#ECHTJETZT | Realtalk Podcast
🎙️ #ECHTJETZT – der Realtalk Podcast, der sagt, was Sache ist!
✨ Ehrliche Gespräche. Kein Filter. Echte Momente. 🙌
#ECHTJETZT ist der Alltagspodcast für alle, die keine Lust auf Oberflächlichkeit haben. Tine und Lori sprechen unverblümt über das, was das Leben wirklich ausmacht — von Familienchaos über Freundschaft bis hin zu den Themen, über die sonst niemand laut redet.
Was euch erwartet:
Zwei Frauen. Zwei Perspektiven. Ein Podcast, der Humor und Tiefgang verbindet. Ob persönliche Geschichten aus dem Alltag, ehrliche Gedanken zu Gesellschaft und Gefühlen oder Anekdoten, bei denen ihr euch garantiert wiederfindet — bei
#ECHTJETZT ist jede Folge ein echtes Gespräch unter Freundinnen.
Tine und Lori nehmen kein Blatt vor den Mund. Sie teilen ihre Höhen und Tiefen, lachen über die absurden Seiten des Lebens und scheuen sich nicht vor den unbequemen Fragen. Authentisch, ehrlich und immer auf Augenhöhe.
Für alle, die sich fragen: Geht das nur mir so? — Nein, tut es nicht. Und genau das zeigt dieser Frauenpodcast in jeder Folge. Neue Folgen regelmäßig verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.
🎧 Also: Kopfhörer rein, #ECHTJETZT an – und mitten drin sein, wenn Lori & Tine das echte Leben auf den Tisch packen.
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#ECHTJETZT | Realtalk Podcast
Partnerschaft verstehen 🤝 und Bedürfnisse fair ⚖️ ausbalancieren ❤️
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🎙️ #ECHTJETZT – der Podcast für alles, was uns wirklich bewegt! 🙌
Willkommen in eurem neuen Lieblingsformat, gehostet von Christine „Tine“ Bäker und Loreen „Lori“ Tirado – zwei Frauen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und über genau das sprechen, was uns im Alltag begegnet, beschäftigt, verwirrt oder zum Lachen bringt.
Authentisch, direkt, humorvoll – eben #ECHTJETZT.
Also: reinschalten, abtauchen, weiterempfehlen und Teil unserer Runde werden!
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IN DIESER EPISODE
Wir sprechen mit Paartherapeutin Luise Sternke-Wege über faire Bedürfnisabsprachen, klare Kommunikation und die unsichtbaren Muster, die Paare blockieren. Patchwork-Dynamiken, pendelnde Kinder und Erwartungen an ein neues Baby zeigen, wie wichtig Wärme, Rituale und echte Selbstverantwortung sind.
- Bedürfnisse klar benennen und konkret verhandeln
- Strategien aus der Kindheit erkennen und neu üben
- Ich-Botschaften nutzen, Timing und Rahmen achten
- Konflikte deeskalieren und Gespräche neu verabreden
- Tieferliegende Botschaften hinter Alltagsstreit hören
- Patchwork-Loyalitäten respektieren, Elternkooperation stärken
- Zugehörigkeit für Pendelkinder durch Rituale und Räume
- Erwartungen bei neuem Baby senken, Beteiligung ermöglichen
- Trennung als mögliche gute Lösung akzeptieren
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Dies ist ein Podcast aus Leidenschaft, von uns für Euch. Alle Infos sind mit Herzblut und ohne Garantie.
Warm-Up & Schwarzer Glückskeks
TineWillkommen bei Echt jetzt, dem Podcast mit Tine und Lori.
LoriHier wird nicht beschönigt, nicht gefiltert und nicht so getan, als wäre immer alles easy. Wir reden über das, was wirklich passiert: Im Kopf, im Leben und dazwischen. Echt jetzt? Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von EchtJetzt. Mit Tine und Lori. Und wir sind heute nicht allein im Studio. Wir haben sie zwei Episoden lang angeteasert. Und wir sagen einfach Hallo und herzlich willkommen, Luise. Hallo, ihr beiden. Super cool, dass du da bist. Du bist unsere zweite Gästin. Und wir wollen heute mit dir ein Thema oder mehrere Themen zusammengefasst zu einem besprechen, die vielleicht gar nicht so einfach sind. Bevor wir aber in die Tiefe einsteigen. Oder vielleicht auch gleich da mit der Tiefe in die Tiefe einsteigen. Ja, wer weiß? Du bist so gut in Überleitung, Tina. Lass eigentlich dein Thema ab. Hat unser Gast immer die ehrenvolle Aufgabe, mit dem Glückskeks in unsere Show zu starten. Und du musstest so geräuschvoll am Mikro machen, mit den Zähnen aufreißen.
TineDas erinnert mich jetzt an andere. Überleitungen und Konflikt. Es geht aber schwer.
LoriOh, er ist schwarz, ja? Er ist schwarz. Und warte, Luise. Unser Thema ist ja Partnerschaften und Bedürfnisse. Und wir waren ein bisschen gemein, Tino und ich. Du hast keinen normalen Glückskeks. Du hast einen Stinkstiefel-Glückskeks. Mach was draus.
SPEAKER_01Hast du jetzt dran geschniffelt. Sieht nämlich auch so unlecker aus, weil er so dunkel ist. Ich öffne ihn, ja? Ja. Seid ihr bereit?
SPEAKER_03Mich da nicht krümeln. Okay. Liebe kommt und geht.
SPEAKER_01Also bei dir geht sie natürlich hauptsächlich. Das ist aber gemein.
TineUnd mein Herz, ich würde mich in den Podcast.
unknownOh Gott.
LoriVielleicht lese ich es nochmal vor und wir zeigen, also auch ich zeige ein bisschen mehr Empathie. Okay. Also noch mehr Empathie. Geht es ja? Ja, doch.
SPEAKER_01Ich bin jetzt ganz. Okay, ich lese vor. Liebe kommt und geht. Also bei dir geht sie natürlich hauptsächlich. Das ist krass.
LoriIch find's aber noch geil.
TineSolange es eigentlich betrifft, ist es ja, ne? Es ist schon lustig.
LoriSolange es niemanden hier im Raum betrifft, und da steht ja auch nicht so auf dich selbst bezogen, sondern du, vorgelesen, ist es immer jemand anders. Achso, meinst du eigentlich?
TineJa, so, und keiner von uns. Perspektivwechsel. Also die Überleitung, Perspektivwechsel finde ich schon gar nicht schlecht. Macht es vielleicht Sinn, dass Luise erstmal erzählt, wer sie eigentlich so ist? Ich meine, ich würde mich immer nicht vorstellen, aber ich finde, wer das kann sich mal vorstellen.
SPEAKER_01So ein totaler Lehrer-Move, den sie uns bringt, oder? Habe ich immer noch den Glückskörper, den Miese Peter, wie heißt er? Den Stinktstiefel-Keks die ganze Zeit in der Hand. Leg ihn mal weg. Ich stopfe ihn mir nicht in den Mund.
LoriUnd unsere Hündin Sally ist ja heute auch nicht im Studio. Das heißt, dass das auch gefahrenlos so rumliegen kann. Das stimmt.
Gastvorstellung: Paartherapeutin Luise
SPEAKER_01Ja, also ich bin Luise Stern-Gewege, ich bin thematisch passend eingeladen. Ich habe eine Praxis in Berlin und bin Paartherapeutin und Coachin für Patchwork-Familien.
LoriUnd es ist so cool, dass du reingehört hast, dass du dich gemeldet hast und gesagt hast, ich habe so Bock, mit euch gemeinsam mal so ein paar Themen zu beackern, die die Leute, also unsere Hörer und Hörerinnen da draußen, bewegt. Und wir haben Aufruf gestartet. Das stimmt. Wirklich sehr penetrant. Zwei Folgen lang. Und wir haben gesagt, wenn euch was bewegt, wir haben bald den Profi am Start. Und ihr wart so mutig, wir haben tatsächlich einige Fragen geschickt bekommen, Tina. Ich finde es richtig cool und das ist ein Vertrauensbonus, den wir hier mitbekommen haben. Das finde ich richtig schön. Vielleicht ist jetzt aber nicht jede Frage heute thematisch mit dabei, weil ich weiß, dass wir uns wahrscheinlich ganz doll viel in den einzelnen Sachen verlieren. Und entweder haben wir die Gelegenheit, das dann einfach nochmal nachzuholen. Vielleicht ist Luise so gerne bei uns, dass wir da nochmal einen zweiten Teil machen. Oder aber wir finden eine andere Möglichkeit, wenn es unseren Hörerinnen und Hörern da draußen unter den Nägeln brennt, das zu beantworten.
TineYeah. Oder? Finde ich eine gute Idee.
LoriSehr gut.
TineAlso, Luise, wir würden einfach der Einfachheit halber mal mit so zwei, drei Fragen starten. Wenn du sagst, da müsste ich ad hoc jetzt einfach noch mal ein bisschen überlegen, dann können wir die auch zurückstellen und komme später drauf zurück. Aber ich kann mir vorstellen, dass das viele Fragen sind, die dich beruflich bestimmt schon öfter mal begleitet haben. Und zwar ist die oberste Frage, die ist auch zweimal gestellt worden: wie schaffe ich es, dass die Bedürfnisse in Partnerschaften ausgewogen quasi verteilt werden? Also dass jeder mal das Recht hat, quasi die erste Geige zu spielen.
