklich ein Plan war, den du offensichtlich erfolgreich durchgezogen hast.

Tine

Also ich bin's geworden so. Das ist eine traurige Künstlergeschichte auch. Denn ich wollte früher Schauspielerin werden. Du guckst so, als wenn das war mir schon immer klar.

Lori

Habe ich auch schon mal erzählt wahrscheinlich. Ich glaube, in der Folge, wo wir uns vorstellen, hast du das schon mal erwähnt, dass du gerne Schauspielerin werden wolltest. Und ich glaube, dein Papa dich da total drin unterstützt hat.

Tine

Das stimmt. Und meine Oma war total froh, dass es dann nichts geworden ist, weil ich das peinlich war. Peinlacher. Also. Painlacher. Peinlecher.

Lori

Schauspielerin ist auch richtig gut. Ich war in der Schule damals auch bei der Stände Spiel. Sehr gut. Immer eine gute Entscheidung. Also war immer der Einsengarant auf dem Zeugnis, weil da konnte ich mich.

Tine

Aber weil du so viel gegeben hast eigentlich. Ja, weil ich mich eigentlich. Nicht, weil das Fach so einfach ist. Auch.

Lori

Und?

Tine

Und weil ich unglaublich talentiert war und alles gegeben habe. Deswegen habe ich eine Eins bekommen. Sprich mir nach.

Lori

Weil ich mich einfach austoben konnte. Oh Gott, ich kann mich da auch an wilde Geschichten mit meinen Freundinnen dran erinnern. Irgendwas war mal mit Kartoffeln suchen und dann über Jahre, ja, Lori, wo sind denn die Kartoffeln? Also richtig bescheuert. Aber Schauspielerin wäre ich auch gerne geworden und ich glaube, das habe ich auch schon mal gesagt. In meiner Familie hat Studierende, das Studium an sich hat einfach gar keine Rolle gespielt. Und deswegen war das auch leider für mich nie eine Option, sondern ich musste relativ schnell auf eigene Füße kommen. Ich wollte mir mein Auto weiterfinanzieren und ich wollte jetzt auch nicht mehr unbedingt zu Hause wohnen. Und vielleicht auch aus der Uckermarkenstückchen raus, ein bisschen in Rebell sein. Warum ist es so? Und finanzielle Unterstützung zum Studium, das war nie Thema. Ich habe mich aber auch inhaltlich damit nie auseinandergesetzt, welche staatliche Unterstützung ich beispielsweise bekommen könnte. Und deswegen ist mein Lebenslauf schon eher irgendwie durch Zufälle reingestolpert in meine Berufe, die ich bisher so ausgeübt habe.

Tine

Und also, und war das aber dann ein Zufall, von dem du gedacht hast, ach, das ist aber ein glücklicher Vollfall? Ja. Okay, also es ist jetzt nicht so, dass das

Zufallskarriere Im Einzelhandel Und Traumjob

Tine

ist auch okay, aber ich hätte mir jetzt eigentlich mehr gewünscht, dass es Tierarzthelferin ist. Entschuldigung, das heißt auch anders als die medizinische Fachangestellte, Entschuldigung. Ach, das werde jetzt auch gleich schon zum ersten Anrufer.

Lori

Den nächsten, welchen hatten wir denn schon? Auch sein, dass wir immer noch so schnell reden. Weiß ich gar nicht, wie er. Ich glaube, im Nachhinein betrachtet, also während der Abiphase habe ich im Einzelhandel gejobbt und dadurch bin ich dann eben auch in das Berufsfeld Einzelhandel gekommen und war da viele, viele Jahre. Wenn meine Kinder mich heute fragen würden, ob ich meine, dass Einzelhandel ein guter Job ist, würde ich versuchen, davon abzuraten, einfach aufgrund der Arbeitszeiten. Diese Öffnungszeiten der Geschäfte, egal ob jetzt Lebensmittel oder Textil oder was, Bücher, also bei uns war so 10 bis 20 Uhr und dann eben auch immer Samstag und dann gibt es ja noch diese Adventssonntage und ich habe immer so bei mir gedacht, schön, aber die Verkäuferinnen da draußen und auch die Verkäufer würden vielleicht auch gerne mal Plätzchen backen mit ihren Kindern, Familienangehörigen und so. Und als ich dann den Sprung aus dem Einzelhandel raus zu diesem großen amerikanischen Jeans-Erfinder hingeschafft habe, das war schon ein krasser Zufall, weil ich bin von meinem Vorgänger in dem Job angesprochen worden, im Sinne von, du, ich wechsle übrigens intern, kannst du dir das vorstellen? Bewirb dich doch mal. Und so nahm das seinen Lauf. Das war also wirklich, weil ich zu dem Zeitpunkt schon gar nicht mehr bei meinem Ausbildungsplatz in Berlin war, sondern für den Job, die Stadt gewechselt hatte, aber in Leipzig jetzt nicht so super happy war, was nicht an den Leuten lag, sondern weil ich richtig so eine, kennst du so Frauen klein, schmalllippig, die sich dadurch profilieren, dass sie andere niedermachen.

Tine

Ich hatte so eine Chefin mal bei Ubi, ich habe mal als Ausbildung bei Ubi gearbeitet und dachte mir, meine Güte, wie schlecht muss dein Leben sein.

Lori

So eine hatte ich da, könnt ihr droppen, bei PC, habe ich meine Ausbildung gemacht. Und als Jan mich damals angesprochen hat, war das so wie, oh, geil, auf jeden Fall. Und es hat geklappt. Und da war ich, das war mein Traumjob. Also ohne Kinder, Vertrieb, hier Lorraine quaseln, Klamotten verkaufen, wilde Partys feiern, auch wirklich durch Europa fliegen. So habe ich ja auch meinen Mann kennengelernt, wir waren im selben Unternehmen. Das waren schon alles tolle Zufälle. Aber dann mit Kindern schon auch nochmal anders. Und die Eingangsfrage lautet ja, mache ich das, was ich will oder nur das, was funktioniert? Willst du die Antwort jetzt schon oder am Ende als Fazit von mir? Jetzt. Sagst du jetzt und? Nee, jetzt mache ich was, was mir schon auch Spaß macht, was mich aber nicht mehr so als Mensch erfüllt, weil es aber gut funktioniert. Weil ich eine total geregelte Arbeitszeit habe und für alles, fürs Podcasten mit dir, ich bin ja auch Gemeindepolitikerin. Also ich habe für alles andere einfach Zeit. Und deswegen funktioniert der Job, den ich gerade mache, wirklich richtig, richtig gut, hat aber und wahrscheinlich auch altersbedingt nichts mehr mit einer Selbstfindung oder Selbsterfüllung zu tun. Wingegen ich glaube, dass du dich in deinem Job immer noch selbst erfüllen kannst. Oder ist das zu ramantisch, die Vorstellung?

