#ECHTJETZT | Realtalk Podcast
🎙️ #ECHTJETZT – der Realtalk Podcast, der sagt, was Sache ist!
✨ Ehrliche Gespräche. Kein Filter. Echte Momente. 🙌
#ECHTJETZT ist der Alltagspodcast für alle, die keine Lust auf Oberflächlichkeit haben. Tine und Lori sprechen unverblümt über das, was das Leben wirklich ausmacht — von Familienchaos über Freundschaft bis hin zu den Themen, über die sonst niemand laut redet.
Was euch erwartet:
Zwei Frauen. Zwei Perspektiven. Ein Podcast, der Humor und Tiefgang verbindet. Ob persönliche Geschichten aus dem Alltag, ehrliche Gedanken zu Gesellschaft und Gefühlen oder Anekdoten, bei denen ihr euch garantiert wiederfindet — bei
#ECHTJETZT ist jede Folge ein echtes Gespräch unter Freundinnen.
Tine und Lori nehmen kein Blatt vor den Mund. Sie teilen ihre Höhen und Tiefen, lachen über die absurden Seiten des Lebens und scheuen sich nicht vor den unbequemen Fragen. Authentisch, ehrlich und immer auf Augenhöhe.
Für alle, die sich fragen: Geht das nur mir so? — Nein, tut es nicht. Und genau das zeigt dieser Frauenpodcast in jeder Folge. Neue Folgen regelmäßig verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.
🎧 Also: Kopfhörer rein, #ECHTJETZT an – und mitten drin sein, wenn Lori & Tine das echte Leben auf den Tisch packen.
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🧭 Übergang ohne Panik - was bedeutet das Ü7-Verfahren? 📚
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🎙️ #ECHTJETZT – der Podcast für alles, was uns wirklich bewegt! 🙌
Willkommen in eurem neuen Lieblingsformat, gehostet von Christine „Tine“ Bäker und Loreen „Lori“ Tirado – zwei Frauen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und über genau das sprechen, was uns im Alltag begegnet, beschäftigt, verwirrt oder zum Lachen bringt.
Authentisch, direkt, humorvoll – eben #ECHTJETZT.
Also: reinschalten, abtauchen, weiterempfehlen und Teil unserer Runde werden!
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IN DIESER EPISODE
Wir nehmen das Ü7-Verfahren auseinander, zeigen Fallstricke bei Zeugnis und Gutachten und geben klare Kriterien für die Schulwahl entlang von Passung, Alltag und Stabilität. Mandy teilt ihre Erfahrung mit knappen Elterngesprächen, Defizitblick und warum Eltern mehr Gelassenheit wagen dürfen.
- Ablauf von Zeugnis, Gutachten und Kompetenzen
- Unterschiede von Gymnasium, Gesamtschule, EBR und FOR
- Knappe Elterngespräche und unglückliche Formulierungen
- Stärkenorientierung statt Defizitfokus
- Konkrete Vorbereitung: Schulen besuchen, Schulweg testen
- Kommunikation auf Augenhöhe mit Lehrkräften
- Kurssysteme und Durchlässigkeit als Chancen
- Druckabbau für Kinder und Eltern
- Idee: mehr Praxisnähe durch Lehramtsstudierende
- Entscheidungsmaßstab Passung statt Prestige
Ihr habt immer noch die Möglichkeit, uns zu sagen, was wir Luise fragen wollen. Sollen Luise ist Paartherapeutin, Coach
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Dies ist ein Podcast aus Leidenschaft, von uns für Euch. Alle Infos sind mit Herzblut und ohne Garantie.
Begrüßung, Gast Und Glückskeks
LoriWillkommen bei Echt jetzt, dem Podcast mit Tine und Lori. Hier wird nicht beschönigt, nicht gefiltert und nicht so getan, als wäre immer alles easy. Wir reden über das, was wirklich passiert: Im Kopf, im Leben und dazwischen. Echt jetzt? Hallo! Wir sind in einer neuen Folge von Echt jetzt. Heute sind nicht nur Tine und Lori im Studio, sondern wir haben eine Gästin. Hallo Mandy! Hallo! Mandy ist unsere erste Gästin und wir sprechen über das spannende Thema Übergang Grundschule, weiterführende Schule. Und wir machen einen Reality-Check, oder Tine?
TineSo würde ich sagen. Also, wir sind ja auch wirklich das beständige Personal hier, die Verwaltung, die Lehrerin und die Mama. Also, denke, wir sind so ausgestattet mit Infos.
LoriUnd wenn ihr jetzt da draußen denkt, okay, Gast, finde ich gut, aber wo ist die Glückskeksweisheit? Da können wir helfen.
TineDenn Mandy ist vorbereitet, als unser Gast hat sie natürlich die Ehre, den Keks knacken zu lassen, direkt am Mikrofon, damit es jeder hören kann. Na gut, dann lass ich mal knacken. Lass mal knacken.
SPEAKER_01Ich kriege sich eben doch an.
LoriEs ist gehört. Wir könnten jetzt ja von Mandy verlangen, dass sie es auf Englisch macht.
TineOder auf Spanisch. Was hat sie sich denn jetzt noch? Ich gebe dir das.
SPEAKER_03Nicht lesen.
TineWeil es Spanisch ist. Ja, Spanisch ist. Du hattest in der letzten Folge ein spanisches Sprichwort. Nicht auch Spanisch hat. Nein, nein. Arbeit hat bittere Wurzeln, aber süße Frucht. Gar nicht so schlecht. Als hätten wir ihn ausgesucht, als hätten wir ihn bestellt. Was Arbeit hat süße, bittere Wurzeln, aber süße Frucht. Also je mehr man sich in was reinkniet und so unangenehm es ist, umso schmackhafter wird es am Ende. Umso mehr lohnt es sich. So nämlich.