SPEAKER_01Okay, also da geht es um Bedürfnisse, die gemeinsamen Bedürfnisse in der Partnerschaft oder die Bedürfnisse von jedem selbst.
TineAlso, wenn ich darüber nachdenke verstehen, ich denke mal ähnlich in die Richtung, die wir bei unserem, bei uns auch schon mal aufgeworfen hatten, nämlich dieses, sich darauf einstellen, okay, jetzt ist derjenige mal dran, weil er sich beruflich quasi weiterbewegen möchte. Und die Prioritäten muss jetzt gerade mal eben sich so ein bisschen zurückstellen.
SPEAKER_01Okay, also grundsätzlich zu den Bedürfnissen kann man ja sagen, die sind meistens gar nicht das Problem, sondern die Strategien dahinter. Also jeder Mensch geht mit seinen Bedürfnissen anders um. Manche wissen noch nicht mal, was sie für Bedürfnisse haben, aber gehen wir jetzt mal davon aus,
Kernfrage: Bedürfnisse Ausbalancieren
SPEAKER_01man weiß es, ich gehe super gern angeln oder weiß ich und möchte dafür viel Zeit verwenden. Dann muss ich natürlich, wenn ich eine Partnerschaft habe oder gar eine Familie mich mitteilen, dass ich das machen möchte und mich verabreden sozusagen. Man muss einen Deal finden gemeinsam. Und darauf gibt es ja keine Frage, wie es jeder machen soll, weil ja die Familienstrukturen und auch die partnerschaftlichen Strukturen super unterschiedlich sind. Also ob man zusammenwohnt, ob man das gemeinsam macht, ob das was ist, was jeder für sich macht, wie lange geht das? Ist es die berufliche Weiterbildung, Fortbildung, was auch immer das beinhaltet? Es hilft auf jeden Fall, und das ist jetzt, mag jetzt so logisch klingen, aber es wird so oft nicht gemacht, darüber gesprochen werden. Mir begegnet so oft, ja, aber das habe ich dir doch schon ganz oft gesagt. Ja, wann denn? Naja, wenn ich, weißt du noch, letztens, als ich gesagt habe, das und das, hä, da hast du doch aber nicht gesagt, du willst mit deinen Freundinnen wegfahren. Na, so nicht. Okay, also, okay, dann.
LoriAber schon mal angeteasert.
SPEAKER_01Ja, ja, so oder so hintenrum, wenn man vielleicht die Angst hat, das Bedürfnis darf nicht gestillt werden oder mir steht es nicht zu. Das ist gerade auch so ein, leider so ein Frauen- und Mütter-Ding, die so unter diesem Berg von, okay, ich habe eine Milliarde Rollen zu bedienen und muss irgendwie funktionieren. Und ich würde dann aber gern einmal was für mich machen. Wo kann ich denn das hier anmelden? Also es braucht in der Partnerschaft die Offenheit und das Vertrauen, dass man das alles so auf den Tisch legen kann. Und dann wird geguckt, was passt wohin. Manche Sachen gehen nicht zu verschieben, aber in der Regel ist das Ziel gar nicht, die Bedürfnisse alle gleichzeitig zu stillen, sondern kann ja auch mal nacheinander sein. Also versetzt. Und da ist die Kommunikation auch immer so das, wo es wirklich anfängt und wo manchmal gar nicht unbedingt der Haken ist. Also da ist nicht das Problem die Umsetzung, sondern das schon davor. Erstmal das Merken, ah, ich ist ein gutes Beispiel. Also Bedürfnisse sind ja grundsätzlich von sich selbst zu erfüllen. Wenn man das schafft, sich selbst alle Bedürfnisse zu erfüllen, ist man nicht mehr von außen drauf angewiesen. Ich brauche nicht den Partner, der mir sagt, wie schön ich bin, wenn ich mich schön fühlen will. Ich brauche nicht die Freundin, damit ich Action erlebe. Also alles, ich suche mir so die Sachen raus, die mich versorgen mit dem, wonach mir ist. Das wäre so das Gesündeste, ist aber auch das Anstrengste, wenn man da erstmal hinkommen muss. Man ist es so gewohnt, wir sind alle so groß geworden und haben Bedürfnisse ausgelagert und machen dann unseren Freund oder unsere Freundin dafür verantwortlich, dass der oder die sich so verhält und wir uns jetzt deswegen so fühlen. Zu kurz gefühlt kommen. Ja, genau. Und wenn du dich aber selbst um deine Bedürfnisse verantwortungsvoll kümmerst, dann tut das außen nicht mehr so weh. Dann ist das alles, was von außen kommt, sozusagen ein Geschenk, ein Zusatz. Also es ist schön, wenn der Partner sagt, in dem Kleid siehst du toll aus oder was auch immer. Oder die Freundin dich auf ein Wochenende einlädt oder so, ne, alles, was man so erlebt. Aber du hast nicht mehr in so einem leeren Trog, den du von außen erfüllst. Das ist zum Beispiel auch so ein Social Media Ding, ne? Wenn du ganz doll bei dir bist und dich wohlfühlst mit dir und keine offenen Rechnungen mehr mit dir selbst zu begleichen hast, dann ist dir das auch okay, egal wie viel dein Foto, wie viele Likes das bekommt. 15, 1 oder gar keins. Wenn da aber eine Lehre ist, ist jetzt halt nur ein Beispiel. Dann kompensiert man das damit. Na genau, und dann machst du das davon abhängig, okay, aber die Außenwelt, das sind nicht genug, so wenige mögen mich, dann scheine ich nicht in Ordnung zu sein. Krass. Und je besser man sich um sich kümmert und man diese leeren Stellen, die haben wir alle, das hat sich einfach, das ist was Normales, dass wir rumrennen mit, okay, ich möchte aber auch gewertschätzt werden. Also das ist was, wir sind ja gemeinschaftliche Wesen. Wir sind darauf angewiesen, dass wir miteinander gut leben können. Und dazu gehört auch, okay, ich habe einen Einfluss auf die Gesellschaft, ich bin was wert, ich kann meine Fähigkeiten einsetzen und die werden gewertschätzt. So, das ist ja was total Wichtiges, aber das sieht man ja auf Social Media nicht. Also das ist ja was, ne, was Wirkliches sozusagen.
LoriEcht wahr? Das wäre doch was. Melden wir hiermit an bei den amerikanischen Großunternehmen. Ich hätte nochmal eine Frage zum Anfang. Du hast gesagt, dass es auf die Strategien ankommt. Was sind Strategien in dem Zusammenhang? Weil, also Tine kennt wahrscheinlich aus ihrem Umfeld Lernstrategien kennen, wie eigne ich mir was an? Was meinst du mit Strategien?
SPEAKER_01Strategien sind das, was ich mal gebildet habe, als wir ganz kleine Menschlein alle waren, die sich uns sozusagen wie ein wie ein Verhaltensmuster auferlegen, damit wir erstmal grundsätzlich überleben. Also wir müssen unsere Eltern darauf aufmerksam machen, dass wir Hunger haben, wir schreien, das ist unser, ne, wir müssen, solange wir uns nicht anders mitteilen können, müssen wir ihnen auf den Keks gehen und das hat die Natur so, dann werden wir ein bisschen größer und können sprechen. Und durch das Umfeld, was uns umgibt, also die Menschen, die uns großziehen,
Selbstverantwortung Statt Außenbestätigung
SPEAKER_01kriegen wir ganz schnell raus, wie kommen wir an unsere Bedürfnisse, also wie werden die Bedürfnisse gestellt. Wie bekomme ich was zu essen? Wie bekomme ich Aufmerksamkeit? Und so ist jedes Familienmuster schon mal total unterschiedlich. Und wer ein Leben lang lernt durch Dzwischenreden, laut quietschen und irgendwie auf sich aufmerksam zu machen, die Aufmerksamkeit zu bekommen, der wird erstmal einen weiten Weg gehen müssen, um zu lernen, das hilft ihm jetzt als Erwachsener nicht mehr. Aber meistens bleiben wir bei diesen Strategien, weil wir die so lange in uns haben und weil die sich so lange so sinnvoll angefühlt haben, dass sie uns heute aber eher behindern in Freundschaften, in Partnerschaften. Und das ist ein Weg, den man in Coaching, in Therapien, in Gesprächen, das kann man knacken, aber das ist was, was sich ja über viele, viele Jahre gebildet hat. Und auch wie bei einer Lernstrategie, das muss sich auch erst ins Gehirn brennen. Du musst erst lernen, dass das sinnvoll ist, kenne ich, das Gehirn kennt diesen erst super kleinen Weg, diesen kleinen Pfad und dann wird es irgendwann eine Autobahn und nimmt die automatisch.