Tine

Kann man, glaube ich, schon. Und ich sage bewusst man, weil ich glaube, dass ich mir einfach auch nach zwölf Jahren noch nicht so richtig sicher bin, ob das so die Richtung ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Also ich weiß, dass ich, ich erinnere mich, dass irgendwann schon mal das Thema, na, wer hat doch Lehrerin bei mir dafür gesorgt, dass ich gedacht habe, um Gottes

Solider Job, Freie Zeit, Weniger Erfüllung

Tine

Willen, na, auf gar keinen Fall. Das ist ja wirklich jedes Jahr das Gleiche. Also du nimmst ja irgendwann nur noch einen Ordner aus dem Schrank und sagst, ach ja, ist wieder Lacher, Mathe. Oder warte, größerer Lacher, Englisch, Klasse 8. Also, ich bin von dieser Vorstellung wirklich völlig weg, das ist wirklich nicht der Fall. Also einfach einen Ordner rausziehen und dann hast du das alles und bereitest nichts mehr vor, das gibt es wirklich nicht. Aber ich glaube, ich habe doch nicht so endgültig den Bereich gefunden, der an mir am meisten liegt. Ich habe schon festgestellt, dass mir einige Sachen mehr liegen und dass mir das Arbeiten mit den Kindern außerhalb vom Fach einfach ein bisschen mehr bedeutet. Und ich mich da mehr drin sehe, auch mit Sally und so den sozialen Dingen. Ich glaube, da sehe ich mich ein bisschen mehr als mit dem reinen Fachunterricht. Ich sehe aber auch, wie sehr mich begeistert, wenn Schüler sich für ein Thema begeistern können und sich da drin so völlig verlieren. Ich habe jetzt einen Schüler im Werkstattkurs zum Beispiel und ich wirklich sonst ist der Werkstattkurs wirklich echt ganz. Was sind der Werkstattkurs? Die Wafrichtkurse, die sowohl Hauswirtschaft als auch Werkstattbereiche enthalten. Und jetzt gerade sind wir in der Werkstatt. Und das ist eigentlich immer so ein Kurs, wo ich denke, echt jetzt ja. Das ist echt super anstrengend und was auch daran liegt, dass da viele Kids drin sind, die denken, okay, also Spanisch liegt mir nicht und Navi ist auch nicht so mein Ding, na, ich mach mal das, das ist wenigstens so ein bisschen praktisch, aber eigentlich haben sie so auf, ich habe mir, glaube ich, schon mal erzählt in der, ich glaube in der Lokalgeplänke-Kids-Folge. So mit der anderen Christine da. Da habe ich das schon erzählt, dass die sich so wenig, so wenig begeistern können, einfach auch für diese alltäglichen Dinge wie Küche aufräumen nach dem Kochen. Weißt du? Essen geht, aber. Essen geht und dann ist auch vorbei. Genau, und jetzt habe ich aber jemanden in dem Werkstattkurs und ich merke, dass der sich, oder es sind so zwei, drei und der Kurs besteht aus 20 Leuten. Aber zwei, drei tragen diesen Kurs einfach, weil die sich so dafür begeistern können, was sie gerade machen und noch tausend Sachen fragen und noch dieses machen wollen und jenes machen wollen und ob ich da nicht noch eine Idee habe und ob wir eigentlich das haben. Also völlig abgefahrene Sachen, die auch eher physikalisch sind, als dass sie mit Werkstatt zu tun haben. Und das sind die Momente, wo ich denke, ja, okay, das ist schon auch cool. Aber so richtig, glaube ich, am Ende bin ich mit dieser Phase dann noch nicht. Ich habe einen neuen Splen. Ich überlege, ob ich jetzt echt nochmal Mathe als Lehrbefähigung nachstudiere.

Lori

E Knall hast du.

Tine

Nur für Sekt 1. Drei Semester. Kann man machen. Bin ich gespannt, ob ich das noch mache.

Lori

Einfach, weil es cool ist. Mach, weil also meinen Kindern kann ich ja bei Mathe nicht mehr lange helfen und dann kann ich aber die Umleitung über dich gehen. Und dann kommt. Leitung.

Tine

Oh, der ist auch richtig alt. Der kam. Wow, wow, wow.

Lori

Der Umleitung. Das ist blöd.

Tine

Ja, also so gesehen kann man sich da, glaube ich, gut verwirklichen. Aber man muss dann, glaube ich, auch das schon wollen.

Lori

Aber warum Mathe? Sehr witzig.

Tine

Sehr, sehr witzig. Tani. Weil ich sehe, dass ganz, ganz, ganz, ganz viele Kids sich mit Mathe super schwer tun. Was, ohne jetzt irgendwelchen Kollegen dazu nahe treten zu wollen, glaube ich, auch oft daran liegt, dass Menschen, die gut Mathe verstehen, nicht die kreativsten sind.

Lori

Danke, dass du es so sagst. Mein Mathe-Lehrer war ein richtiges Arschloch. Vielleicht war er auch ein kreatives Arschloch und du weißt es nicht.

Tine

Nein. Aber die Kollegen und Kolleginnen sind oft so in ihrem Thema drin. Also es gibt auch ganz viele Ausnahmen. Und mir fallen, wenn ich drüber nachdenke, mindestens drei Kolleginnen ein und Kollegen, die beides sind und sich da auch für den Mathe und das Kritiker begeistern können. Und das nehmen die Schüler auch wahr. Also die können das schon unterscheiden. Aber es gibt ganz viele Mathe-Lehrer, die, glaube ich, so mit Mathe verbunden sind, dass sie nicht nachvollziehen können, dass jemand das nicht versteht. Und dadurch,

Lehramt Real Talk Und Mathe-Nachstudium

Tine

dass ich jetzt gerade mit dem Sonderpädagogikstudium fast fertig bin, sehe ich irgendwie so die Verbindung zu sagen, ja, okay, alles klar, dann mache ich noch Mathe mit dazu und kann also beides irgendwie miteinander verbinden und habe eine Chance, denjenigen, den Mathe noch schwerer fällt, vielleicht Mathe etwas leichter zu machen. So war die Idee. Voll gut. Und so kurz Idee ist auch erst eine Woche alt.

Lori

Also ist insofern einfach gut, dass dein Ansinn ja immer ist, dass die Kinder einfach eine gute Schulzeit haben und dass sie nicht aufgeben und dass du eben nach den Wegen finden suchst, so ihn diesem Weg so aufzuzeigen. Also ist es ja für dich wirklich Passion und Leidenschaft.

Tine

Ja, aber ich gebe zu, es gibt auch ganz, ganz oft den Moment, dass ich denke, oh, jetzt einfach ein 9-to-Five-Job. Und du machst die Tür hinter dir zu und dann ist die Tür zu und du musst dich um nichts mehr kümmern. Also manchmal liebe ich auch das. Also ich mache ja bei den Pflegefüchsen so ein bisschen die Verwaltungssachen, Rechnung schreiben und so, was ja wirklich eine völlig, also das ist jetzt überhaupt nicht despektierlich gemeint, aber im Verhältnis zu Schule eher stumpf ist und ja wirklich nur Sachen abarbeitest und abhagst und solche Sachen, das macht mich auch sehr froh. Das ist wirklich schön. Wenn keiner um dich rumredet und du einfach nur vor dich hinarbeitest.

Lori

Das ist wie Unkrautzupfen, man sieht so die Erfolge.

Tine

Na, ich würde jetzt bei Rechnungen bleiben, beim Unkrauzupfen, ja, ja. Okay. Nein.

Lori

Und als junge Tine und junge Lorin.

Tine

Verstehe ich jetzt nicht? Wie meinst du das?

Lori

Also die Abitur-Tine. Aha.

Tine

Studium-Tine?

Lori

Du bist halt aber ein bisschen fauchig unterwegs. Was glaubst du, war deinem jüngeren Ich wichtiger? Die Leidenschaft oder die Sicherheit?