Übergangsverfahren Und Erster Druck
LoriJa, gute Weisheit. Übergang in die weiterführende Schule ist ja für viele Familien neben der Geburt Einschulung so der nächste Meilenstein. Das Kind wird flügge, das Kind wird groß. Meistens sind die Schulen jetzt auch dann nicht mehr so um die Ecke. Aber bevor dann in den Sommerferien ein womöglich neuer Ranzen gepackt wird, ist ja ein bisschen was in der Vorbereitung zu erledigen. Und Mandy hat sich bei uns gemeldet, weil sie gesagt hat: Leute, das, was da draußen mitunter mit den Kindern, Schülerinnen und Schülern, aber auch mit uns Eltern veranstaltet wird, das ist schon ein ganz schöner Horror.
TineUnd es müsste ein Wein dazu ausgeschenkt werden. Absolut. Wein Flatrate.
LoriEine Wein-Flatrate. Und Mandy, sag doch einfach mal, was genau nervt dich an diesem Verfahren, wo findest du, es ist ungerecht? Und wo sagst du, liebe Mütter und Väter da draußen, lasst euch von all dem Prozedere auf gar keinen Fall verunsichern, euer Kind ist so, wie es ist, genau richtig. Das ist der Part, glaube ich, den wir dann übernehmen.
TineWeil Mandy guckt eins dann. Ich bin Part 1.
SPEAKER_01Ja, also grundsätzlich muss man erst mal sagen, sind natürlich alle bemüht, uns irgendwie als Eltern abzuholen. Ja, also es gibt Informationsveranstaltungen, wo quasi die formalen Abläufe erklärt werden. Und Elternversammlungen, wo man dann nochmal gezielter auf einzelne Punkte eingeht. Aber alles in allem ist es doch zum Teil überfordernd. Ich glaube, nicht nur für uns Eltern, die das auch zum ersten Mal machen. Gerade die, glaube ich, sind damit doch des Öfteren überfordert. Aber auch die Schüler, die Kinder, weil sie einfach eingeordnet bewertet werden, nochmal anders als auch in den Klassen oder Jahrgängen davor. Und es geht jetzt um die WUS, das geht um was. Also der ein oder andere hat sich vielleicht schon Gedanken gemacht, auf welche Schule er gehen möchte, hat sich Ziele gesetzt und jetzt muss eigentlich irgendwie im ersten Halbjahr der sechsten Klasse abgeliefert werden. Und das erhöht den Druck auf allen Seiten.
TineVielleicht können wir nochmal zusammenfassen, was man für dieses Übergangsverfahren überhaupt braucht. Also was ist überhaupt alles so in eurem Portfolio bereit? Weil ich glaube, der ein oder andere ist vielleicht noch nicht so weit, möchte sich aber gedanklich schon mal darauf vorbereiten, dass man weiß, über welche Dinge reden wir hier eigentlich. Was braucht man alles, wenn man weiß, okay, mein Kind will in den, sagen wir mal, nächsten zwei Jahren irgendwann die Schule wechseln. Was brauchst du da alles? Was kriegst du da alles? Worum geht es da?
Zeugnis, Gutachten Und Kompetenzen
SPEAKER_01Genau. Also zunächst mal kriegt man natürlich das, also entscheidend hier im Land Brandenburg, muss man dazu sagen, ist das Halbjahreszeugnis der sechsten Klasse. In Berlin ist es meines Erachtens schon das Endjahreszeugnis auch der fünften Klasse, was angeschaut wird von den weiterführenden Schulen. Und zu dem Halbjahreszeugnis der sechsten Klasse gibt es dann von den Grundschulen ein zusätzliches Gutachten und eine Übersicht der Kompetenzen. Das sind 17 Kompetenzen, die das Kind haben, kann und sollte. Und die werden halt dann oder da wird das Kind eingestuft. Das sind für die Eltern sieht es so aus, Bewertungskriterien von 1 bis 4. Es wird immer gesagt, man darf das nicht grundsätzlich mit den Schulnoten vergleichen. Aber es ist schon so in dem Rahmen, wo dann halt die Lehrkräfte beurteilen, in welchem Bereich sich das Kind nach seinem Entwicklungsstand befindet.
TineKann man ein Beispiel sagen? Was ist so eine, also einfach mal so eine Kompetenz, die zum Beispiel bewertet wird? Also ihr beide habt dabei gesagt.
LoriEs ist immer seine Arbeitsmaterialien bereit, hilft anderen Mitschülern, bringt sich aktiv in die Klasse ein, also so Sozialkompetenten.
TineAlso eher Sozialkompetenzen, so wie wir in den weiterführenden Schulen das ASV, also das Arbeits- und Sozialverhalten auch von eins bis vier bewerten. Nur kann man ungefähr gleichsetzen. Verstehe. Okay.
SPEAKER_01Ja, das sind eigentlich die Dinge, die man benötigt. Man kriegt dann mit dem Zeugnis, mit dem Halbjahreszeugnis kriegt man eben ein Antragsformular mitgereicht, mit dem Gutachten und den Kompetenzen. Und dann muss man halt dieses Antragsformular ausfüllen. Und bei uns wurde jetzt gesagt, dass nach den Winterferien eben an den Klassenlehrer zurückreichen, der dann seinerseits wiederum dieses Antragsformular mit dem Gutachten, dem Zeugnis und den Kompetenzen an das Schulamt, glaube ich, weiterleitet. Und die Schulämter verteilen dann, je nachdem, man gibt, meine ich, zwei Wünsche an, einen Erstwunsch und einen Zweitwunsch, wo das Kind hin möchte. Und die Schulämter verteilen das dann an die entsprechenden Schulen.