LoriVoll gut. Ich habe jetzt unter Strategie, deswegen frage ich so. Ich hätte jetzt verstanden, dass das tatsächlich was ist, was ich mir relativ einfach und schnell aneignen kann. Ich hätte dahinter nicht erwartet, dass es das ist, was ich quasi von klein auf zum Menschwerden, was sich da so dahinter verbirgt. Das ist das eine. Und das andere, was ich spannend fand, war, wenn Frau oder Mann an dem Punkt sind, dass sie die Bedürfnisse schon so klar für sich feststellen, sind sie dann schon in einer eher gesunden Partnerschaft? Oder klingt jetzt, also die Frage klingt doof, worauf ich hinaus möchte, ist, ist es gesund, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu kommunizieren. Und dieses Ungesunde, ich stelle mich jetzt hinten an, ich schluck runter, so wie Tina eingangs sagte, mein Partner hat jetzt vielleicht gerade seinen Job verloren, ist im Umbruch. Jetzt mache ich es vielleicht lieber doch nicht, um keine Unruhe in die Partnerschaft zu bringen. Aber ist es nicht total wichtig, auch in vielleicht nicht so gesunden Beziehungsmomenten seine eigenen Bedürfnisse zu stillen, um so einen Akku wieder für das Anstrengende zu haben? Genau, ja.
SPEAKER_01Du sagst es ja. Also auch da gibt es natürlich ein, man ist trotzdem noch Teil dieser Gesamtsituation. Also wenn es jetzt eine extreme Lebenslage ist, der oder die Partnerin haben Elternteil verloren oder so oder die Familie muss gerade irgendwas verdauen, dann ist es natürlich immer relativ, aber umso wichtiger, dass man sich gut um sich kümmert. Also die Maske im Flugzeug, erst die Eltern, dann die Kinder, weil andersrum geht es nicht. Dann bist du irgendwann auch ausgebrannt und kannst dem anderen gar keine Stütze mehr sein. Und das ist schwierig, weil das wurde uns allen nicht so beigebracht. Also uns wurde beigebracht, durchzuhalten, stark zu sein, zu funktionieren. Nein, auch wenn du krank bist, gehst du zur Arbeit. Das sind so diese alten Dinger, ne? Aber dass man sich gut um sich kümmert und sich Zeit nimmt, vielleicht auch mal gar nichts macht. Ja, was hast du erlebt am Wochenende? Ja, ich war da und da. Nee, ich habe nur eine Stunde auf dem Stuhl gesessen und hab in den Garten geguckt, war es, bist du verrückt?
LoriMitunter ja, totaler Wettkampf, ne? Was war am Wochenende und ich hab und ich muss. Also ist ja auch schön, zu haben, zu sagen, so, ich habe gar nichts Produktives gemacht.
TineIch habe auch noch eine Nachfrage. Und zwar gibt es ja durchaus Menschen, die das schon sehr, sehr gut können, ihre eigenen Bedürfnisse wirklich sehr vehement auch durchzusetzen. Und ich sage bewusst durchsetzen, weil mich interessieren würde, ob in Partnerschaften, also zwei Dinge, Nummer eins, interessiert mich, ob in Partnerschaften das oft so ist, dass derjenige, der da sehr vehement mit umgeht und da sehr konsequent seine Bedürfnisse durchsetzt, eigentlich auch mal Rücksicht nehmen müsste auf den anderen, wenn der eben nicht so ein Mensch ist, der das so gut kann. Also hat man da eine Verantwortung oder sagt man halt ja, nee. Also jeder sich selbst der Nächste, wenn du es nicht kannst, ja, sorry, aber Pech für dich nicht ganz so hart formuliert, aber nein.
SPEAKER_01Kein Mensch hat für den anderen die Verantwortung im Sinne von, der soll doch auch glücklich sein. Also wir haben im besten Falle Partner, die toll sind für unser Leben und die es bereichern und mit denen wir unser Leben gestalten können, aber nicht optimalerweise, nicht, weil wir sie brauchen, um was in uns aufzufüllen. Das heißt, so ist es auch mit den Bedürfnissen, wenn du in der Partnerschaft bist und ein Partner ist sehr dominant mit seinen Bedürfnissen und nein, ich gehe da jetzt hin fünfmal die Woche und dann bin ich halt abends immer weg, aber wir haben ein Baby. Was auch immer. Dann ist es tatsächlich, liegt es in der Verantwortung der anderen Person, sich da selbst zu emanzipieren und die Bedürfnisse in die Verhandlung zu gehen. Also dieses sich zurücknehmen, weil der andere ist so stark. Da ist nicht der, der so stark ist, das Problem, sondern die Dynamik zwischen den beiden.
Alte Strategien, Neue Muster
SPEAKER_01Und es muss, das ist tatsächlich dann keine Paararbeit in dem Sinne, sondern das wäre die Arbeit bei demjenigen, der es nicht gelernt hat, sich um seine Bedürfnisse zu kümmern. Also bei demjenigen, der es, der zurücksteckt. Weil das ist, das wäre eine völlig falsch verlagerte Energie. Du wüsstest gar nicht, okay, dann nehme ich mich jetzt zurück, damit der andere auch was macht. Häufig sind es dann Partner, die würden auch dann nichts machen. Dann gibt es immer einen Grund, warum das dann auch nicht geht. Sich was Gutes tun oder sich um seine Bedürfnisse kümmern, ist ja auch wirklich was Starkes. Da musst du schon ein bisschen Selbstvertrauen haben und wissen, dass dir das zusteht, so einfach.
TineAber hast du einen Tipp, wie man das lösen kann? Weil so wie du es sagst, klingt es für mich total logisch. Ich habe aber genug Partnerschaften in meinem Bekannten- und Freundeskreis, wo ich denke, ja, okay, wir wollen sie es aber lösen. Also der eine ist sich super sicher, ja, also für mich ist es richtig gut, wenn ich fünfmal die Woche zum Sport latsche und sonst aber auch bis 18 Uhr arbeite. Und dann gehe ich zum Sport und ja, vielleicht haben wir ein kleines Kind, aber es ist mir jetzt wichtig, dass ich das und das mache. Der andere dem ist schon auch bewusst, dass er gerne das und das machen würde. Aber wie findet man denn da zueinander? Weil man verhandelt tatsächlich. Das ist der Teil mit dem Verhandeln.
LoriAlso du meinst, dass derjenige, der quasi, wir bleiben mal mit dem Kind, dann zu Hause ist, der muss tatsächlich den Mund aufmachen und muss sagen, verstehe ich alles. Völlig, ja. Aber vielleicht von fünf, vielleicht drei, solange unser Kind so klein ist und ja, oder einen Vorschlag machen muss.
SPEAKER_01Ja, genau. Also du bist so viel, das ist jetzt ein Extrembeispiel.
TineManchmal für uns ist sehr ein Extrembeispiel.
SPEAKER_01Das ist ja, das ist ja manchmal sogar noch ein bisschen subtiler, dass man es gar nicht so mitkriegt, der eine, der macht laufend was oder fünfmal in den Urlaub und der andere überhaupt nicht oder so. Das Thema gibt, das klingt so einfach, aber wenn man sich darum nicht kümmert, passiert häufig Folgendes. Das sind dann die Paare, die in meiner Praxis sitzen, die sich dann treffen. Ich sag mal ein klassisches Beispiel, ja. Ich stehe auf lateinamerikanischen Tanz. Früher als, also ist jetzt so ein Beispiel, ich kann damit nichts an, aber und als Jugendliche, ich habe das immer getanzt, ich habe das geliebt und dann habe ich aber zwei, drei Kinder bekommen und dann habe ich es irgendwann sein gelassen, ne, aus Zeitmangel. Aber eigentlich klopft mein Herz dafür. Und ich versuche meinen Partner schon seit Ewigkeiten. Willst du nicht, können wir nicht mal einen Tanzkurs machen? Also er wäre tänzerisch veranlagt, aber er hat nicht so richtig Lust, ja. Und oh, meine Hoffnung. Und ich drücke und drücke und dränge. Und er fühlt sich eher in die Ecke getrieben. Wir streiten ständig deswegen, weil in mein Druck kommt. Geh mir doch nicht auf den Sack damit. Und was soll ich jetzt da machen? Die Lösung wäre: such dir eine andere Person, mit der du das machst. Und der Partner kann in der Zeit sein machen. Die glückliche Frau kommt nach Hause und alles ist gut. Dieser Teufelskreis ist sozusagen erledigt. Was aber häufig nicht passiert, ist, dass man sich da einen Ausweg sucht für sich selbst, für sein Bedürfnis. Und dann schwelt es so in einem perfekte Moment kommt, bis der neue Mitarbeiter eingestellt wird. Rodriguez. And der liebt, der hat vielleicht nebenbei noch eine Tanzschule in Lateinamerika. Und du redest mit ihm auch in den Pausen und du verliebst dich bis über Biden. Riesiges Problem. Und dann ist das Problem gar nicht die dritte Person, sondern dass da jemand ist, der Lücke füllt. Und ich das Gefühl habe, ja, mit dem geht es. Hätte ich vorher den Weg gewählt, dass ich meine Freunde Mein besten Freund, wen auch immer, den Nachbarn frage, ob der mit mir jetzt diesen Kurs machen würde, wäre ich nicht so ausgehungert und würde nicht auf den neuen Mitarbeiter. Also, das ist jetzt sehr vereinfacht. Ich will es nur darstellen, dass es klingt so, ja, ist jetzt auch nicht so schlimm, wenn ich jetzt nicht einmal im Jahr einen Freundinnen-Urlaub mache oder so. Oder ist jetzt, das ist schon in Ordnung. Ich bin auch gerne für die Kinder da und koche mir einen Wolf. Und dann häuft sich das an und dann ist es irgendwann.