Tine

Jetzt kommt der Moment für meine Tattoo-Geschichte. Okay, und los. Also, eins trug es sich zu, ich war fast fertig mit dem Studium. Und wie alt warst du also in etwa? Anfang 20, Mitte 20? Anfang 20. Anfang 20, ich glaube 23, 24, so in dem Dreh. Und der theoretische Teil war gerade durch, ich glaube, es fehlten noch so zwei, drei Prüfungen, aber eigentlich warst du der, waren die Messen eigentlich gesungen. Und ich war nochmal in Rostock, war aus meiner ursprünglichen Wohnung schon ausgezogen und war eingezogen in so eine Zwischenwohnung quasi, wo jemand nur im Ausland war. Ach so, und seine Wohnung dann quasi für die Zeit zur Verfügung gestellt hat. Und das passte ungefähr genau dafür. Und eigentlich lohnt sich das gar nicht, weil ich nur, keine Ahnung, einmal alle 14 Tage, wenn überhaupt in Rostock war. Also wahrscheinlich wäre es günstiger gewesen, sich einfach ein Hotelzimmer zu nehmen für dieses Mal. Aber ich mochte so das Gefühl, da irgendwie noch so einen Koffer zu haben. Genau. Und ja, also lange Rede, kurzer Sinn. Auf jeden Fall haben wir uns abends uns getroffen, wir Mädels, so die vom Studium alle da waren und haben wirklich in einem super tiefsinnigen, und nicht, dass die Unizeit nur oberflächlich und mit Düssigkeiten gefüllt war, aber das war, fand ich, so ein ganz krasser Einschnitt zu der Unizeit ist beendet und jetzt kommt so der Ernst des Lebens. Und da ging es darum, wie zufrieden wir so mit unserer Wahl vom Studium sind und was wir uns so vorstellen und wo wir denn jetzt also damit hinwollen. Also einige haben ja auch Erziehungswissenschaften, Sozialwissenschaften und weiß ich nicht was studiert, also war ja schon irgendwie alles ein Bereich, aber ja auch in unterschiedlichen Richtungen. Und haben darüber sinniert, was eigentlich das Wichtige ist, dass man jetzt also in den Beruf aufgeht oder dass man also besonders viel Kohle verdient, um dann in seinem Privatleben aufzugehen oder was jetzt eigentlich so das Wichtige ist. Und ich hatte eigentlich, als ich nach Rostock gefahren bin dieses Mal, gedacht: Und wenn du jetzt mit den Sachen fertig bist und quasi das letzte Mal da bist, dann machst du was Verrücktes, dann schneidst du die Haare ab. Und dann haben wir also ganz lange gesessen mit, ja, ich gebe es zu, sehr viel Weißwein und haben gesagt, nee, also das Wichtigste ist eigentlich, dass sich eine gewisse Zufriedenheit einstellt mit dem, was du machst. Und ob das jetzt ist, weil du einfach, also Schweine viel Geld mit nach Hause bringst und deswegen also dein Privatleben so gestalten kannst, wie du Bock hast. Oder ob das ist, weil du in deinem Job sitzt und denkst, ja, geil, irgendwie fetzt das schon, okay, ich könnte sicherlich irgendwo anders mehr Geld verdienen. So, aber wichtig ist, es muss sich in irgendeiner Form irgendwie eine Zufriedenheit einstellen. Und letztendlich habe ich dann morgens leicht verkattert mein Auge geöffnet und dachte mir, nee, wir lassen die Haare dran, wir stechen uns ein Tattoo und wir nehmen das Wort Felicity, was netterweise meine Freundin, die sehr viel besser Englisch spricht als ich, weil sie auch Englischlehrer ist.

Lori

Grüße gehen raus.

Tine

Danke, Nicole. Was ja, also ich wollte auch, dass das ein Teil von ihr quasi mitenthält, weil sie ein ganz wichtiger Teil meines Studiums auch war. Also wir waren so eine Dreier-Kombo, die sehr eng war und Nicole hatte damals einen Aufenthalt in London für die Uni, ich glaube, ich habe auch schon mal erzählt. Und da bin ich hin und deswegen ist dieser englische Part witzigerweise bei mir. Auch irgendwie so ein integrierter und sie musste mir damals ein Wort suchen in Englisches, was das so wiedergibt. Und dann hat sie Felicity genommen. Und da habe ich gesagt, so, alles klar. Das war jetzt mal so eins zu eins. Zufriedenheit. Genau. Und daraufhin bin ich losgezogen, hab den Fuser Termin, Fuser-Termin sein lassen, hab gesagt, hallo Wolfis Tattoo-Studio. Ich hätte bitte gerne ein Tattoo. Er sagt, ich habe keine Zeit, ich sage, aber es ist ganz wichtig. Dann hat er gesagt, na gut, dann kommt eine halbe Stunde Veröffnung, kriegen wir hin. Und so ist es geschehen.

unknown

Okay.

Lori

An welcher Körperstelle ist es? Hinter meinem Ohr. Also ich weiß, habe ich ja schon gesehen, aber die Hörer.

Tine

Die sehen mein Ohr nicht so oft.

Lori

Nee, aber die würden sich jetzt ja bestimmt fragen, okay, und wo ist es? Ja, ist nicht so spannend, ist hinter deinem Ohr.

Tine

Gut. Aber so wird zum Thema. Haben die Mädels auch gemacht oder nur du? Nee, nur ich. Nur du. Wir haben auch welche, die wir recht parallel oder ähnlich haben, aber das habe nur ich.

Lori

Also an der Stelle muss ich dann zugeben, dass ich, dass mein jüngeres Ich tatsächlich monetär getrieben war. Wahrscheinlich durch eben den Wunsch, in Berlin wohnen zu können, nicht in der Okamar. Ja, genau, so dieses Abenteuerlust so voll. Und ich hatte das Glück, ich habe ein duales Studium gemacht. Ich habe schon damals einfach wirklich viel Geld verdient. Und das war irgendwie, war immer diese Zufriedenheit, hat sich für mich immer darin widergespiegelt,

Felicity-Tattoo Und Was Zufriedenheit Heißt

Lori

dass ich mir mein Leben so leisten konnte, dass ich die Miete gut machen konnte, dass ich mir ein Auto leisten konnte, dass ich auch mal in den Urlaub fahren fliegen konnte. Mit zunehmendem Alter kam dann dieser Sicherheitsaspekt dazu. Also nicht so dieser Lifestyle, yeah, yeah, yeah, sondern was macht es mit mir, mit meiner eigenen Gesundheit, was macht es mit dem Kopf, mit dem Körper? Ich glaube auch, dass ich das ja schon mal erzählt habe, dass ich ja dann meinen eigentlichen Job verlassen musste, weil ich einfach wirklich schwere Bandscheivorfälle erlitten habe und dann echt mit 40 nochmal einen ganz neuen Beruf gelernt habe. Und an mein jüngeres Ich hätte ich gern früher adressiert, gehe den Berufswunsch behutsamer an, überlege, wie sind meine Arbeitszeiten, wie familienfreundlich ist es und lasse es mit dem Geld erstmal hinten dran, was sich das mehrheitlich ja dann irgendwie ergibt. Also der Lebensstil passt sich ja hoffentlich mehrheitlich im Portemonnaie an. Und aber es hat heute wenig mit Leidenschaft zu tun. Das klingt jetzt so abgedroschen, weil das, was ich tue, mache ich schon auch gern. Ich bin super verlässlich und auch, also öffentlicher Dienst ist ja immer so in Verruf geraten. Nee, ich bin schon auch fleißig und ruhmig auch irgendwie nicht aus oder versteck mich hinter meinem Schreibtisch. Aber es ist ein ganz solider Job, irgendwie, also ohne Durchdrehen.

Tine

Ja, aber du hattest das Durchdrehen vorher. Wahrscheinlich weißt du deswegen, das Solide einfach zu schätzen. Genau. Ja, das mit der Berufswahl ist wirklich so eine Sache. Also auch wenn so, wenn wir mit Schülern das Thema haben in der Berufsorientierung und so, also erstmal fehlt einfach ganz oft so das Wissen über, was gibt es eigentlich alles, die sind so oft so festgefahren auf diese drei, vier Sachen, die sie entweder so aus dem Umfeld oder von Eltern oder so irgendwie kennen. Oder eben Sachen, wo sie wissen, Höhle verdient man viel Geld. Influencer. Ja, genau. Und ganz wenige haben schon wirklich so eine Begeisterung für irgendein Thema. Also ich kenne vielleicht drei oder vier jetzt auch aus unserem Jahrgang, wo ich sagen würde, oh ja, also der hat schon so ein Bild davon und hat sich zum Beispiel gar keinen Kopf darüber gemacht, wie viel Geld ist das denn eigentlich, was ich da verdiene. Aber wir haben eben auch Klasse 9, Wat, wie auskommen mit dem Einkommen und was eigentlich, wie wer verdient und was Sachen nämlich eigentlich kosten und dass man das eben auch im Blick haben muss. Aber so diese Leidenschaft, also für bestimmte Berufe musst du, glaube ich, auch eine Leidenschaft haben, die kannst du eben nicht einfach mal am Schreibtisch mal entspannt noch mit absitzen. Also selbst wo du ein Hotel gesagt hast, da weiß ich, dass ich immer gedacht habe, um Gottes Willen, na, auf gar keinen Fall, weil du bist ja jeden Feiertag fertig.