Antragsweg, Erst- Und Zweitwunsch
LoriGenau, es geht zuerst an die Erstwunschschulen. Und wenn die dann aus Kapazitätsgründen oder aus Leistungsgründen abwählen, geht es weiter an die Zweitwunschschule. Deswegen muss man auch eine Zweitwunschschule angeben, ne? Wollte ich das nochmal sagen, zwingend notwendig. Es gehen die Formulare oft zurück. Wenn aber jetzt unsere Hörerinnen und Hörer da draußen, deren Kindern das erst in ein oder in zwei Jahren bevorsteht, ist meine Empfehlung, und ich weiß, dass Mandy mir dazustimmt, lautet, setzt euch unbedingt gemeinsam mit eurem Kind über die schulische Zukunft auseinander und besucht auch mögliche Schulen im Umkreis. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man immer nur mit dem Kind in der Theorie darüber spricht, die und die Schule oder die und die Schule, das Kind hat ja gar keine Vorstellung davon, was bedeutet dieses Verfahren. Wenn man dann aber vielleicht, also wir in Brandenburg wechseln ja nach der sechsten in die siebte, also mit dem Schulwechsel verbunden, wenn man beispielsweise in der fünften schon anfängt, die Tage der offenen Tür zu besuchen, bekommt das Kind mehr und mehr eine Vorstellung, wie sieht diese Schule aus, was ist schwerpunktmäßig. Die Schulen in unserer Region machen es ja cool, dass andere Schüler als Scouts agieren, sodass sie eben auch sehr niedrig, schwellig, gleichgesinnte Fragen, Nichtfragen stellen können. Und auch als Eltern bekommt man zumindest einen ersten Eindruck, dass bei so einem Tag der offenen Tür natürlich eher Vorzeigeobjekte präsentiert werden, weil die Schulen bestmöglich sich darstellen. Das ist, glaube ich, uns allen bewusst und mögliche Problemfelder ergeben sich an allen anderen Schulen auch. Also das. Das ist lustig, dass du das sagst.
TineWas würdest du als Aushängeschild jetzt so betrachten? Weil letztendlich, also ich habe jetzt nämlich gerade drüber nachgedacht, weil der Tag der offenen Tür ist ja bei uns jetzt noch nicht so lange her. Und eigentlich gibt es gar nichts, was wir so weglassen. Also natürlich, weißt du, was ich meine? Deswegen überlege ich, welche Sachen so totales Aushängigeschild sind.
LoriBeispiel, dass bei den Scouts hast du die Schüler, die sich mehrheitlich sowieso aktiv mit einbringen oder womöglich gut benehmen. Nee? Nein.
unknownOkay, gut.
TineWitzigerweise, also das nur off-Topic jetzt, aber wir haben gerade bei uns oft die als Scouts, die die Schule am besten kennen und gar nicht unbedingt die, die sonst im Unterricht so, die super aktiven sind. Also da haben wir oft die. Woher kennen die denn die Schule dann am besten? Na, weil die in den Pausen so viel Pflicht sind. In den Pausen, die sie sich nehmen. Also die auffälligen Schüler, sage ich mal, und das meine ich gar nicht nur unbedingt negativ, die sind ganz oft die, die sagen, die fühlen sich hier schon wohl und die haben Bock, an solchen Tagen dann anderen auch darüber zu erzählen, was ihnen an der Schule gefällt und die rumzuführen und sich damit irgendwie auch so ein bisschen erkenntlich zu zeigen dafür, dass man bestimmte Dinge eben einfach mit ihnen so durchsteht. Deswegen ist es immer ganz auffällig, dass bei uns beim Tag der offenen Tür ganz viele Scouts sind, die du sonst aus einem Kontext kennst, wo du denkst, na gut, deswegen müsste ich gerade lachen.
Schulen Ansehen: Tage Der Offenen Tür
LoriGenau, und dieses Ü7-Verfahren ist ansonsten ja eher theoretisch, also nur theoretisch und eben trocken auf dem Papier in Schwarz-Weiß. Und wenn Mann oder Frau das eben zum ersten Mal mitbekommt, ist es spätestens dann das erste Mal der Fall, dass das eigene Kind eben in eine für sie sich passende Schublade gesteckt wird, weil zumindest antragsmäßig man sich festlegen muss, welchen Bildungsgang soll mein Kind machen. Und im besten Fall mit dem Kind gemeinsam. Es gibt diesen Gymnasialengang, da ist von vornherein klar, es ist all about Leistung. Da geht es wirklich nur um die schulische Leistung und machen wir drei uns jetzt hier nichts vor. Wenn das nicht so sein würde, würden so viele Leute vielleicht auch gar nicht bis zum Abitur kommen oder dann dort kläglich an den Abiprüfungen scheitern. Also dieses Zugangsverfahren dort ist so, wie es ist, finde ich es richtig. Ich weiß, Tine, dir ist das immer ein Dorn im Auge, dass so die Leistung des Kindes in den Vordergrund gestellt wird. Und das stimmt auch, weil die Kinder, glaube ich, viel von ihrer Kindheit und Jugend verschenken, weil sie sie nicht intensiv genug ausleben können, womöglich. Aber im eigentlichen Antragsverfahren ist eben wirklich Leistung, Leistung, Leistung. Und dann gibt es ja aber die erweiterte Berufsschulreife EBR, wo relativ klar ist, mein Kind ist heilfroh, wenn es nach zehn Jahren Schule sagen kann, ciao. Und dann gibt es in FOR diese erweiterte Oberschulreife. Genau, wo dann die Kinder den Zugang zum Abitur eben bei uns in Brandenburg 13 Jahren ermöglichen können. Und diese Unterschiede, die muss man erstmal begreifen. Da muss man sich dann nämlich auch auf dem Formular wirklich gut zurechtfummeln, was kreuze ich an, wo, welche Schulform ist für mein Kind für deren Weg der richtige. Und diese Elterngespräche, Mandy, hilft mir. Die sind ja wahnsinnig knapp bemessen. Wie viel Zeit hattet ihr? Also, ich meine, das ist auf eine Viertelstunde.
SPEAKER_01War es bei uns auch. Und es war bei uns tatsächlich so ganz witzig, ja. Da wurde eine Eieruhr gestellt, die auch noch laut tickte. Also muss man sich vorstellen, man sitzt da, ist sowieso schon irgendwie aufgeregt, was kommt da um Gottes Willen und dann tickt da so eine Eieruhr und du denkst dir so, oh Gott, jetzt muss ich hier in kürzester Zeit irgendwie lesen, verstehen und vielleicht noch irgendwie was einbringen, wo ich der Meinung bin, hat vielleicht gefehlt, ist nicht gesehen worden oder so. Ja, also ist schon herausfordernd.
TineUnd du kriegst das, du kriegst das Gutachten auch da erst hingegeben?