LoriIrgendwann läuft das Fass über. Genau.
TineAlso ich habe immer so ein bisschen Sorge, dass sich daraus wirklich so eine Grundsatzsache bildet, die ja dann mehr ist als nur diese Bedürfnisverteilung, sondern eben so ein, ja, das ist nur, weil du mich nicht so liebst und würdest du mich wirklich lieben, dann würdest du das machen und überhaupt und was dann eben so alles draus wird. Verstehe. Meine letzte Frage dazu: Hast du die Erfahrung gemacht, dass sich in Partnerschaften oft Menschen zusammenfinden, wo der eine das sehr gut kann, die Bedürfnisse für sich selber wahrzunehmen und durchzusetzen und der andere das eben nicht so gut kann? Sodass sich also diese Reibungspunkte quasi ja für den einen nicht so ergeben, weil der ist ja fein mit sich. Oder sagst du, nee, das geht.
SPEAKER_03Beides. Okay.
SPEAKER_01Beides. Das ist eine Typsache und ich glaube, das entsteht, das ist vielleicht das, was du auch meinst, das entsteht auch leichter durch die Rollen manchmal, sowas wie die Mutter nimmt sich eher zurück oder so. Und auch, dass sich sehr unterschiedliche Menschen zusammentun. Also der Laute mit dem Leisen, der Extrovertierte mit dem Introvertierten. Also man erlebt eher selten in einer Beziehung, dass beide laut, beide schnell, beide viel zurückgezogen oder so. Es ergänzt sich ja und das ist ja auch gut so. Und dann ist dann auch schneller ein Ungleichgewicht da, was das
Verhandeln Im Alltag: Fair & Klar
SPEAKER_01angeht.
LoriEine Frage aus dem Portfolio. Wollte ich auch gerade passt ein bisschen dazu. Oh, ich bin gespannt, ob du die gleiche gewählt hättest wie ich. Wie kommuniziere ich, ohne angriffslustig zu sein? Hätte ich nicht gemacht, aber finde ich auch gut. Okay, dann machst du deine gleich. Weil eben dieses Tine sagt ja gerade, dass es ja mitunter so einen riesen Berg wird und dann bricht der Vulkan irgendwann aus. Wie kommuniziere ich, ohne angriffslustig zu sein? Und wie schaffe ich es, eine Kommunikation über alle Familienrollen, Freundinnenrollen hinweg aufrechtzuhalten? Also, wir wissen, Tine und ihr Partner schaffen es total gut, ihr habt eure Rituale und das haben Familien wahrscheinlich auch, aber außerhalb dessen mit Kindern finde ich, ist es ja so ganz schwer, sich als Paar zu behalten und da die Kommunikation und dann eben nicht angriffslustig zu wirken. Also ich finde mich nie angriffslostig. Naja, das ist genau.
SPEAKER_01Tine, du sagst es gerade, das ist ja der Punkt. Was ist da, was dich schon so stimmt, als ob, ne? Also die Angriffslust, die ist ja auch nur was, was ich Platz machen will. Was anscheinend schon irgendwie in der Vergangenheit ein bisschen was geschluckt hat. Und da wäre dann eher die Frage. Ich find's gut. Da wäre dann eher die Frage, woher kommt die Angriffslust? Die könnte man sich selber mal beantworten, bevor man den Partner oder die Freundinnen oder die Kinder mit einbezieht, sondern man guckt mal, okay, was ist denn da ins Ungleichgewicht geraten? Und Kommunikation an sich ist ja, das ist ja so ein Hexenwerk. Also man, ihr kennt es wahrscheinlich allein sowas wie WhatsApp. Also es ist, egal wie sehr man sich Mühe gibt, es passieren immer wieder Missverständnisse und es ist so normal. Und das ist dann ein bisschen, das muss man üben und lernen. Und obwohl wir unsere Partner mitunter ewig schon kennen, auch da gibt es noch Missverständnisse, weil wir einfach unterschiedliche Menschen sind. Und so sollte es ja auch bleiben. Also das ist ja so, ne? Man geht immer so von sich aus, habe ich doch aber so formuliert. Ja, aber der andere, also gesagt ist nicht gehört und gehört ist nicht verstanden und verstanden. Da ist ein weiter Weg dahin, dass auf dem Weg was verloren geht oder was verändert wird. Und dann ist natürlich noch zu deiner Frage jetzt wichtig, wie ist denn so die Grundvoraussetzung? Also wie sind so die Rahmenbedingungen, ja? Lieg der, ich will jetzt nicht mit so den Rollenbildern, ich denke nur so an.
LoriDoch, aber ich glaube, in den Rollenbildern, ohne dass das zu schwarz-weiß ist, befinden wir uns ja tatsächlich mehrheitlich. Und also ich glaube, Tine und ich können das damit uns auch gut vorstellen, wie du es meinst. Und ich denke, dass es auch unsere Hörer und Hörerinnen da draußen so gut verstehen können. Und die wohl wissen, dass wir auch out of the box denken. Tatsächlich auch.
unknownOkay.
LoriDas war jetzt, welche Stelle hatten wir jetzt Rollenwelle, Gesatzgeschichte, nicht gehört.
SPEAKER_01Genau, achso, die Rahmenbedingungen, genau. Also, was ist denn erstmal mein Ziel? Was will ich denn von dem anderen gerade erfahren? Will ich eine gemeinsame Lösung finden? Will ich nur was mitteilen? Und hängt der andere gerade unterm Auto und repariert es und ich brüll dann so runter, was ist denn jetzt mit dem Sommerurlaub? Ja, da kann natürlich nichts Gutes bei rauskommen, weil der ist ja gerade in einer Ausnahmesituation, ne? Oder deswegen geht es in so einen Sachen immer darum, erstmal zu gucken, wie so die eigene Haltung ist. Was möchte ich, was ist so mein Ziel, was möchte ich erreichen, um eine möglichst gute Verhandlung auch zu finden, wenn es was ist, wo man jemanden anspricht, wo man schon weiß, ah, da sind wir uns nicht ganz einig vielleicht. Dann muss man sich erstmal gute Rahmenbedingungen suchen, sich selber mal abchecken, warum man schon vorher sauer ist, obwohl man die Antwort noch gar nicht gehört hat, er könnte ja auch was anderes sagen oder sie könnte ja auch mal überraschend anders sein. Aber schon so vorwegzunehmen, ist immer schon die halbe Geschichte rum sozusagen. Warum hat gar nicht mehr die Chance, anders zu sein?
LoriTine, ganz ehrlich, schaffst du das so unvoreingenommen zu sein?
TineJa, natürlich. Versteht die Frage nicht. Also hast du ein Beispiel? Also ich finde mich so sehr wieder, und das wäre auch meine nächste Frage gewesen, in diesem, ich habe doch eigentlich nur gefragt, das oder das und der andere sagt, nee, ich weiß ganz genau, du wolltest ja das und das damit sagen. Und darauf würde auch meine Frage so ein bisschen abzählen, wie man denn solche Themen irgendwie ja dann wieder irgendwie auflöst. Also nehmen wir mal an, Beispiel war jetzt gerade ein gutes Thema. Nimm man mit deinem Sommerurlaub. Ich frage jetzt also, na, was ist denn jetzt mit dem Sommerurlaub? Und der andere reagiert aber gleich mit, na sag mal, wir haben doch schon tausendmal darüber gesprochen, ich habe das schon hunderttausend Mal gesagt und ich will aber eigentlich nur eine völlig einfache Zeitfrage beantwortet haben und derjenige reagiert aber auf was, was ich gar nicht sagen wollte, aber bei ihm ankommt. Es ist ja oft so, wer mit Kommunikation sich ein bisschen beschäftigt hat, die Fehluhren und so weiter, das ist ja allgemein bekannt. Aber wie löse ich denn dieses System so ein bisschen auf, damit es nicht noch höher geht? Also selbst wenn ich die Chance habe und denke in dem Moment, okay, du antwortest gerade auf was, was ich überhaupt gar nicht, also was ich gar nicht ausdrücken wollte, wie komme ich denn da wieder raus?
SPEAKER_01Erstmal ist die Frage, was ist denn jetzt mit dem Urlaub so unkonkret, dass du sozusagen den Raum eröffnest für eine Scheißantwort, sag ich mal. Du hast nicht, nee, du hast nicht gefragt, hast du das und das schon gebucht oder ne, also was konkretes sozusagen und dann wäre interessant, ob vorher die Verantwortlichkeiten geklärt waren. Also habt ihr euch abgemacht, okay, ich mache übrigens Hotel und du machst die Flüge. Oder müssen wir uns erstmal zusammensetzen, wo wir überhaupt hinwollen? Und dann müssen wir das irgendwie ein bisschen ausdealen, ne? Wer will an den Strand, wer will in die Berge? Gibt's vielleicht beides? So. Und so allgemeine Fragen, die so viel Raum geben, da wird dann oft auch der Raum genommen, sozusagen. Also es findet ein Raum statt, in dem was ganz viel rein interpretiert werden kann, die vier Ohren. Also derjenige kann dann hören, hast du dich schon wieder nicht gekümmert. Und wenn man, deswegen habe ich zu Lorraine vorhin gesagt, da ist auch ein bisschen die Frage, wann fragt man nach dem total schönen Liebesabend, beide im Bett, total glückselig. Und was ist denn eigentlich mit Urlaub? Ich schwöre dir, du kriegst eine andere Antwort. Ja?