Lori

Feiertag, Ferien, also eigentlich immer, wenn andere sich erholen, bist du die gute Seele im Hintergrund. Aber Leidenschaft, ja, es gibt so viele Berufe, die ja auch so an Selbstaufgabe.

Tine

Im medizinischen Beruf. Das geht mir auch ein, genau. Also alles, was im Krankenhausbereich ist, da kommen ja die Feiertage dazu und du kannst nicht mal das Essen mit nach Hause nehmen. Also du kannst schon machen, aber ein bisschen Schönes.

Lori

Ja, das finde ich schon gar nicht so einfach. Mir fällt gerade ein, dass ich kurz, also ich hatte zwischendurch in meiner Schulzeit auch mal den Flips, dass ich gar nicht unbedingt das Abitur machen möchte, da ich mich bei der Polizei beworben. Cool. Und war dann bei einer Einstellungstest und habe Deutsch und so weiter alles total gut geschafft. Sport auch. Und dann kam der Psychotest. Und da bin ich durchgefallen. Und wenn ich dir jetzt die Begründung sage, verömmst du dich, weil mein Freundeskreis lacht sich da auch wirklich gerne und. Okay, ich versuche deiner von dem Vorgreifenden nicht zu entsprechen. Also ich bin durch den Psychotest geflogen mit der Begründung, dass ich hatte.

Tine

Ich habe das Bedürfnis zu raten.

Lori

Ich sag's, dass ich Dienstanweisungen nicht gut annehmen könnte.

Tine

Echt, ja?

Lori

Das ist sowohl in diesem Psychotest rausgekommen, dass das rausgekommen ist, hatte ich auch selbst überrascht, offensichtlich, ja. Ich dachte, es ist so ein Horoskopending. Nee, wirklich. Und lustigerweise wollte mein Mann auch Polizist werden, der verrät mir aber nicht, woran es bei ihm gescheitert ist. Okay. Aber stell dir vor, wir hätten uns da schon irgendwie so kennengelernt.

Tine

Das ist ein romantisches dann auch.

Lori

Genau. Also Polizei war lange hoch im Kurs. Dann aber irgendwie, und heute ist das einer der Berufe, wo ich sage: Boah, meinen größten Respekt, immer den eigenen Kopf hinhalten für alle anderen.

Tine

Und dann vor allen Dingen ja auch noch so mit so viel Dankbarkeit überdossen zu werden. Also ich manchmal höre, wie sich auch Schüler so äußern, gerade mit dem man in der neunten Klasse sehr intensiv darüber debattiert, warum man denn eigentlich Steuernzeit, wenn Polizisten noch alle so scheiße sind, wo ich denke, so, halt stopp, unabhängig davon, dass der Mann, mit dem ich zusammen wohne, einfach Polizist ist. Das kommt jetzt mal noch dazu, aber selbst wenn das nicht wäre, frage ich mich, wie man sich also in der neunten Klasse so über einen Berufsstand stellen kann, der sicherlich, wie in jedem Berufsstand, auch schwarze Schafe hat, keine Frage. Aber so pauschalisiert zu sagen, warum soll ich denn da für Steuern zahlen für die Scheiße, die die machen, wo ich denke, also ich glaube, das ist oft der Sprech von zu Hause, den Kinder so wiederholen.

Lori

Das erlebe ich auch oft, wenn ich mich mit jungen Erwachsenen über politisch, also über politische Inhalte unterhalte, dass ich die schon mal ganz gerne frage, sag mir doch mal die Gründe, warum du eigentlich AfD wählst und die dann schon so, äh, na, weil, ähm, und dann so zwei, drei Fakten und die sind dann schon entzaubert. Das ist oft der Sprech, der vorgelebt wird. Allerdings ist es eben auch so eine Dynamik der Kids untereinander.

Tine

Ja, das finde ich auch schon. Und das ist so, was bestimmte Berufe dann irgendwie auch so ein bisschen, also auch irgendwie unattraktiver macht. Weil das so, also abgesehen davon, dass Polizist ja auch nicht Polizist ist, also selbst wenn du. Ein total ehrenwerter Job. Ja, und vor allen Dingen auch so facettenreich. Also du sitzt ja und das ist, was mir so fehlt, diese Blickigkeit, aber gut, wir sollen das herhaben, diese Blickigkeit von den Schülern bei ihren Ideen, was bedeutet denn eigentlich, wenn ich Polizist bin? Was kann ich denn damit alles machen? Also was in welchen allen Bereichen, ja, aber in welchen Bereichen man rumballern kann.

Lori

Ja, also aber das ist ja genau das, dieser lustig, wie wir den Übergang jetzt gemacht haben, wie Einfluss von außen. Das ist zum einen sind es eben dann so der Freundeskreis, wo man dann ab einem gewissen Alter dann auch anfängt, sich umzuhorchen, was machst du eigentlich, was machst du? Ich glaube, meine Eltern haben mich damals eigentlich bei meinem Berufswunsch gar nicht wirklich unterstützt. Aber weil es nicht nötig war oder weil sie nicht dafür waren? Nee, ich glaube einfach, dass ich das alles sehr selbstständig in die Hand genommen habe und wahrscheinlich auch sehr überzeugt war von meinem Tun. Und weil du die Dienstanweisungen ähnlich waren nicht mehr. Ja, und also ich glaube, dass meine Eltern ein ganz großes Vertrauen in mich hatten, dass das, was ich mir da überlege, dass der Plan schon auch aufgehen wird. Aber jetzt, wie gesagt, so mit dem Studium oder auch mal andere Berufe, weiß ich nicht, mein Papa war klassisch auf dem Bau, meine Mama ist Bauzeichnerin, hat tolle Sachen gemacht, aber ich glaube auch, dass das, was die Eltern machen, man dann auch so ablehnt und sagt so, auf gar keinen Fall.

Tine

Also das stimmt in meinem Fall, aber nicht, weil ich denke, Igit. Aber ich weiß, dass ich, also meine Mama ist ja, wie allgemein schon bekannt ist, im Pflegedienst auch unterwegs, also in unserem Pflege- und Betreuungsdienst.

Geld, Sicherheit, Bandscheiben Und Neuanfang

Tine

Pflegefüchse an der Stelle, Werbung geht raus. Und Grüße auch. Aber ich weiß, dass ich das nicht könnte. Also dieser Art- und Pflegeaspekt schon nicht. Diese Begeisterung kann ich dafür einfach nicht aufbringen. Und was noch, und man möchte es jetzt nicht glauben, jetzt wirst du lachen, aber was ja gar nicht mein Ding ist, ist ja random irgendwelche Smalltalk-Gespräche führen. Ja. Ja, da lachen viele, aber das ist für mich nicht spaßig. Wenn ich Menschen kenne, dann unterhalte ich mich mit denen auch gerne. Aber wenn ich Leute nicht kenne und ich soll denen irgendwie ein Gespräch an die Backe finden.

Lori

Weil du nicht oberflächlich bist, weil du überhaupt, du bist ja sehr tiefgründig und auch, du bist immer am Menschen interessiert und dieses Ober hatten wir doch irgendwann mal so. Und wie geht's?

Tine

Ja, ach Gott. Aber so dieses Verbindung, Pseudoverbindung aufbauen, weil man jetzt muss, weil das jetzt meine Kundin ist in dem Moment. Und ich muss jetzt, also klar, wenn du jetzt nach Hammer bist und so, aber ich hab das, also ich habe ganz am Anfang, als wir mit dem Pflegefüchsen angefangen haben, gab es mal diese Momente, dass also wirklich keiner da war und ich dann wirklich das selber auch machen musste. Also nicht in den Pflegebereich, aber so einkaufen gehen, unterhalten und so. Also wir machen hier wirklich super viel Begleitung einfach. Und das fiel mir super schwer.