LoriNein, du siehst es, du kannst es in der Viertelstunde liest du es und du darfst keine Fotos machen, du kriegst es nicht mit nach Hause, weil es ja durch die jeweiligen Schulkonferenzen, Klassen-Notenkonferenzen noch nicht abgesegnet ist. Also stopp, weil Tine guckt gerade ganz erschrocken, ihr könnt uns ja nur hören, aber Tine aus ihr bricht es gleich raus. Zur Tatsache gehört auch, dass die Klassenlehrer vor Weihnachten was bei uns einen Zettel mit nach Hause geben, wo du Stärken, Neigungen, Interessen, also wo man das vermerken kann und der Klassenleitung damit eine Hilfe an die Hand gibt, das Kind auch im außerschulischen Bereich einzuschätzen und diese Neigung, Interessen dort dann in dieses eine Formular zu quetschen. Aber ja, dann sitzt du in diesem Raum vor dir der Klassenlehrer, zwischen dir die Eieruhr und am Smartboard ist dann eben dieses Riesending aufgeschlagen. Mandy guckt irritiert sich.
Bildungsgänge Erklärt: Gym, FOR, EBR
SPEAKER_01Nein, also bei uns war es tatsächlich so, wir haben es vorgelegt bekommen auf einem Zettel Papier. Sie können sich das jetzt durchlesen und dann können wir drüber sprechen. Und ja, auch das mit den Neigungen, das, was du gesagt hast, ja, wir kriegen, wir haben genau diesen Zettel mitbekommen und dann wurden die Eltern aufgefordert, da eben aufzuschreiben, was ihr Kind für Interessen hat. Da würde ich mir einfach wünschen, dass das noch ein bisschen beispielhaft auch den Eltern an die Hand gegeben wird. Es gibt ganz viele Eltern, die sitzen dann da und schreiben, mein Kind ist vielseitig interessiert. Ja, genau, das sind, glaube ich, ganz viele, ja, oder die, denen es gar nicht bewusst, dass man vielleicht eben auch Vereinsmitgliedschaften angeben kann. Ob das Kind regelmäßig an Wettkämpfen teilen, Musikerfolg, ja, Musikinteressen hat und solche Sachen halt, das wird relativ kurz gefasst. Man verlässt sich da einfach wirklich auch drauf, dass jedes Elternteil da das Bestmögliche angibt. Aber die Erfahrung zeigt einfach, dass vielen das gar nicht bewusst ist, was das möglicherweise natürlich in Abhängigkeit immer von dem Weg, den man sich vorstellt, unter Umständen auch für eine Bedeutung haben kann, was dann dort mit aufgenommen wird.
TineAbsolut. Also ich muss jetzt mal kurz, also nun habe ich kein Kind an der Grundschule und arbeite ja nur an der weiterführenden Schule, aber ich finde das völlig absurd. Also auf der einen Seite seid ihr darauf angewiesen, was die Lehrer euch schreiben, aber auf der anderen Seite ist das ja eigentlich das, was ihr selber quasi hingebt, auch teilweise. Also dann könnt ihr auch gleich ein selber Bewerbungsschreiben machen. Das ist ja dann, also. Im Endeffekt, was ich meine?
SPEAKER_01Naja, es geht ja grundsätzlich, also die Lehrer sollen ja beurteilen, die Entwicklung des Kindes innerhalb der Schule zu verzählen. Das verstehe ich.
TineAber warum? Also das müsste ich doch dann als Lehrer selber beurteilen und muss doch dann nicht darauf angewiesen sein, dass mir Eltern was zuliefern. Das wäre doch dann ein schlauerer Weg zu sagen, okay, und die Eltern können wie so ein Motivationsschreiben von mir aus auch nochmal machen, wo sie eben die Sachen aufführen, die Lehrer nicht wissen können. Aber dem Lehrer jetzt was in die Hand zu drücken, was er dann verbasteln soll, finde ich jetzt aber auch ein bisschen eigenartig. Aber so ist es, glaube ich, auch gedacht. Also das ist ja nur ein Teil.
SPEAKER_01Das, was die Eltern zuliefern, das ist nur ein Teil des Ganzen. Also die schulische Einschätzung, die kommt schon von dem Klassenlehrer und auch von den Fachlehrkräften. Die erarbeiten diese Gutachten zusammen eben und stellen die Entwicklung des Kindes dar, bestenfalls. Du betont es schon, bestenfalls.
TineDas ist ein guter Aufhänger, glaube ich. Denn bestenfalls ist, glaube ich, ja auch immer so ein bisschen im Auge des Betrachters oder im Auge des Lesers. Manni, bei euch war so deine erste Intention, glaube ich, so, nicht unbedingt, das ist mein Kind, was da beschrieben wird.
LoriWo ist dein Glas Wein, hast du mich gefragt.
SPEAKER_01Ja, absolut. Also ich war total emotional überfordert. Hab das auch gesagt, weil ich habe das gelesen und dachte so, das passt nicht, ja. Und dann bin ich ein Mensch, der hinterfragt sich auch sehr schnell selber. Ja, dann saß ich da halt ganz aufgeregt und möglicherweise war mein Mann dabei und der war. Das ist nicht ganz so aufgeregt, ja, genau, der war relativ gelassen.
LoriWäre bei uns übrigens dieselbe Konstellation.
TineKann ich mir jetzt gar nicht vorstellen, ja? Ich habe euch gar nicht noch gar nicht zusammen erlebt bei einem Elterngespräch.
15-Minuten-Gespräch Und Eieruhr-Stress
SPEAKER_01Ja, und also das bei mir ging wirklich gar nichts mehr. Ich habe das gelesen, habe gedacht, das passt nicht und fühlte mich aber neben diese tickenden Eieruhren nicht in der Lage, irgendeinen klaren, qualifizierten Gedankensuch zu. Ja, ja. Ich bin auf der Standard aufgedankt, tatsächlich. Also und ich habe das dann immer wieder auch entschuldigend gesagt, weil ich gedacht habe, also oh Gott, was denken die beiden Lehrkräfte jetzt von mir? Also, das war schon eine skurrile Situation auch und für mich unheimlich schwierig. Also man ist da einfach emotional als Elternteil braucht man vielleicht gar nicht sein. Man ist vielleicht gut beraten, wenn man da ein bisschen entspannter ist.