LoriAls beim Abwaschmüll rauszubekommen. Ja, oder sowas, ne?
SPEAKER_01Gerade von der Arbeit gekommen und da wurde schon oder wurde sie schon tausend Sachen gefragt und man ist eigentlich schon, es steht einem schon ganz weit oben und dann will noch jemand mir sagen, ich habe mich wieder nicht gekümmert. Wenn du aber konkret bist oder fragst, du, ich merke,
Konkreter Werden: Urlaub Als Testfall
SPEAKER_01also das klingt jetzt so psychomäßig, aber es hilft so ungemein. Ja, nein, ich meine auch für euch, ich habe auch manchmal in der Praxis so dieses Jahr Ich-Botschaften. Ja, ich finde, du bist ein Arsch. Ist auch ein Botschaften. Also ich will es nicht übertreiben mit diesen, aber wenn wir mal übertreiben wollen und nur dieses Beispiel nehmen, ja, also ihr wollt einen Urlaub, irgendwie ist alles noch ein bisschen unklar und du willst jetzt dein Partner mal ein bisschen mit einbeziehen und willst jetzt mal was planen. Du willst konkret werden, du hast Angst, die Flüge sind bald ausgebucht oder so, ja. Dann hättest du die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen ein bisschen abzuchecken. Also nicht gerade noch, wenn er sich die Jacke auszieht oder wenn er gleich los muss, sondern irgendwie einen ruhigen Moment. Und dann zu gucken, dass du erstmal von dir erzählst und sagst, du, ich brauch mal deine Ohren, hör mal kurz zu. Ich merke, dass mir das total Druck macht und ich Angst habe, dass wir die Flüge nicht schaffen. Und ich will so gerne mit dir in den Urlaub. Ich sehe uns da schon am Strand liegen und ich freue mich so drauf. Und ich habe Angst, dass du es vergisst oder dass wir uns da nicht gut absprechen. Und das will ich, dass es nicht passiert. Was können wir machen? Wann können wir uns mal dazu zusammensetzen mit Stift und Zettel und dann hauen wir mal alles auf den Tisch, wer was will, wann können wir das mal besprechen. Das klingt so ein bisschen wie in Watte gepackt, aber der andere hat plötzlich die Möglichkeit und sagt, ach so, du hast Angst, dass sie flüge. Da habe ich schon längst. Richtig, weil die Unterstellung, du hast dich bisher noch nicht darum gekümmert und jetzt müssen wir aber mal. Da kommt sofort die Abwehr. Also das ist wie, wenn dich jemand nett, aber kritisiert, da geht dein Körper eigentlich, so wie er es gelernt hat, immer gleich in die Abwehrposition und man will sich rechtfertigen. Ja, aber, oder ach, na, das sagst du mir, ja. Also wir kommen gar nicht auf die Idee, irgendwie zu gucken, könnte man damit was machen, was der andere gerade gesagt hat. Man ist dann gleich so bedient, ne? Und reagiert so nach seinem Muster, weil man merkt, okay, das kriegt man nicht.
LoriUm in dem Beispiel zu bleiben, das ist ja jetzt eine wirklich superschöne Kommunikation.
TineAber es ist eher präventiv, ich möchte ja nochmal sagen, dass ich ein bisschen auf der Suche bin nach Interventionsmöglichkeiten gekommen.
LoriDas wollte ich nämlich gerade sagen. Das ist jetzt, also Tine, ich spreche dich jetzt an auf den Sommerurlaub und du bist aber noch. Also du hattest einen beschissenen Tag und ich habe jetzt irgendwie auch noch einen Folgetermin und aber irgendwie schleift sich dieses Thema jetzt schon über ein paar Wochen. Also wir müssen jetzt auch mal endlich langsam zu Potte kommen.
TineOh, das nimmt das als Einstiegsatz.
LoriIch glaube, das wird richtig gut dann.
TineSie fuhren nicht mehr in den Urlaub.
SPEAKER_01Ende der Geschichte.
LoriNein. Dann kommen wir wieder zum Stinkstiefelspruch und Liebe für dich heute leider, nein, leider gar nicht. Nein, aber diese Rahmenbedingungen, sich so zu schaffen, das hat ja mit ganz viel Reflexion zu tun. Also das huh, wie bin ich gerade drauf, wie ist meine Tonlage, was läuft im Hintergrund? Ist der Rest meiner Familie gerade versorgt, kurz auschecken, wie ist Tine drauf? So ein bisschen Sensibilität. Und das klappt jetzt aber nicht. Und dann geht es eben in die Hose und dann stecken wir mittendrin. Und dann stecken wir mittendrin. Und es ist jetzt der Punkt, Luise, dass einer von beiden einfach wirklich der Fairnesshalber sagt, wir kommen hier gerade echt nicht weiter und bevor diese Abwärtsspirale sich weiter dreht, lass mal einen Cut machen. Lass uns dazu verabreden. Oder ist es der Typ, ohne dass Tine so ist, aber Tine setzt jetzt die Hörner auf und sagt, nee, ich will das aber unbedingt jetzt heute geklärt wissen. Du hast ja angefangen, also wenn dann willst du es geklärt wissen. Ich habe gedacht, das wusstest du jetzt nicht mehr. Das ist immer so, dass ich die Dinger immer unterstützen, wenn du immer und nicht sagst.
TineDas ist richtig gut. Immer und nie. Immer noch nichts zu tun. Kennt ihr die? Ja, das ist ja auch nicht.
LoriJa, und so wird verboten, ist bei uns verboten. In eurer Beziehung habt ihr das verboten? Ich habe das, wir, weiß ich nicht, aber ich bin nicht.
TineIch habe irgendwann mal, ich habe das mal, ich habe mal irgendwann mit einer Freundin darüber gesprochen und wir haben festgestellt, dass immer und nie wirklich super unfair sind, weil das ja eigentlich nie so stattfindet. Und deswegen habe ich so statt.
LoriNie, so stattfindet. Nie, nie. Aber das finde ich total cool.
TineUnd deswegen habe ich das in allen Bezirken.
LoriWenn wir unseren Podcasts hört und ich grinse immer darüber, dass wir ganz oft Mann und uns dann immer korrigieren und sagen, ah, nicht Mann, ich. Und das, also so privat, aber warte, jetzt hier, nee, nee, nee, die Tür ist noch nicht online. Auf der Nummer kommst du nicht raus. Also wir stecken da jetzt so drin, ne? So, und jetzt aus dem Nebenzimmer kommst du oder Papa, gleichberechtigt beide. Oder der Hund signalisiert, Entschuldigung, also lauf jetzt hier gleich über, können wir mal. Wie kommen wir jetzt aus der Nummer raus, ohne dass das so ein Streit wird, der sich über Tage zieht, der auf die restlichen Familienkinder überschwappt. Wie ist es nett, respektvoll und trotzdem gesund, auch am Ende für einen selbst? Frau Sommer Urlaub, so gesund, also klingt gesund für einen selbst doof oder ist das so ein Selbstschutz, weißt du? Nee, ich bin einfach ganz gespannt auf die Antwort. Also wie sie denkt sich, oh Mm-Kanke.
SPEAKER_01Sie ist super komplex, die Frage, weil du mehrere Fragen in einer Best bist.
TineAlso, eigentlich wollen wir, wir wollen eigentlich nur wissen, was kann ich machen, wenn ich schon drin stecke?
SPEAKER_01Rausgehen.
TineEs ist tatsächlich.
SPEAKER_01Also, es kommt drauf an, was, wenn dein Ziel war, jetzt wirklich den Urlaub zu buchen, dann müsste man spätestens an der Stelle feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering geworden ist jetzt, dass man gemeinsam diesen Urlaub bucht, also zu dem jetzigen Zeitpunkt. Und dann muss da Luft dran. Und man kann sich verabreden und sagen, wenn man merkt, der andere ist ein bisschen leerarm, dann sagt man, dann mach mir einen Vorschlag, wann wir uns dazu nochmal hinsetzen. Also man kann miteinander verbleiben, dass noch mehr Druck ausgeübt wird, wenn der andere schon in Abwehrhaltung ist oder sich das Gefühl hat, das ist mir jetzt alles zu viel, dann bringt es einfach nichts. Und sowas ist ja aber ein ganz normaler Ablauf, den jedes Paar kennt. Das ist das, was wir in Partnerschaften, was uns begegnet, ist nicht die offene Zahnpassatube, die dreckigen Socken, die irgendwo liegen, oder irgendwas, was doch nicht eingekauft wurde, oder das Kind, was zu spät abgeholt wurde, was den Partner irgendwie stört, weil denk doch bitte daran, das pünktlich zu machen. Es sind die Sachen, die darunter liegen, um die wir kämpfen. Es sind nicht die oberflächlichen Sachen, die wir aber besprechen. Wir sagen, warum hast du denn nicht daran gedacht, meine Lieblingsmilch zu kaufen? Oder so? Und der Partner sagt, ja, habe ich einfach vergessen. So, da ist ja nichts gelöst, wenn man sagt, wenn du vergisst, meine Lieblingsmilch zu kaufen, obwohl ich es dir so oft gesagt habe, dann habe ich das Gefühl, du magst mich nicht mehr. Oder du hast mich vergessen. Ich bin nicht mehr, ich finde nicht mehr statt in deinem Leben. Dann hat der andere wieder die Möglichkeit, was? Nee, ist überhaupt nicht so. Ich kann es dir sagen, als ich an dem Regal stand, ist mir eingefallen, ich muss ja für meine Mutter noch und dann war ich einfach total raus. So, also das hat eine Chance bekommen, dass man sich besser versteht und sich nicht nur diese Sachen so an den Latz knallt. Jetzt räumen da mal endlich deine Sachen weg oder hast du schon wieder das hier liegen gelassen oder so. Das, was ich immer so kennt, genau, sowas.