Lori

Also ich. Musstest du dann über dich selbst lachen? Also hast du dich selbst in den Arsch getreten im Sinne von, Ethina, jetzt reißt dich doch mal zusammen. Du wirst es doch jetzt mal für die ältere Dame hier.

Tine

Das ist schon und ich ist ja auch, man muss auch sagen, es war nicht so, dass die Leute gesagt haben, na, die brauchen sie aber nicht mehr her schicken. Also sowas jetzt.

Lori

Weißt du nur nicht, hat deine Mama dir verheimlicht?

Tine

Nein. Nein, hat sie nicht. Hör jetzt auf. Nicht so gemein. Nein, also die hatten auch, also die hast du auch gemerkt, ich war da mir auch einmal oder zweimal oder auch wirklich ein drittes Mal oder so. Und ich habe dann irgendwann bei einigen Leuten, die ich dann kannte, auch gesagt, okay, also wenn ihr jetzt für Frau XY niemanden habt, dann schreib mich mal rein, ist kein Problem, ich mach das schon, ich krieg das hin, ich verabrede mich mit der. Also das ging dann schon, aber das ist für mich eine ganz tolle Herausforderung, immer wieder dieses in diese Situation reinzugehen und da ein Gespräch zu führen, eine Verbindung zu schaffen, die eigentlich nicht natürlich da ist. Deswegen weiß ich, dass ich das nicht machen würde. Und mein Vater ist Bauingenieur und das ist ja so viel. Ich habe es mir jetzt verkniffend. Genau das wollte ich nicht sagen. Nein, es ist so viel, auch Vorstellungsvermögen von physikalischen Gegebenheiten und so. Und das ist ein Kreativitätsgrad, den ich einfach nicht habe. Muss man dazu sagen.

Lori

Also bei mir ist Pflege immer raus gewesen, weil ich mich wirklich vor den Ausscheidungen anderer Menschen vor Körpergerüchen. Ich bin ein super empfindlicher, so ein Nasenmensch. Kennst du so riechende Menschen? Hä?

Tine

Ich kann mich an die eine beim Bachelor erinnern, die Namen geschmeckt hat.

SPEAKER_02

Wie?

Tine

Die hat gesagt, dass sie Namen schmeckt. Also der Name Steffen schmeckte für sie nach Erdbeeren beispielsweise. Also ich hoffe, ich rede jetzt nicht von den Stoß. Also für mich ist es ein ernster.

Lori

Das ist doch geil, im Dezember kommen ja meine Lieblingstwillies Kaulitz und Kaulitz mit Wettendars um die Ecke. Können wir die Frau ausfindig machen und da vorschlagen? Ja, das kriege ich raus. Entschuldigung, aber zurück zum Thema. Also, ne, so Gerüche und Ausscheidungen und so, das ist alles da. Das hat für mich einen ganz großen Ekelkomplex und dann waren es einfach auch wirklich die Arbeitszeiten. Schichtdienst, das ist wirklich.

Tine

Bei den Pflegefüchsen gibt es keinen Schichtdienst, möchte ich an der Stelle nochmal sagen. Habt ihr Stellen, habt ihr Stellenwert? Lieber Rechtswirtschaft, Pflegehelfer oder auch ungelernte Kräfte, kommt gern vorbei. Kostenlose Werbung, Check.

Lori

Also, es ist ja was sehr Sinnstiftendes, ist ja was Gutes. Also, und das ist ja auch unser Thema. Wer oder anders, wie bist du dann wirklich zu diesem Entschluss gekommen, Lehramt zu studieren? Weil ich sehe das auch in unserem Umfeld, im Freundeskreis, da sind einige Kinder jetzt eben mit der Schule fertig. Viele sind tatsächlich nach dem Abitur so aufgeraucht, dass die erstmal ein bisschen Abstand zu allem brauchen und jetzt zur Uni-Veranstaltung gehen und sich da vorstellen lassen oder zeigen lassen, was für Themenfelder überhaupt unterrichtet werden.

Tine

Es gibt ja ganz neue fancy Berufe. Das ist, überleg mal, also wir müssen jetzt mal ehrlich sein, das ist ja nur auch schon im Moment her, dass ich studiert habe. Also ich glaube, ich habe 2008 angefangen. Ich habe 2007, glaube ich, Abi gemacht und 2008 angefangen. Und habe ein Jahr Pause gehabt, aber nicht freiwillig, einfach weil mein Abi dann eben nicht so grandios war, dass ich mich einfach nur eintrangen konnte und sagen konnte, alles klar geht los. Zu der Zeit musste man für Mathe-Lehramt, nun mal so nebenbei, in Berlin 1,1 haben.

Lori

Hatte ich. Also ich habe auch Mathe mit 15 Punkten nicht.

Tine

Ich habe jetzt echt kurz gedacht. Wie ist denn diese Information? Gar keinen Fall. Mathe vorbeigegangen.

Lori

Das können wir denn jetzt auch sagen. Also auf meinem Abi-Zeugnis in Mathe stehen zwei Punkte.

Tine

Also meine Prüfungen, glaube ich, waren auch zwei Punkte.

Lori

Ich musste noch Gott sei Dank kein Mathe-Abi schreiben.

Tine

Nee, ich musste nämlich Mathe aufschreiben. Das war, weil ich ja unbedingt mit Deutsch und Kunst meine Leistungskurse hatte und damit hatte ich jetzt nicht so viele Chancen. Aber klar, Edmus Mathe her. Aber da freue ich mich jetzt natürlich drüber, weil das stärkt mich natürlich für meinen Wunsch, jetzt nochmal Mathe zu studieren.

Lori

Der macht das.

Tine

Also wer das jetzt hört und mich kennt, wird denken, die hat es ja echt nicht mehr alle.

Lori

Nein, also ich glaube, dass du jemand bist, der neue Ziele braucht. Und wenn du mit dem einen jetzt, also wenn du da schon das Ziel siehst, wenn ich mit meinen Kindern manchmal Mario Kart zocke, die sehen ja immer, also während ich total darauf fokussiert bin, irgendwie mein Männchen auf der Bahn zu halten und Krämpfe im Daumen bekomme, Sterne, Boxen, schießen die, ey, die schießen bewusst andere ab, schmeißen Bananen durch die Gegend. Doch, wer macht denn so? Und die verfolgen Mario Kart, ja. Die verfolgen in der Mitte diese Rennenkarte, wer wo auf welchem Platz ist. Und dann wissen die auch genau, wie weit die vom Ziel entfernt sind. Das schaffe ich gar nicht mehr, alles zu überblicken. Aber du wärst auch jemand, der so das Ziel im Auge hat. Mach das mit dem Mathe-Ding. Mal gucken. Mal gucken, mal gucken. Mach das. Aber also nochmal, wer hat für dich dafür, also wann ist deine Entscheidung getroffen, wer hat das geformt?