LoriAber es ist ja das eigene Kind und ich glaube, das macht es eben so schwierig, das von oben zu betrachten. Das fällt einem ja schon schwer, wenn es irgendwie die beste Freundin, der beste Freund ist, von dessen Beurteilung man dann hört. Wichtig zu wissen ist, glaube ich, einfach, dass man mit Hilfe einer guten Kommunikation, mit Hilfe der Schulleitung, Klassenleitung ja immer noch die Möglichkeit hat, wenn man jetzt findet, dass sein eigenes Kind in diesem Gutachten, so heißt es tatsächlich auch, dass sich das Kind darin gar nicht wiederfindet, dann eben auch den Mut zusammenzubringen und zu sagen, das ist nicht mein Kind. Ich möchte, dass das nochmal neutral, anders, neu, wie auch immer formuliert wird. Weil es ist für die nächste Etappe der persönlichen Entwicklung, also der schulischen Entwicklung des Kindes ja so wichtig. Und was mich an der ganzen Sache wirklich mitunter provoziert, ist dass wir ja eine Schulpflicht haben, also unsere Kinderschmerkerschmidt. Kinder da draußen müssen zur Schule gehen und müssen sich aber in Anführungsstrichen bewerben, um dieser Schulpflicht nachkommen zu können.
TineUnd jetzt finde ich es noch lustiger, weil im Gegenzug bewerben sich ja die Schulen mit dem Tag der offenen Tür auch bei den Eltern. Das ist richtig schwer. Deswegen sage ich, deswegen fand ich das mit dem Bewerbungschreiben der Eltern, was gleichzeitig aber das Bewerbungsschreiben von der Schule für den Schüler, also das ist völlig wild. Also das finde ich ein bisschen eigenartig. Ich glaube, das ist, also ich glaube, das kommt uns nur so skurril vor, weil wir hier wohnen, wo wir wohnen. In Berlin, glaube ich, macht das, wo die Dichte an Schulen und die Bandbreite an verschiedenen Schulen und Ausrichtungen, glaube ich, größer ist, da macht es noch mehr Sinn, möchte ich mal sagen, dass man also guckt, okay, passt dieses Kind, was wir hier haben, auch zu dem, was wir an der Schule eigentlich fördern wollen. Aber wir hier draußen haben ja jetzt nicht 93 Schulen zur Auswahl, sondern wir können maximal ja entscheiden, soll es eine gymnasiale, rein gymnasiale Laufbahn werden oder soll es eine Gesamtschule werden oder eben eine Oberschule von mir aus. Aber Gesamtschule ist ja schon für die meisten eigentlich, gut, das sage ich jetzt, die Gesamtschullehrerin ist mit vollem Herzen und voller Begeisterung und nicht, weil sie musste, sondern weil sie es unbedingt wollte, ist ja wirklich eigentlich die beste Wahl, weil du alle Möglichkeiten hast. Aber das, was in den Gutachten rausgegeben wird, das, also das ist, finde ich, von der Sache ja auch was ganz anderes ausgerichtet, als wir eigentlich anbieten können. Und deswegen finde ich das so schade, dass sich Eltern jetzt so einen Stress machen und ein schlechtes Gefühl kriegen oder auch die Kids ein schlechtes Gefühl kriegen. Ich weiß nicht, sind die Kinder dabei? Also lesen die das auch. Die Kinder können dabei.
LoriWir hatten unser Kind dabei.
Wenn Das Gutachten Nicht Passt
SPEAKER_01Ah ja, schon, du hattest gesagt, das ist mir nicht passiert. Da sind wir wieder bei der Aufklärung. Wir hatten uns vorher beide unterhalten und du hattest mir gesagt, unsere war dabei und da war ich so ein bisschen so, mir hat es keiner vorher gesagt, dass sie hätte dabei. Wäre jetzt auch, glaube ich, nicht so sinnvoll gewesen in der Situation, einfach, aber es hat uns vorher, also uns hat es vorher niemand gesagt, dass das Kind dabei sein kann.
TineUnd also ich frage deshalb, weil gerade wenn du sagst, du hast das Gefühl, dass also das jetzt nicht dein Kind war, was da gerade beschrieben worden ist, ist es ja oft so, dass man als Elternteil, das habe ich ja in den Elterngesprächen auch des Öfteren, ja, nochmal ein anderes Bild von seinem Kind hat, als das Kind auch selber hat. Also oftmals sagen die Kinder, ja, stimmt schon, und die Eltern sagen, hä? Nee, kann nicht sein. Und die Kinder sagen aber, naja, doch, ist schon so. Deswegen hätte mich interessiert, was so das Kind selber, wenn es das liest, einfach auch wahrnimmt. Also ich finde es schade, weil du hattest, ihr hattet gesagt im Vorhinein schon, dass es nicht sonderlich wertschätzend war. Und das scheint mir eigentlich wirklich doof, weil wenn es ja ein Bewerbungsschreiben letztendlich ein Stück weit sein soll, um eine bestimmte Schulform zu kommen, wäre ja hilfreich, dass ich auch rausstelle, welche Vorzüge und welche Talente und welche Stärken das Kind hat. Dass jedes Kind also auch an irgendeiner Stelle eine Schwäche hat und irgendwo nicht so gut mit umgehen kann, ist ja völlig normal. Aber um herauszufinden, ob es zu meiner Schule passt, ist doch viel spannender, ob die Stärken dazu passen, ob ich das abbilden kann. Und gerade wenn es ja darum geht, und dazu kommen wir später noch, was die weiterführende Schule damit macht, nämlich wenn überhaupt, danach zu gucken, wie sich eine Klassenzusammensetzung ergibt, dann wäre ja schon viel spannender. Welche Stärken gibt es denn? Passen die Stärken denn von den Kids zusammen, statt immer zu gucken, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht, auch nicht. Also diese Defizitorientierung stresst mich ja sowieso schon immer maximisch geil, dass man die Sache nachmachen. Defizitorientierung abstrahl mich irre, dieses, also werden wir sicherlich in anderen Bereichen auch nochmal haben.