LoriImmer, ja. Immer. Immer.
SPEAKER_01Weil du nie was machst. Richtig. Ja, und sowas, also das ist, das ist ja allein, das Verhandlungsgeschick nützt einem ja selbst. Also man müsste einfach selbst, hat man ja ein großes Interesse dran, seine Ziele zu erreichen. Und wenn es ist, mehr Unterstützung zu bekommen vom Partner oder von der Partnerin, dann machst du es nach der besten, nach deinen besten Möglichkeiten, mit der größten Chance, da auch Erfolg zu erzielen. Dein Partner ist ja nicht dein Gegner. Das ist leider was, was ich eine Dynamik, die sehr oft bei mir in der Praxis sitzt, dass ich aneinander abgearbeitet werden wird. Schon seit Jahren.
Tiefere Ebene Hinter Alltagsstreit
SPEAKER_01Wir sind seit 18 Jahren verheiratet. Aber er macht immer noch immer das. Oh, und sie. Und dann frage ich, seit wann ist denn er oder sie so? Ja, da habe ich den schon kennengelernt. Ich so, wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dann jetzt noch ändert? Ja, gar nicht. Ich so, dann lasst es doch. Hört doch auf, den anderen verändern zu wollen. Das ist eine Nullnummer. Keiner wird den anderen, keiner kann im Leben eine andere Person verändern. Nie.
LoriDas ist das, was wir in der letzten Folge hatten.
TineAh, nee, in der vorletzten schon, ne?
LoriWo wir eben darüber sprachen, dass ja auch so Kinder so eine Partnerschaft beeinflussen und wie froh. Also ich für mich zum Beispiel war, dass wir Türklinken, Fensterrahmenfarbe, Fassadenfarbe besprochen haben, bevor Kinder Schlafmangel und auch so eine Aggressivität aufwendig haben. Ja, weil es wie dann die Türen und Türklinken aussehen wird. Sie hat keine. Dann könnte man ja nicht schmeißen. Nee, aber also ich komme wieder zu dem Thema Selbstreflexion, weil du hast schon wieder nicht meine Milch gekauft. Aber du hast recht, Luise, dahinter ist die Botschaft, ich trinke diese Milch so gerne, warum hast du sie mir nicht mitgebracht? Du müsstest darum. Warum denkst du nicht an mich? Okay.
Patchwork-Dynamiken & Loyalitätskonflikte
LoriIch fand dieses eine Thema als Frage fand ich gut.
TinePatchwork, du wäre das gewesen, was ich gefragt hatte. Als wir vorhin nämlich Kinder hatten, dachte ich schon, Mensch, ja, das ist ja mal das eine, wenn man nur über sich zu zweit spricht und mit sich selber irgendwie zusammenarbeiten muss. Dann hatten wir letztes Mal bei dir schon, wenn dein Kinder dazukommen. Aber was nämlich auch gefragt worden ist, war nämlich genau ja dein Gebiet, was du vorhin schon mal erwähnt hast. Wie ist es dann, wie verändern sich Dynamiken und wie verändert sich Kommunikation, wenn man also auch noch Kinder, Bonuskinder sagen ja viele, ne, Bonuskinder dazu bekommt, die man ja im besten Fall gleichberechtigt behandeln möchte, wenn man auch zusammen wohnt. Also wie geht man da am besten um? Worauf sollte man achten, worauf vielleicht nicht so.
SPEAKER_01Was sollte man sein lassen? Im Hinblick auf die Kinder oder auf die Punschwörpen mit Glieder und genau, also ich hätte tatsächlich ein konkretes Beispiel.
LoriPartnerschaft, er hat eine Tochter mitgebracht. Und die Tochter ist jetzt im pubertären Alter und macht die neue Partnerin indirekt dafür verantwortlich, dass biologisch Mama, biologisch, Papa sich getrennt haben und arbeitet sich unweigerlich an der neuen Mutter ab, im Sinne von Du hast mir sowieso nichts zu sagen, versucht auch in diese neue Beziehung dazwischen zu gehen. Und wenn die Tochter nicht bei den beiden ist, sind die total okay miteinander, sehr harmonisch. Aber sobald das Kind fürs Wochenende Woche da ist, zieht sich die Frau zurück, weil sie sagt, ich will keine Angriffsfläche mehr geben, ich mache auch keinen Urlaub mit euch gemeinsam, ich möchte dort für euch so nicht stattfinden. Ich akzeptiere und respektiere euch. Also da ist wirklich richtig. Also Puppattier-Alarm nochmal drei Stufen stärker, als wir es in Phasen sowieso schon erleben. Und die Frage, die gestellt wurde, ist: Wie kann ich meinem Partner wissen lassen, dass ich ihn und seine Tochter liebe und so akzeptiere, respektiere, obwohl mich das Kind immer in Misskredit bei ihm stellt.
SPEAKER_01Ja, das ist eine sehr komplexe Sache, weil in dem Moment, wo sich eine Patchwork-Familie bildet, am besten dann auch noch jeweils Kinder, die dann noch dazu kommen von den neuen Partnern, dann wird es ja immer größer anderer complexer. Ganz ausschlaggebend is wie gehen die Eltern, die biologischen Eltern miteinander um. Also vorher, was hat das Kind vorher mitgekriegt? Vorher die Partnerschaft erlebt, die Beziehung, wie unruhig war es, wie wertschätzend war es noch? Und wie wird die jetzt, also wie findet die Kommunikation jetzt statt? Denn das, was man an den Kindern dann merkt, ob sie jetzt auch noch zusätzlich in der Pubertät sind, was nochmal herausfordernd ist für diesen Menschen, das sind meistens nur die Symptomträger. Also kein Kind kommt auf die Welt und hat vor, gegen einen Erwachsenen zu sein oder eine Rolle in Frage zu stellen. Aber als Jugendlicher bist du sowieso in so einem Identitätssuchkonflikt. Also du bist da voll in so einem Modus, wo du nicht richtig weißt, okay, jetzt abgrenzen. Nee, doch nicht. Ihr seid alle doof, aber ich brauche euch alle. Das ist sowieso schon so, ne, Baustelle überall. Und wenn dann noch dazu kommt, dass dir deine Eltern nicht vorgelebt haben, dass man wertschätzend miteinander ist, auch wenn man sich gerade nicht gut versteht, dass man Konflikte irgendwie lösen kann, dass es doch irgendwo auch eine Harmonie gibt. Meistens passiert, wenn sich Eltern trennen und Kinder dann in den Familien hin und her wechseln, Folgendes, dass die Eltern, wenn sie auseinandergegangen sind, trotzdem noch die alte Rechnung begleichen wollen. Diese alten Streitmuster, alte Wunden werden nochmal. Also sobald das nicht jeder für sich bearbeitet hat, wird darüber abgearbeitet bis zum Get-Now. Und das kriegen natürlich die Kinder auch mit. Und die werden dann sozusagen wie so ein Verstärker. Wie so eine sensiblen Wesen, die so das alles indirekt mitbekommen und müssen das irgendwie verarbeiten und müssen damit was machen. Das ist sozusagen ich kenne ja jetzt die Familie nicht, aber die Fragen wären interessant. Wie ist das Verhältnis zwischen den biologischen Eltern? Wie ist der Kontakt zwischen den beiden? Wird gut übereinander gesprochen? Jeweils in Abwesenheit des anderen dann auch miteinander, also Telefonate, hast du das schon wieder vergessen? Das Ding ist, ich habe für manche Paare, die so, ja, aber er ist einfach furchtbar und ich will da mein Kind eigentlich gar nicht hingeben. Ich lasse mir gerne dann so ein Kinderbild mitbringen, was ich auf den Tisch lege und dann habe ich so ein halbes Bild von einem Monster ausgeschnitten. Und dann lege ich das halbe Monstergesicht auf das Kind drauf und erkläre dann, das Kind ist zur Hälfte Mama und zur Hälfte Papa. Und wenn sich einer der beiden super negativ über den anderen auslässt, dann steht für das Kind fest, diese Hälfte ist nicht in Ordnung. Also ich bin nicht in Ordnung, da stimmt was nicht mit mir. Und dann kommt es in diesen Konflikt, manche greifen dann Partei oder so, ne, red nicht so mit Mama oder gibt sie unter, manche ziehen sich zurück, manche fangen an, wieder einzupulern oder kriegen irgendwelche, ne, wird in der Schule schlechter, die Sensoren wären schlechter oder es wird sich gekloppt. Also irgendwo muss es ja auch hin. Wenn verbale Gewalt oder wenn so eine Disharmonie so ständig da ist, dann muss ja das Kind auch was damit machen. Und selten setzen sich die Eltern hin und sagen, du, mir fällt das gerade so schwer, irgendwie, wenn wir was zu klären haben, ruhzusprechen oder ne, also man beziehen ja die Kinder gar nicht mit ein. Bis zu einem gewissen Grad sollte man es auch nicht, aber wenn sie jetzt 14, 15, 16 sind, kann man sich auch mal alle hin zusammensetzen und irgendwie nach Lösungen suchen. Aber es ist ja mehr was, was zwischen den Eltern dann stattfindet und was mehr ein Gegeneinander ist als ein Miteinander. Der Weg dahin ist super schwer, weil so viele Darsteller sozusagen in diesem Stück mitspielen. Und weil es so abhängig ist von allen Teilnehmern, wie sie sich verhalten. Also man könnte jetzt der neuen Partnerin sozusagen nicht einfach nur raten, ja, immer rein, da schaffst du schon, musst du einfach Selbstvertrauen haben. Es ist auch super abhängig von dem Papa, wie er damit umgeht, in Bezug auf das Kind und auf die Ex-Partnerin. Weil da kommt es wahrscheinlich her. Das ist nichts, was sich das Kind selbst ausdenkt. Irre.