Tine

Weil, also wie gesagt, ich hatte ja nun ein bisschen Zeit. Ja. Weil ich mich, also weil ich dann so bei Lehramt war, ich war damals ja, ich habe ja ein neuen Aufabitur gemacht am Mariktoriegymnasium und mein Schulleiter damals, Herr Dr. Mäusling, auch hier gehen Grüße raus. Hat der uns zu? Wahrscheinlich nicht, aber wenn wäre es witzig. Er wird auch immer noch wissen, wann ich Geburtstag habe. Das war wirklich putzig. Aber das droppen wir jetzt nicht, das ist schon sehr persönlich, oder? Ist mir zu intim auch. Auf jeden Fall hat, mit dem hatte ich drüber gesprochen, über was nach dem Abi und so. Und er hatte gesagt, ach na, mach doch Lehrer, ist doch eine gute Idee. Und dann war das so, dann gab es, ich habe wusste, ja, irgendwas mit Menschen. Und ich dachte, überall, wo so das Wort Sozial darin vorkommt, kommen auch Menschen vor. Und Sozial und Sozio war für mich auch ein und dasselbe. Deswegen habe ich mich in Leipzig, witzig, für Soziologie eingetragen und hatte noch zwei, drei Lehramtsbewerbungen offen für andere Unis. Und dann hat sich Leipzig zurückgemerkt und hat gesagt, ja, herzlich Glückwunsch, wir können mal auf Soziologie anfangen und so. Und ich dachte, ah cool, hab mir schon Studentenwohnheim rausgesucht, war alles eigentlich schon in trockenen Tüchern und habe bei der Studienberatung nochmal angerufen und hab gesagt, wollt ihr irgendwas wissen wegen der Wohnung oder wegen einem irgendwas random-mäßigen. Und dann sagt sie, ach na, welchen Studiengang haben Sie denn? Ich sage, ah, naja, mit Menschen und so und Soziologie und tralala. Und dann sagt sie, also sind Sie sicher, dass Sie wissen, was Soziologie bedeutet? Beim Menschen haben sie da jetzt nicht so viele.

Einfluss Von Außen: Polizei, Eltern, Rollenbilder

Tine

Sie erheben da nur Daten und so. Sind Sie sicher, dass sie das wollen? Und ich dachte, ai. Na, weiß ich jetzt nicht. Überlege ich noch. Ich würde noch mal kurz nachdenken. Ja, also alles wieder gecancelt. Und dann völlige Panik geschoben, weil ich wusste, meine Eltern haben gesagt, so, also dieses eine Jahr, okay, können wir jetzt nochmal drüber reden, dass du das jetzt zu Hause bist und bei Chibo jobbst in Oranienburg, aber dann ist auch gut. Also, mein Freund war damals dann gerade bei der Bundeswehr und deswegen habe ich gesagt, ich kann ja jetzt nicht auch noch weggehen. Der ist ja schon weg. Er braucht doch die Base. Dann sehen wir uns ja gar nicht mehr. Dann ist diese Liebe für immer beendet. Oh mein Gott. Und deswegen, also die haben gesagt, also das eine Jahr, da gucken wir uns das an, du gehst aber arbeiten, ansonsten gibt es hier Ärger. Also du hängst hier nicht rum. Und dann habe ich also nochmal schnell geguckt, okay, also wenn sie jetzt nicht Leipzig wird, was mache ich denn jetzt dann? Oder hm, und dann war Freiburg irgendwie, da waren aber die Studiengebühren ewig hoch. Und dann habe ich durch Zufall gesehen, dass Rostock eine Uni hat, wirklich echt Zufall. Und habe mich da eingetragen, aber für WAT und Deutsch ging doch nicht, weil da hatte ich nicht den NC für und habe mich dann für Latein eingetragen. Hatte noch nie Latein in meinem Leben, aber ich dachte mir, ja, das ist doch cool, das kann ich ja dann machen. Und Dr. Mäusing hat gesagt, Lateinlehrer, Lateinlehrer brauchen wir.

Lori

Das ist gut, machen wir Latein. Wie du hättest Latein studieren können, ohne dass du jemals Latein in der Schule besucht hast?

Tine

Ja, hätte ich machen können. Und naja, ich hätte mein Latinum und so weiter dann halt in der Uni nebenbei machen können. Es hätten Einsteigerkurs gegeben, hatte ich mir schon alles angeguckt, war ja, ich, also ich hatte ja immer sofort alle Stundenpläne mir alles rausgesucht und so. Da war ich ja immer top informiert, hier Vorlesungsverzeichnis war immer in Tash. Genau, und dann habe ich das angefangen und habe dann gesagt, ach, ja egal. Also und es war dann NC-frei. Und ich konnte mich einfach eintragen und dachte dann, ach so, jetzt habe ich hier, also wochenlang habe ich mir hier total abgebrochen und jetzt trage ich mich einfach ein und studiere das jetzt oder was? Und dann ist das so ein Selbstläufer gewesen. Dann hast du nicht noch hinterfragt, ah, oh, ist das jetzt der Beruf? Und dann bist du immer weiter und dann weiter und dann weiter und dann hat es so geformt. Hat sich dein Leben da ja auch abgespielt. Aber ich muss dir ganz ehrlich sagen, das erste Mal gedacht, dass es wirklich die richtige Entscheidung war, wirklich erst als ich im Referendariat war. Da habe ich zum ersten Mal gedacht, ach krass, ich kann das auch wirklich. Also da war, weiß ich noch, mein erster Unterrichtsbesuch und also wenn du nie so eine Rückmeldung zu dem machst, was du da kriegst, außer jetzt über eine Zensur in der Klausur oder so, dann weißt du ja auch gar nicht, ob dir das liegt. Also wer im Unterricht, wer soll dir das sagen? Die Schüler, naja, danke schön. Aber und dann war mein erster Unterrichtsbesuch im Ref und dann kam meine Hauptseminarleiterin und die hat auf einmal nur nette Sachen gesagt und ich dachte, hä? Sprichst du von mir? Echt jetzt wirklich? Ich kann das wirklich? Ach krass. Und so ist das, so ist das so weitergegangen. Und dann dachte ich, okay, ja, cool, das ist ja dann wirklich was, was ich kann, dann würde ich das jetzt auch mal machen. Weil jetzt ist ja sonst auch Quatsch.

Lori

Und umgibst du dich mit Menschen, die auch mehrheitlich wirklich das, was sie heute machen, aus Leidenschaft machen?

Tine

Ich glaube, Leidenschaft ist ein bisschen krass gesagt. Ich glaube, die meisten, also ich, also ich finde das Wort sehr, sehr, glaube ich, ja. Ich glaube mit Begeisterung. Okay. Also ich glaube, ich arbeite und bin auch befreundet, glaube ich, nur mit Leuten, die ihren Job wirklich gerne machen. Ja, es sind sehr viele Lehrerinnen und Lehrer dabei. Und ich glaube, es würde sonst schwierig werden, wenn Leute wirklich den Job nur so halbherzig machen oder sagen, naja. Oder dann vielleicht auch noch über die Art, wie ich den Job mache, irgendwie so das so belächeln, so weil ich dachte, jetzt macht sie wieder.

Lori

Dann fühlt man sich so nicht verstanden und nicht gut aufgehoben. Okay, und Neuanfang oder Mut? Wir haben jetzt ja beide schon. Neuanfang oder Mut? Also Neuanfang, also andersrum, cut vielleicht ganz kurz. Sorry, ich habe es wirklich nicht verstanden. Also Neuanfang und Mut ist quasi unser nächster Unterpunkt. Du hast jetzt von dieser Mathe-Idee gesprochen. Ich habe gesagt, ich war 40, als ich dann nochmal einen ganz neuen Beruf gelernt habe, um einfach qualitativ und quantitativ nochmal was rumzukriegen. Braucht es dann wirklich viel Mut für so einen Neuanfang oder glaubst du manchmal, so wie bei dir jetzt, entwickeln sich die Dinge einfach?

Tine

Du fragst mich heute so viel. Möchtest du es selber mal so beantworten? Weil bei dir hat es ja einen Hintergrund gehabt, aber wenn es jetzt diesen Hintergrund nicht gegeben hat. Hätte ich es nicht gemacht.