Wertschätzung Statt Defizitblick
LoriWas halt einfach schade ist, sind ja Faktoren, die mitunter Eltern, Schülerinnen und Schüler da draußen gar nicht beeinflussen können. Also wir haben ja als Feedback bekommen, nicht zu politisch zu sein und das machen wir jetzt auch nicht. Aber im Fall, ja doch, aber im Fall von Mandy oder Mandys Tochter gab es ganz häufig ganz viel Schulwechsel, gab es unterschiedliche Lehrkräfte, wenig Konstanz, wenig Kommunikation und das alles dann in einer Summe zu 15 Minuten erschlagen von Text und Kreuzen. Die Emotionalität lässt ja irgendwann gar nicht mehr zu, dass du die Sätze überhaupt noch inhaltlich wirklich erfasst, weil man als nicht Mann, ich so in die Gegenwehr gehe. Das ist so, ich kann es dann nicht mehr erfassen. Und in unserem Fall muss man jetzt wirklich sagen, dass wir eine richtig gute Elternschaft sind, dass wir nach jedem vollendeten Schuljahr in vier und fünf eine Art Sommerfest gemacht haben, wo man mit dem Klassenlehrer dann auch mal ins Gespräch kommt, wo man auch einfach schon so ein bisschen erahnen kann, in welche Richtung wird es gehen. Man kriegt den Notenspiegel mit nach Hause, sodass für uns ganz klar war, da kann jetzt eigentlich wenig Schlechtes auf uns drauf zukommen. Aber ich glaube, dass wenn man vielleicht eher Kritik oder was Negatives oder gar nicht weiß, was auf einen drauf zukommt, finde ich es fast richtig, dass das Kind nicht mitkommt. Weil bei mir, Joker, war es ja jetzt auch schon das zweite Mal. Und ich hatte eine Vorstellung von dem, was passiert. Und ich konnte vorbauen und ich habe danach das Gespräch suchen können. Manny, du hast ja auch noch eine jüngere Tochter. Du könntest die jetzt mitnehmen, weil du genau weißt, was passiert. Und du kannst immer sagen, es ist alles noch nicht in Stein gemeißelt. Aber für das Kind, was da sitzt und die Dinge dann so erstmal hört, kann das auch wirklich unangenehm in beide Richtungen.
SPEAKER_01Das wollte ich gerade sagen. Also bei uns wäre es wahrscheinlich so gewesen. Ich weiß nicht, ob sie dann noch gerne irgendwie bei den anwesenden Lehrern Unterricht gehabt hätte. Also ist da schon irgendwie deswegen. Insofern war es ganz gut. Mich hat es eben einfach nur gewundert, weil du gesagt hast, sie war dabei. Und so wie du gerade gesagt hast, Tine, na klar, hätte durchaus möglich sein können, dass sie da sitzt und sagt, ist ja nun mal so. Ja, so ist es. Genau, ich habe ja einfach nur gesehen, okay, die Noten und das hat einfach, also das Wording hat einfach nicht zu diesem Notendurchschnitt gepasst. Und das war für mich irgendwie so ein bisschen widersprüchlich.
LoriErlebst du den Moment, Tina, als Lehrerin an den Elterngesprächen wirklich oft, dass das Kind dann auch so ein Fehlverhalten zugibt, also wirklich sagt so, ja doch, Mama, Papa, auch wenn ihr es jetzt nicht gerne hören wollt, ist schon so. Oder winden die sich? Ich glaube, das ist nämlich auch ein Prozess des Älterwerdens.
Kommunikation Mit Kindern Und Zielen
TineIch glaube, das ist unterschiedlich. Also ich habe den Vorteil, und jetzt mache ich wieder meinen kleinen Werbespruch für die Gesamtschule, wir haben einfach ein bisschen mehr Zeit, bestimmte Dinge miteinander zu besprechen. Also ich glaube, keiner meiner Schüler oder Schülerinnen wäre überrascht von dem, was ich über sie sagen würde. Weil die das wissen. Also die wissen, was ich über sie denke, was ihre Stärken sind, was sie nicht so gut können und wo ich denke, dass da vielleicht nochmal ein bisschen was nachgelegt werden muss, weil ich weiß, dass sie es eigentlich können und nur nicht zeigen. Und ich habe aber die Chance, denen das vorher zu sagen. Und ich kann mir vorstellen, dass sowohl am Gymnasium als auch an den Grundschulen die Zeit einfach zu knapp ist, um denen das wirklich zu sagen. Und nun haben wir ja an der Kette Keubützchen die Auflage für Eltern, also ich finde es gut, aber manche Eltern empfinden es, glaube ich, jetzt Auflage, dass wir uns ja mindestens zweimal im Jahr sehen zum Elterngespräch und mir ist es ja wichtig, dass die Kinder dabei sind, dass man also nicht so über die hinwegredet. Und wenn die darauf eingestellt sind, dass sie also bestimmte Dinge erzählen werden müssen, weil sie da irgendwo stehen, dann sind die, glaube ich, schon oft dabei, vorher ein bisschen bei den Eltern vorzubauen. Klar, manche Zensuren sind immer noch überraschend für Eltern und auch für Schüler. Aber so diese, gerade diese sozialen Dinge, diese Skills, dieses Verhalten, dieses typische ASV, ich glaube, darauf sind die vorbereitet.
LoriArbeits- und Sozialverhalten.
TineEntschuldigung. Darauf sind die vorbereitet, dass das kommt. Und ja, da gibt es auch Überraschungen bei Eltern, die dann sagen, ach, was ja echt? Und die Schüler sagen, ja, schon. Ist schon so.
SPEAKER_01Interessant. Macht ihr sowas eigentlich, dass ihr gemeinsam mit den Kindern auch so Zielvereinbarungen oder so am Anfang des Schuljahres sprecht ihr mit denen? Wo wollt ihr hin? An der Gesamtschule hat man ja die Möglichkeit, dann, glaube ich, unterschiedliche Kurse zu belegen, je nachdem.