TineJa, sehr komplex. Ich würde die Komplexität noch erhöhen wollen, weil das ein Thema ist, was mir in der Schule oft begegnet, die Konstellation, dass in Patrick-Familien wahrscheinlich naturgemäß ein Kind ja pendelt und ein Kind ist ja konstant vielleicht da oder wechselt nur am Wochenende, sodass also eins ja den Dauerwohnsitz vielleicht bei Mama hat und wechselt zu Papa und das andere ist genau andersrum.
SPEAKER_01Meinst du zweimal aber die Kinder von den leiblichen Eltern oder wenn noch die Patchwork-Familie selbst ein Kind hat, dass das immer da ist?
TineUnd ich würde mich für und entscheiden. Ich meinte Variante 1, aber ja, stimmt, daran habe ich noch gar nicht gedacht, dass
Pendelkinder: Zugehörigkeit Schaffen
Tinedie ja vielleicht auch gemeinsam noch ein Kind haben. Aber es kann ja auch sein, dass, keine Ahnung, bei der Partner von jemals jetzt das Kind gar nicht hat, nicht sieht, aus irgendwelchen Gründen und sie wirklich konstant bei Mama und dem neuen Partner lebt und das Kind von Papa, also vom neuen Partner, aber quasi pendelt. Wie schafft man das, dem pendelnden Kind irgendwie trotzdem das Gefühl zu geben, dazuzugehören?
SPEAKER_03Indem dieses Gefühl da ist. Man nimmt es so an, dass es so ist.
SPEAKER_01Das ist nichts, was man erzählt oder wo man jemanden überzeugen muss. Also grundsätzlich ist es ja so, dass unsere Kinder entstehen aus dem und bilden sich aus dem, was wir ihnen vormachen, nicht, was wir ihnen. Wir können die tollsten, was ich schon für Monologe gehalten habe. Und über Wertschätzung und über das, über das. Bringt gar nichts, wenn du zehn Minuten später am Küchenfenster stehst und über die Nachbarin lästerst. Was willst du denn dem Kindern erzählen? Und wenn du in der Schule und dann setzt sie dich schön durch und dann sagst du mal einen Spruch zurück, wenn die dich ärgern, ja, aber selber mache ich das auch so oder bin ich vielleicht auf Arbeit genauso und setze mich nicht für mich ein? Also das, was zu Hause wahrgenommen wird und wenn dieses pendelnde Kind wahrnimmt, dass das Nest, in das es zwar unregelmäßig oder nicht dauerhaft ist, aber dass das Nest warm ist und dass da Menschen sind, dass es wertschätzen und lieben und sich darum kümmern, stellt sich gar nicht die Frage, für das Kind bin ich hier gewollt. Trotzdem ist natürlich, möchte ich nicht sagen, es ist für kein Kind auf der Welt geil hin und her zu wechseln. Das ist ein Kack für alle Kinder, weil es nichts beständig ist. Die können nie den Koffer mal ordentlich ausräumen. Es gehen Sachen verloren. Die müssen an noch mehr Sachen denken. Die sind spätestens in der Schule, die begegnen es wahrscheinlich oft. So was, wo ist denn dein Lineal, oh, das muss bei Pap oder Sportbeutel. Das sind so die kleinen Sachen, ja. Auch die Eltern untereinander. Ist jetzt die Brotbüchse bei dir? Ich habe doch letztens erst die teuren Schuhe gekauft. Sind die jetzt bei deinem Vater? Kannst du dir das nächste Mal mitbringen? So und dann. Und das ist so das, was für das Kind schon super, super schwer ist. Und dann kann man das nur unterstützen, indem es Nester hat, indem es sich wohl und geborgen fühlt.
TineMacht das zum Beispiel Sinn? Also klar, was man vorliebt, ist schon klar, aber es wäre natürlich cool, wenn man so ein paar Eckdaten hat, wo man sagt, okay, also daran sollte man auf jeden Fall denken. Ich könnte mir vorstellen, dass es zum Beispiel wichtig ist, dass es auf jeden Fall einen eigenen Rückzugsraum gibt. Ich will jetzt nicht gleich sagen, ein eigenes Zimmer, aber wenn Kind 1, was beständig da wohnt, ein eigenes Zimmer hat und das Pendelkind, ich nenne es jetzt mal Pendelkind, ich hoffe, ihr wisst, wie ich es mache. Das Pendelkind nicht, kann ich mir vorstellen, dass das zum Beispiel schwierig ist. Genau.
SPEAKER_01Also das wäre jetzt, je nachdem, wie alt das Kind ist, aber das wäre schön, weil das auch heißt, hier ist dein Rückzugsort, Privatzug, hier ist das, genau, hier ist das, was auch sauber gemacht wird, wie die anderen Räume auch, weil du hier wohnst und so. Und das ist dann, dass es einen Platz für dich gibt. Es gibt auch Patchwork-Familien, die, da verlassen die Kinder die Wohnung nie, ne? Sondern die Karte. Oder irgendwie so, ne, wo die Eltern gehen. Genau, also es gibt die unterschiedlichsten Lösungen und die unterschiedlichsten Lösungen bewirken entweder was total Gutes oder ganz Schlimmes. Also es gibt Kinder, die werden in die Flugzeuge gesetzt und dann von einem zum anderen geflogen. Also das ist, das muss jede Familie für sich rausfinden, was am besten funktioniert. Und die besten Hinweise geben eigentlich die Kinder, indem sie auch danach aussehen, als ob sie es gut schaffen, dass dieser Wechsel so und so ist.
TineGut, jetzt hattest du selber in deiner Nachfrage zu meiner Frage schon ein nächstes Thema mit angeschnitten. Und zwar, jetzt bin ich also eine Patchwork-Familie, beide haben vorher schon ein Kind gehabt, die pendeln beide hin und her, die Kinder. Und jetzt kommt noch der schöne Anlass eines gemeinsamen Kindes dazu. Wie, A, wie verkaufe ich den beiden Pendelkindern? Ich bleibe bei diesem Begriff, ich finde ihn irgendwie witzig. Alle Kinder da draußen sorry, wenn die nicht witzig findet.
LoriDoch, genau so bist du. Ja.
TineImmer das gleiche mit mir, ne? Wie nimmst du Rücksicht auf die anderen? Immer sagst du das so. Also A, wie vermittle ich das jetzt am besten? Also wie gehe ich da möglichst sensibel um zu erzählen? Passt auf, also ihr seid bald zu dritt oder zu fünft oder wie auch immer es denn Kinder sind. Und wie schaffe ich die Balance zu halten, dass alle Kinder sich auch trotzdem gleichwertig behandelt fühlen? Ich weiß, jetzt wirst du wieder sagen, naja, erzählen kann ich viel. Ich sehe es schon in deinem Gesicht, dass du das sagen möchtest. Aber
Gemeinsames Baby: Erwartungen Loslassen
Tinewir sind Freunde von Anleitungen. Von Hinweisen.
LoriJa, von praktischen Hinweisen. Ich glaube, dass also praktische Hinweise deswegen, weil man ist ja oft so verzweifelt in diesen Situationen. Das Bonuskind schließt mich aus oder er bringt mir die Milch nicht mit oder sie hat mein Hemd nicht rechtzeitig gewaschen. Präventiv geht immer viel, aber in dem Moment, was fühlen die Kinder? Wie gibt man denen das so mit, oder? Was sie sagt.
SPEAKER_01Ich glaube, also sollte man jetzt schwanger mit dem neuen Kind, ne? Und du willst jetzt sozusagen die Situation haben, wie bringe ich den Kindern bei. Ja, das jetzt nochmal. Wie kriege ich das jetzt irgendwie integriert, ja? Auch da wäre wieder schön, dass man erstmal sich selbst fragt, was ist denn die Erwartung? Weil wenn die Erwartung ist, die sollen sich drauf freuen. Wie verrückt. Dann sagst du jetzt schon, wird nicht besser. Da kann man erstmal eine Stunde Coaching nehmen irgendwo und sich damit auseinandersetzen, weil die Erwartung darfst du nicht haben. Das spüren Menschen.