Lori

Hätte ich nicht gemacht, einfach aus Bequemlichkeit und weil ich glaube, die Notwendigkeit darin gar nicht gesehen habe. Sondern das, was ich vorher gemacht habe, hat mich total ausgefüllt. Ich hatte einen guten Lebensstil. Ich habe zu viel gearbeitet, aber das ist, wenn man Dinge gerne macht, dann verliert man sich ja auch in dieser Arbeitszeit und man schreibt gar nicht mehr wirklich auf, wie viel man jetzt macht. Die Krankheit jetzt hat mir einfach nochmal, also die Krankheit jetzt klingt bescheuert, aber die Bandscheinvorfälle haben mich in die Situation gebracht, dass ich nochmal wirklich mutig sein musste und mir einen Neuanfang überlegen musste. Weil ganz klar war, in den klassischen Einzelhandel konnte ich nicht zurück, weil ich war schon Mutter war. Wir haben keine unterstützende Familie hier in der Nähe. Wenn die Kita um 17 Uhr zumacht, du aber bis 20 Uhr arbeiten musst, möchtest du, dass deine Freundinnen, das haben sie mir angeboten, aber ich wollte. nicht, dass meine Freundinnen, meinen Töchtern irgendwie noch was vorlesen. Nee, dafür war ich dann nicht Mutter geworden. Und dann war das natürlich schon Mut. Und Stand heute finde ich, ist es gar nicht, also für mich nicht das Wort Mut, was sich ausspricht oder anbahnt oder wie auch immer, sondern situativ ergibt sich manchmal einfach die Chance und die Möglichkeit, nochmal drauf zu satteln. Und dann ist es gar nicht nur der Neuanfang, sondern vielleicht eine Qualifikation.

Tine

Also ich glaube, dass gar nicht Mut so das Entscheidende ist, wenn man sich nochmal. Also ich gehe jetzt wirklich von der Variante aus, man orientiert sich nochmal völlig neu. Nicht weil man muss, sondern weil man sich irgendwie aus irgendwelchen Gründen dafür entscheidet, jetzt nicht aus einem gesundheitlichen Zwang heraus, sage ich jetzt mal. Ich glaube, die Angst, und vielleicht, ja, vielleicht braucht man den Mut, um diese Angst zu überwinden, aber dieser Respekt, diese Angst davor, dass man also bestimmte Dinge eben nicht wieder so beibehalten kann. Also klassischer Fall, ich, ja, kein Geheimnis, verbeamtet, natürlich denkst du dir ja cool, bist abgesichert, egal wenn auch mal was schief geht oder wenn wirklich mal was Intensiveres passiert oder was auch immer, weißt du, dass du dir keinen Kopf machen musst oder zumindest nicht sofort einen Kopf machen musst und auf der Straße sitzt, gibst du das auf und machst was, was nicht im Beamtentum ist, wo du dich also selber dann kümmern musst um eventuelle Krankheiten und so weiter und so fort. Und kriegst du das hin, trotzdem den Standard ja auch beizubehalten, den du ja mit deiner Familie vielleicht auch gewöhnt bist.

Lori

Und damit rede ich nicht mal von siebten Urlauben im Jahr und das war bei mir auch so ein Punkt, weswegen ich wirklich die Qualifikation nochmal machen musste, um so im öffentlichen Dienst einsteigen zu können, dass das Leben, was bis dahin aufgebaut war, finanzierbar blieb. Und das war dann aber eher eine Notwendigkeit, als dass es Mut ist.

Tine

Na, na gut, du hattest die Notwendigkeit ja auch schon aus den gesundheitlichen Gründen. Wenn Geld eine Rolle spielen würde und jetzt auch Zeit und sowas, wenn alles nicht zählen würde, was würdest du machen, beruflich?

Lori

Ich glaube, tatsächlich würde ich mal gucken, wie so ein Schauspielstudium ist, was einem das abverlangt, weil ich glaube, man stellt sich das so.

Tine

Du wärst enttäuscht. Ich war bei den Einstellungstests ja klar.

Lori

Erzähl.

Tine

Es ist super viel, also es ist gar nicht so kreativ, es ist super viel Technik, es ist super viel, also einfach glaube ich, Dinge, die dir und mir nicht so liegen, diese übertriebene Ernsthaftigkeit von irgendwelchen Texten durchdringen und also es ist so sehr analytisch. Es ist eben gar nicht so kreativ und öffnend, wie ich es mir auch vorgestellt habe.

Lori

Und ansonsten, wenn Geld keine Rolle spielen würde, ich glaube, wenn Geld keine Rolle mehr spielen würde, hätte ich gar keinen Bock mehr richtig zu arbeiten. Hätte ich nicht langweilen. Nee, ich würde super viel ehrenamtlich machen. Ich würde in Kitas gehen und würde vorlesen, ich würde Hausaufgabenhilfe, Hausaufgabenbetreuung, ich würde versuchen, irgendwie in Grundschule zu helfen. Also wenn wirklich, wenn Geld nicht mehr gebraucht wird, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, würde ich auch nur noch das machen wollen, was mir Spaß macht. Wobei ich glaube, dass nach so drei, vier, fünf Jahren ich mich dann auch nach einer Regelmäßigkeit wieder sehen würde.

Tine

Und ich glaube, das würde mir fehlen, diese Struktur. Also das ist schon mal witzig, wenn du es nicht hast. Oder wenn du das ein bisschen selber einteilen kannst. Ich glaube, so ein Homeoffice, also so was im Homeoffice, da denke ich manchmal so, oh, ob ich das auch vielleicht mögen würde. Nee, das kann ich für mich so strukturieren kannst.

Lori

Da würde ich, ich würde zu viele Sachen nebenbei machen. Ja, wahrscheinlich. Aber wenn man es kann, die Sachen auch nebenbei machen und trotzdem die Arbeit fertig macht. Und obenrum hübsch angezogen ist und unten der Jogger.

Tine

Genau, ja. Also Homeoffice war jetzt für mich auch nicht verbunden mit Videokonferenzen. Ich dachte einfach nur so Homeoffice.

Lori

Was macht man denn so? Gut, wir sind jetzt beide keine Homeoffice-Mens, deswegen wissen wir gar nicht so wirklich, was man im Homeoffice macht.

Tine

Also ich kann dir sagen, in meinem zweiten Leben kann ich im Homeoffice Rechnungen schreiben und verschicken. Okay. Das kann ich den ganzen Tag machen. Belege sortieren. Ganz toll. Sind wir Steuerberater?

unknown

Oh Gott.

Tine

Das ist mir zu wild. Also Steuerberater habe ich, also da habe ich auch schon mal drüber gedacht, das wäre schon gut, habe ich gesagt, dass meine Eltern eigentlich gerne gehabt hätten, dass ich Jura studiere, fällt mir jetzt gerade ein.

Lori

Geil.

Tine

Wie du siehst, not.

Lori

Aber bei Jura braucht man auch wenig Mathe und wenig Englisch. Das ist hilfreich.

Tine

Ich erzähle dir nie wieder was. Okay, ist jetzt schon albern. Nee, Steuer, weißt du warum? Steuer nicht ist wie Medizin. Also natürlich beides auf seine Art sehr komplex, aber diese Komplexität und die Sorge, etwas zu übersehen, das würde mich verfolgen.

Lori

Würdest du nicht in den Schlaf finden?

Tine

Ja, da würde ich denken, oh mein Gott, habe ich jetzt irgendwie, also hättest du noch einen Trick gegeben, weil, also ein schlechter Steuerberater ist ja echt richtig kacke, genauso wie ein schlechter Arzt.

Lori

Das stimmt. Das ist doch richtig. Aber jeder Beruf ist, wenn er schlecht ist, Kacke. Weil ja immer noch irgendwie was hintendran hängt.

Tine

Ja, aber guck mal, wenn du jetzt im Fitnessstudio am Empfang sitzt und du sagst jetzt einmal nicht freundlich Hallo oder mischt einen falschen Eiweiß-Shake, da geht die Welt jetzt nicht so unter wie, ach so, es war jetzt doch eine Lungenentzündung. Nicht der Blind. Und nicht der Blindme. Achso, stimmt. Weißt du, wie ich meine? Also das ist schon, also das wäre mir zu, das ist mir zu krass, glaube ich. Süß, dass ich Angst habe vor Verantwortung und Lehrerin bin. Naja, nee, ist gut, mach mal so.

Lori

Wenn bei dir Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du wirklich machen? Also jetzt nicht nur Geld, sondern auch das drumherum.