TineAlso wir haben, genau, wir haben in den, also wir fangen ganz langsam an mit Englisch, glaube ich, oder mit Mathe. Eins von beiden, müsste ich jetzt gucken, fangen wir an und teilen die erstmal nach Noten normal. Nach 1 bis 3 ist E-Kurs, also erweiterter Kurs und darunter ist Grundkurs. Und man kann aber immer wechseln. Also wenn sich die Noten verbessern und man sagt, okay, Mensch, ich bin hier jetzt so sicher und Mathe ist jetzt hier voll mein Ding, voll mein Jahr, dann kann man zum Beispiel auch in den E-Kurs wechseln. Das kommt dann systematisch dazu Deutsch und Englisch und dann auch Physik und Chemie, sodass also jeder auch von seiner, von einem anderen Bereich irgendwie die Chance hat zu profitieren. Und ja, hat natürlich auch was damit zu tun, dass man eine bestimmte Anzahl von E-Kursen braucht, um dann FORQ zu machen, also den gymnasialbefähigten Abschluss oder eben einen Realschulabschluss. Da gibt es so ein paar Richtlinien zu. Aber ja, wir sprechen schon drüber, wo soll es hingehen, wenn die ersten E- und G-Kurse verteilt werden, sprechen wir darüber, was bedeutet das auch für euch, wie wichtig ist es jetzt, sich da oder da nochmal reinzuhängen, wie sehr kann man vielleicht auch pokern und sagen, okay, Hauptsache, ich habe den E-Kurs, auch wenn der jetzt nicht mit so einer guter Note ist, aber ich habe das jetzt erstmal auf dem Papier. Also wir sind schon dabei, die irgendwie auch in eine bestimmte Richtung zum Denken anzuregen. Also wir können ihnen nicht sagen, so, du musst jetzt Abitur machen. Klar sage ich das, weil ich denke, bei manchem, Mann, du kannst es doch. Also mach doch bitte, also lass dich doch nicht so hängen, es ist schade drum. Aber ja, ist auf jeden Fall ganz großer Bestandteil. Und das ist, ja, das ist wieder der Vorteil. Wir haben ja zwei Stunden in der Woche alleine für genau solche Gespräche. Diese AS-Stunden, die Arbeitsstunden, die sicherlich auch für organisatorische Dinge im Sinne von, wie organisieren wir unseren Tag, wie organisieren wir unser Arbeitsleben so in der Schule, aber eben auch genau für solche Momente wie, du, was nimmst du denn dir vor fürs nächste halbe Jahr? Was ist denn, wenn wir das nächste Mal mit dem Elterngespräch sitzen und die Mattennoten sind so oder so? Was wollen wir anbieten? Was können wir deine Eltern anbieten?
unknownWas ist das?
Gesamtschule, Kurssystem Und Wege
SPEAKER_01Ja, das finde ich, glaube ich, ganz wichtig, einfach die Kinder auch mit in die Verantwortung zu nehmen. Weil es ist ja immer so ein großes Thema. Natürlich, ab welchem Alter wissen die, dass die es nicht für die Lehrerinnen machen, die sie vielleicht so toll finden oder für den Lehrer oder für die Eltern, sondern für sich selber. Und ich denke einfach, wenn man damit früh genug anfängt, einfach zu fragen, was möchtest du denn? Hast du schon mal darüber nachgedacht und das dann eben auch beobachtet über das Schuljahr hinweg und dann auch in Gespräche geht und sagt, Mensch, du hast ja hier am Anfang geschrieben, weißt du es eigentlich noch? Guck mal drauf, ist das immer noch so oder das wäre auf jeden Fall schon wichtig.
LoriUnd an der Grundschule finden ja auch diese SW-Stunden statt, also die Schwerpunktstunden, einmal die Woche mit dem Klassenlehrer, Klassenlehrerin zusammen, wo es dann aber tatsächlich echt auch so um Projekttage, Wandertage ist. Was ich aber sagen möchte, was ich glaube, was dir als Lehrerinherz nicht gefallen wird, ist, dass diese Zielvereinbarung und auch dieses Niedrigschwellige, auch stand schon in der Grundschule, das ist absolut lehrkraftabhängig. Wie sehr haben sie selbst das Nervenkostüm auch schon in Klasse 4, 5, Demokratie zu leben, sich die Zeit zu nehmen, die Kinder daran zu führen, dass ihre eigene Meinung etwas wert ist. Also diese Selbsteinschätzung, ne, gibt es in einigen Fächern, wo dann so vierteljährlich so eine Selbsteinschätzung stattfindet, die mitunter sogar auch benotet wird. Das weiß ich nicht, ob das manchmal so ein bisschen so ein Mittel der entsprechenden Lehrerin ist, um die Klasse so unter Kontrolle zu kriegen, um auch so die Haudegen einzufangen. Und Haudegen ist jetzt egal, ob männlich oder weiblich. Aber da ist man als Elternteil schon sehr darauf angewiesen, auf engagierte Lehrkräfte zu stoßen, wie du es bist, wie ich es aktuell erlebe. Und wenn du die eben nicht hast, dann kann das Kind jetzt darauf hoffen, dass es ein bildungsnahes Umfeld hat. So wie Mandy, die jetzt eben sagt, ja, akzeptiere ich jetzt so nicht, wie es da drin steht, weil ihr besprecht die Zukunft meines Kindes und da müssen wir jetzt einen anderen Weg finden. Andere schaffen das vielleicht gar nicht zu begreifen oder sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen noch, aber dann so die nächsten Schritte einzuleiten. Und das würde ich gerne den Eltern da draußen mit auf den Weg geben. Am Ende ist es nur ein Schulwechsel, der noch nicht in Stein gemeißelt ist. Wenn ein Kind da landet, wo es landet und totunglücklich ist, finden sich sicherlich immer zum Schuljahresende Möglichkeiten, nochmal eine Schule zu wechseln. Ich glaube, dass das anstrengend ist, weil man dann ja auch in so geschlossene Klassengemeinschaften und so reinkommt. Aber kein Elternteil da draußen sollte sich entmutigen lassen und schon gar nicht sein Kind plötzlich in Frage stellen. Genau, das wollte ich auch gerade. Und womöglich noch mehr Druck zu Hause ausüben. Weil jetzt mal ehrlich, und das habe ich im Umfeld meiner Töchter ja auch erlebt, jetzt geht's um alles, jetzt Klasse 6, jetzt musst du und jetzt wird gelernt und jetzt müssen die guten Noten. Aber entschuldigt den Ausdruck, am Arsch, wenn dieses Kind bisher nicht gut gelernt hat, das Lernen zu lernen, wie kann ich lernen, nicht gefördert oder gefordert wurde, oder aber entsprechend einfach seine Schwächen hat, es gibt ja nicht ohne Grund, Nachteilsausgleiche und so weiter, dann wird es dazu dann auch nicht plötzlich sechste Klasse, erstes Halbjahr. Weil dann gibt es ja auch wieder die, die sagen, ja, jetzt ist ja alles, der Drops ist gelutscht, jetzt läuft das Verfahren, jetzt sechste Klasse, zweites Halbjahr, es kommt ja eh nichts mehr. Und das ist eben so, dieses in Etappen denken ist einfach irgendwie falsch. Also, ne, das ist so Elternhäuser, Schüler und Lehrer so wie du, wir sollten uns doch als Team begreifen und eben von Klasse 1 an im Rahmen der Möglichkeiten. Ich glaube, wenn du so eine Klasse hast, Tine, erste Klasse, kannst du, also du kannst, hast du jemals mit dem Gedanken gespielt, Grundschule zu machen, und kannst du dir vorstellen, so eine Meute von 26, 27 erstmal einzufangen und denen irgendwie melden, sitzen bleiben?