LoriAber das ist gemein, Luise, weil das ist doch genau das, was uns die Gesellschaft so, boom, du bist schwanger und boom, alles gut. Natürlich. Und es wird ganz viele Menschen geben, die sich freuen. Doch unweigerlich würde ich, glaube ich, diesen Wunsch ganz indirekt in mir drin, so ganz gut. Ganz indirekt.
SPEAKER_01Also diesen Wunsch hasst man doch. Natürlich hast du den. Und das ist ja auch, das ist völlig okay. Und am liebsten hätte man ein Leben, wo man sich nie streitet, wo alle gut miteinander sind, es keine Kriege auf der Welt gibt. Und dann kommt die Kehrseite, wir sind alle Menschen. Und auch diese negativen Gefühle bestehen auch was aus was und haben auch Platz. Also in dem, wo du so viel Abstand wie nur möglich von den Erwartungen weggehst, desto mehr Raum hat der andere auch reagieren zu können. Ich rede jetzt nicht von, sag dem Dreijährigen, das kommt ein Baby, da kannst du dann Ei und da kommt dann ein, oh, und da kommt ein kleines Baby raus. Der wird wahrscheinlich jetzt noch nicht Platzangst haben oder so. Was ist dann mit mir? Oder der darf aber immer hier bleiben und ich muss immer hin und her wechseln. Aber wenn du mit deiner Erwartung ein bisschen zurückgehst, du sollst dich nicht freuen, dass du schwanger bist.
LoriNicht freuen, so.
SPEAKER_01Nicht nicht freuen, du sollst dich nicht nicht freuen, du kannst es mit allen Zügen genießen, aber es ist eine Situation geschaffen worden, wo es Raum dafür geben muss, dass die, die es erfahren, in diesem Falle dann die anderen Kinder, sich nicht sofort freuen müssen. Und es wäre auch okay, wenn die sich länger nicht freuen. Wir haben ja neun Monate Zeit. Ja, aber dann freuen wir in drei Geburtstag. Und in dem Moment, wo du ein bisschen zurückgehen kannst und das sozusagen in Betracht ziehen kannst, dass egal welche Reaktion, die ist okay, dann gibt es da auch mehr Entspannung drin. Dann ist da nicht so ein Druck dahinter.
TineAber kannst du das, Tina? Ich, die immer atmet, klar. Also weil ich es nachvollziehen kann, weil mir das so erklärt, logisch, wenn du eine Unterhaltung anfängst und weißt eigentlich schon, was du eigentlich möchtest, wie der andere reagiert. Das muss ja nicht nur in diesem Thema sein. Aber es ist doch völlig logisch. Du erzählst zu Hause, oh, weißt du, was ich jetzt ganz Großartiges mache und ich freue mich schon so. Und für den anderen ist es aber eine Einschränkung. Dann wird der nicht sagen, na, das ist aber fein. Weißt du?
LoriGenau, das meine ich, dass es so schwer ist im Alltag, diese Bedürfnisse, nicht Bedürfnisse, Erwartungen.
TineDas mischen sich dann beide Themen. Ich kann schon weiter zusammen.
LoriUnter Umständen zu nehmen, um dem anderen mehr Raum zu geben, um selbst dann auch nicht so doll enttäuscht zu werden, das ist eine krasse Kunst. Das ist ja totale Selbstbeherrschung.
TineDurch jemanden, der dir da vielleicht helfen könnte.
SPEAKER_01Ja, und nicht Beherrschung, sondern je besser du dich selbst kennst und weißt, mit welchem Rucksack du so durchs Leben gehst und warum du welchen Rucksack aufhast und bei welchen Menschen du was dahin rausholst oder auch nicht, das ist gut für dich zu wissen. Und du nimmst dich nicht zurück, damit der andere Platz hat. Du richtest dich auf was ein, du stellst dich, du kennst dich, deine Erwartung und deine Empfindung und alles, was dazu gehört, einfach so gut, dass du einen kleinen Raum für dich schaffen kannst. Es kommt dir jetzt Gute, wenn der andere besser reagieren kann. Und wenn die Kinder von sich aus dann sagen, ja, und kann ich mal gucken, hast so ein Foto vom Arzt, ja, na klar, hier. Aber dafür musst du erst den Raum in dir schaffen. Und wenn du, du hast das Wort enttäuscht gesagt, das ist ein super Wort. Wer sagt, ich wurde ganz doll, du hast mich enttäuscht, jetzt ist meine Kamera ausgegangen. Meine geht auch gleich aus. Wenn du sagst, du hast mich enttäuscht, kann man eigentlich sagen, herzlichen Glückwunsch. Dann erliegst du nicht mehr dieser Täuschung. Also du hast dich täuschen wollen mit was. Andere Menschen können uns nicht enttäuschen. Wir projizieren auf andere etwas rauf oder wir projizieren etwas rein, weil wir uns das so wünschen, weil wir uns, weil das so wichtig für uns wäre. Und dass der andere das gar nicht vielleicht geben kann oder nicht will. Das rechnen wir nicht mit ein und dann ist die Enttäuschung super groß. Und dann sagt man dem anderen, du hast mich enttäuscht. Kann auch der andere nichts dafür, dass du den Plan hattest, ich wollte aber mit dir verheiratet sein, bis wir 102 sind. Und jetzt verlässt du mich. Ich bin enttäuscht von dir.
LoriKrass. Mann, ich würde sich selbst. Also wollte ich. Ja, ich würde gerne noch so zehn Stunden weiterquatschen, weil wir auch gar nicht viel geschafft haben. Aber ich, also eine Frage brennt mir unter den Nägeln und ich weiß nicht, ob du sie mir beantworten kannst, darfst oder möchtest. Gab es schon Paare, die so scheiße zueinander bei dir in der Beratung waren. Ja, dass du gesagt hast, Leute. Ich wollte nicht ja. Bitte, bitte, bitte, bitte trennt euch.
SPEAKER_01Diesen Satz gab es bisher noch nie in der Form und wird es auch nie geben, weil eine Paartherapie nicht daraus besteht, dass ich entscheide, was die machen. Ich kann mit ihnen den Weg beschreiten, dass es einfach eine logische Schlussfolgerung ist, weil sie merken, da geht es nicht weiter. Und eine erfolgreiche Paartherapie kann auch total eine Trennung sein. Absolut.
LoriDas muss nicht immer bedeuten, dass man verstanden und total akzeptiert. Und es ist auch richtig, dass die Erkenntnis bei dem. Ja, ich will das, aber das weißt du, alles, was vor dem Aber ist, kannst du nicht eigentlich. Das kannst du immer löschen. Dritte Ohr.
Trennung Als Mögliches Gute Ende
LoriHast du für dich innerlich schon mal gedacht, meine Fresse, ey. Euer Ernst. Also, Mann, du weißt, also du weißt es doch auch. Okay, komm. Nein, nein, nein. Nein, wir machen es anders. Ich will Luise jetzt auch gar nicht in die Gelegenheit bringen, weil wir haben sie ja heute tatsächlich als Coachin und Paartherapeutin in unserer Folge gehabt. Und das finde ich also super tief. Und was wir gelernt haben, Tina, es ist vielseitig, es ist Selbstreflexion, es ist Bedürfnisse kennen, es ist Kommunikation und es ist einfach richtig viel Arbeit. Ja, voll.
TineAber wir wissen noch gar nichts von Luise als private Person.
LoriIch habe so Bock. Diese Antwort als Luise im Freundeskreis. Kennt ihr das so, wenn du Paare dir gegenüber sagen und lesen, Alter bitte.
SPEAKER_01Man wünscht ihnen die Trennung, damit sie endlich ein Glück liegt.
LoriUnd deswegen, Luise, ist hier unsere Einladung. Wir möchten dich nochmal in unserer Folge haben mit der Kaffeetasse, anstatt mit dem Notizbuch.
TineOh, das war ein schönes Bild. Ja, das macht wirklich sehr.
LoriAuf den Kaffee komme ich auch zurück dann. In diesem Sinne, vielen Dank, dass ihr da draußen in dieser wahnsinnig langen Folge und sie schon Ja gesagt eigentlich? Hat sie. Hat sie? Ja, ich will. Nee, habe ich nicht. Habe ich nicht. Hast du richtig? Kommst du? Ja, ja, ja. Dass ihr uns da draußen so lange zugehört habt. Und das letzte Wort hat Heutine. Habe ich gerade beschlossen.
TineIch mag, wenn sie so spontane Entscheidungen tut. Das macht sie immer total schön. Ja, also wir danken euch ganz doll für eure Fragen, auch wenn es uns letztes wir nicht alle beantworten konnten heute. Aber ich glaube, das war ein ganz guter Einblick und eventuell waren es auch Dinge, die uns selber super dort interessiert haben. Von daher doppelt Danke. Wir freuen uns auf die nächste Folge, von der wir noch nicht verraten, worum es gehen wird, und auf
Ausblick & Einladung Zur Fortsetzung
Tinedie Folge, in der wir dich zum nächsten Mal bei uns haben. Und ja, verabschieden uns und wünschen euch ein wunderschönes Wochenende. Danke auch.
LoriDanke, Gewise, dass du da warst. Dankeschön. Tschüss! Tschüss!
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