Tine

Also ich glaube, ich würde schon irgendwie trotzdem gerne noch weiter an der Schule arbeiten. Aber ich bilde mir ein, ich könnte dann einfach darauf auf mein Geld verzichten und sagen, ja, aber dafür unterrichte ich nur das und die Gruppen, die ich gerne möchte. Und ich glaube, ich würde wirklich Hunde ausbilden.

Lori

Das habe ich gerade gedacht, dass ich dich da drin sehe.

Tine

Aber jetzt nicht, oh, und jetzt kann er Sitz und Männchen, sondern. Kehle. Genau, geh auf Kehle. So würde ich die mal Hundeschule auch nennen. Geh auf Kehle.

Lori

Geh aufs Ganze war eine super erfolgreiche Fernsehshow übrigens. Geh auf Kehle. G AK. War das richtig, Geh auf Lehle?

Tine

Ja, ich habe auch kurz darüber nachgedacht, aber stimmt schon. Ja, geh auf Kehle, demnächst auch in ihrem Haus.

Lori

Wenn die berühmten Hundeschulen dann nicht mehr da sind, dann kommt Geh auf Kehle. Geh auf Kehle.

Tine

Nee, aber tatsächlich würde ich Assistenzhunde ausbilden. Also so PTBS-Hunde und Autismushunde und sowas. Würde ich gerne machen. Finde ich cool. Finde ich super spannend.

Lori

Voll. Wir wollten, also wir hatten ja Haustiere haben wir ja besprochen. Und ich weiß, dass es in deinem Umfeld ja auch jemanden gibt, der ja auch wirklich viel mit Hunden und intensiv. Das müssen wir wirklich auch mal aufgreifen, also wie schlau diese Tiere einfach auch handeln können und wie sehr die uns als Menschen übrigens auch spiegeln.

Tine

Vielleicht haben wir Glück und jemand aus meinem näheren Umfeld hat mal Lust, uns was zu tun. Vorbeizuschauen. Die Einladung geht hiermit raus, wenn du dich angesprochen fühlst.

Lori

Meltig bei dir. Ich habe übrigens, wir haben in der letzten Folge Haustiere, wir haben wieder über das Angeln gesprochen. Und wir haben in der Folge davor oder da davor, wo wir über die Rolle der Frau in Bezug auf Schulkinder, waren wir ja schon sehr klassisch in dieser Rolle, was Frauen machen, was Männer machen. Ich habe meinem Näherinnenumfeld jemanden gefunden, der nicht nur wirklich leidenschaftlich angelt, sondern der auch ganz aktiv als Elternvertreter und so am Start war. Und der hat angeboten, dass er einmal als Wingman herkommt. Ja, um mal mit diesen Rollenbildern, die wir unweigerlich spielen, obwohl wir beide selbst gar nicht so sind, um damit mal ein bisschen aufzuräumen.

Tine

Ach, hör mal auf. Das ist ziemlich cool. Na, dann hebe ich mir jetzt noch meine Auflösung von Basti auf. Dazu, wie habe ich letztes Mal schon gedroppt und habe es dann nicht erzählt und jetzt hebe ich es mir noch auf, weil jetzt passt es ja jetzt passt es nicht. Aber da passt es dann gut hin. Also wer wissen möchte, wie Männerabende auch laufen können. Von einem der aktiven. Ja, aber das machen wir dann wirklich mit Markus.

Lori

Markus doch das machen wir. Bevor wir diese Folge jetzt abschließen müssen,

Praktika-Tipps, Noten-Realität Und Abschluss

Lori

was würdest du jungen Menschen heute mit auf den Weg geben, wie sie sich an ihren Beruf rantasten?

Tine

Praktika, Praktika, Praktika. Also nicht ein Praktikum wählen, weil es gerade um die Ecke ist oder der Pfadweg so angenehm ist, sondern wirklich ein Beruf wählen, auf dem man, wo man wirklich denkt, okay, könnte das was für mich sein, wo man wirklich interessiert ist. Nicht nur einfach die drei Wochen in der neunten Klasse irgendwie, ich sage jetzt mal, einen Begriff, den die Schüler gerne nehmen, abpimmeln. Wie? Abpimmeln.

Lori

Oh Gott.

Tine

Ja, was du sagst. Sondern wirklich mal wirklich mal gucken, wie funktioniert ein Arbeitsleben, wie funktioniert vielleicht auch wirklich ein Beruf, der für mich schon in Frage kam. Über den ich schon zehnmal nachgedacht habe oder wo meine Eltern gesagt haben, Mensch, mach das doch mal.

Lori

Aber wenn die Eltern das schon gesagt haben, ist es ja raus.

Tine

Nein, nicht unbedingt. Warum? Kann ja so und so funktionieren. Und wirklich, also auch in den Ferien, einfach mal eine Woche irgendwo hingehen. Also wenn das keine riesigen Verpflichtungen sind, mit dich in einem riesen Beratigungsvertrag sind die meisten Betriebe auch völlig fein, damit zu sagen, klar, lauf doch mal eine Woche mit, guckst du doch einfach mal an.

Lori

Voll gut. Und dann auch das Umfeld, oder? Was machen die anderen so vielleicht wirklich mal hinhorchen?

Tine

Genau.

Lori

Berufswund. Richtig gut. Also Tine, machen wir das, was wir wirklich wollen, oder? Weil das, was wir machen, machen wir mit Leidenschaft und auch wenn es bei mir gut mit dem Hamsterrad drumherum funktioniert und dich erfüllt, weil denen du nicht ganz klassisch irgendwie nur so Deutsch unterrichtest, sondern ja schon auch dich viel als Mensch einbringen kannst. Das stimmt.

Tine

Das ist schon gut.

Lori

Thema Berufswund. Wollen wir verraten, worüber wir uns in der nächsten Folge unterhalten? Kannst du machen. Wir möchten mal über soziale Strukturen sprechen. Also wo steht man im Vergleich zu seinem Freundeskreis, seinem Umfeld? Wir wissen ja schon, dass ich der Vita bin.

Tine

Ja, das stimmt. Gut, ihr könnt die Folge nicht hiermit auch schon merken. So, war schön, dass ihr reingehört. Super, danke auch 2019.

Lori

Nein, wir verabschieden jetzt erstmal unsere Hörerinnen und Hörer ins Wochenende. Weil das es sonnig wird. Na, nicht nur Sonnig-Tine. Wir sind jetzt schon ja am Anfang Juli. Das ist richtig krass. Es sind nur noch ein paar Tage und dann starten in Brandenburg. Richtig, die Sommerferien in Brandenburg. Richtig krass. Also vielleicht droppen wir jetzt aber doch, oh, ich sage das Wort droppen heute so oft. Warum eigentlich? Wahrscheinlich, weil ich es dreimal gesagt habe. Auch schon. Wenn wir jetzt so kurz vor den Sommerferien stehen, muss ich nochmal einen Mutispruch sagen. Ich würde schon mal gehen kurz. Ja. Ah, da ist so ein Türquietschen jetzt im Hintergrund von der Technik eingespielt. War das gut? Ich wollte nur nochmal ganz kurz sagen, dass doch die Noten überhaupt nichts über den Menschen an sich aussagen. Ja, das ist doch klasse. Und auch für den späteren Berufswunsch jetzt gar nicht unbedingt ausschlaggebend sind, sondern wie bei dir über Umwege, Wartesemester.

Tine

Aber das heißt jetzt auch nicht, dass man sich sagen kann, na what soll es? Die Bänen im Podcast haben mir sagt, juckt gehen. Also so ist es ja auch nicht.

Lori

Die Pimmelbirnen. Nee, was abpimmeln? Wir pimmeln jetzt auch eine Runde ab und machen uns vielleicht ein Kaltgetränk auf und genießen jetzt so die letzte Woche vor den Ferien. Sagen Tschüss und Ciao. Eure Tine und Lori. Und ihr habt echt jetzt gehört. Macht's gut. Tschüssi.

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