Lehrzeit, Bewertung Und Praxislücken
TineAlso ich finde es total spannend und würd's eigentlich gerne mal machen, obwohl ich immer gesagt habe, also Grundschule auf gar keinen Fall, weil mir einfach die Geduld fehlt und weil die meinen Humor, glaube ich, nicht verstehen. Und das wäre ziemlich traurig für mich und auch für die.
LoriFür mich, aber am Ende auch, weil du würdest vielleicht anfangen, dich anzupassen. Wo würden wir da bitte hinkommen?
TineNaja, wir würden dann wirklich sehr viel über Buntstifte diskutieren und welche Farben wirklich relevant sind. Aber gut, anderes Thema. Ich bin ja hin und wieder mal an der Grundschule meiner Freundin in Rostock und mache da Projekttage mit denen und finde es auch immer super süß und ganz großartig und toll. Aber ich glaube, das immer zu machen, ist schon echt eine Nummer. Und ich bin auch froh, dass gerade, also um nicht politisch zu werden, aber dass da auch gehaltstechnisch nochmal ein bisschen nachgesteuert worden ist in einigen Bundesländern, dass das also genauso ein hart ist.
SPEAKER_01Ja, nein, sagt.
TineSag mal für alle. In MacPom war das ganz lange so, dass Grundschullehrer wirklich, ja, also. Aber die legen doch den Grundstein. Eigentlich sollten die doch die kriegen. Ja, aber die sind ja kleiner, das ist ja einfach. Das ist doch nicht so gefährlich.
SPEAKER_01Gar keinen Fall. Und die kriegen sagen, na klar.
LoriDa wurde unterschieden.
TineAber ich bin mir nicht sicher. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht immer noch, da muss ich sie echt nochmal fragen. Also ich weiß, die sind mal irgendwann etwas verbessert worden, aber es war ein ganz, ganz großer Unterschied. Innerhalb eines Berufes zwei Klassen ist das ja irre. Das ist ja auch ein bisschen. Das ist ja auch ein Unterschied in unseren Beamtennummern, sage ich jetzt mal, ob das A12, 13 und so weiter ist, ist ja auch ein Unterstütz, du an der Grundschule bist oder an der Weiterführung. Krass. Obwohl es ja der gleiche ist.
LoriWenn du eine Job Rotation machen möchtest, dann kann ich die Konecke hier zu unserer Grundschule. Das kann ich mal machen. Also da kann ich dir auch Gleichgesinnte an die Hand geben, dass das nicht so staubig trocken wird. Nein, also ich glaube, als Grundschullehrer, also ich weiß, die Klassenlehrerin meiner Töchter noch im unteren, also eins bis drei, die haben sich selbst immer beschrieben, als ich bin die Erzieherin, die eben auch Schreiben und Lesen versucht, beizubringen. Neben all dem, nein, du gehst jetzt bitte nicht zur Toilette, wir melden uns bitte, ja, du bist als nächster dran. Also da ist ja wirklich so, wie Mandy sagt. Das ist ja Grundstein, ja, ist schon so. Das Wachs ist noch so ganz weich und du musst es erstmal irgendwie formen.
TineGenau, und du bist immer der, der schuld ist, wenn die in der weiterführenden Schule ankommen.
LoriJa, du bist der, der schuld ist. Aber du bist auch der totale Held. Während Corona und Homeschooling, wenn ich meinen Töchtern, ich weiß noch, es war in Deutsch, war CH. So, und CH kannst du ja als Milch, Dach, Chemie. Das ist alles möglich. Sag mir mal ein Beispiel für ein hartes CH. Hast du gerade selber Dach? Ja, das ist ja schon hart. Ach Gott. Ich dachte, das war jetzt schon dein Wandbreite. Und das sollte ich jetzt aber irgendwie meinem Kind erklären, worin sich das unterscheidet. Und am Ende hat sie geweint und ich habe geweint, weil mir fehlt das nötige pädagogische Know-how, um irgendwie jetzt zu erklären, na, der Unterschied besteht da und darin. Und sie hat dann irgendwann wirklich wütend einen Stift nach mir geworfen und hat gesagt, aber hat das so gesagt. Also da kommst du als Mutter oder Vater kommst du gegen Grundschullehrkräfte, also zumindest das Eins bis drei, kommst du nicht gegen an. Und du kriegst Liebesbriefe. Na gut, dann überlege ich doch nochmal, um zu schulen. Kriegst du auch noch Liebesbriefe? Ist das schon mal passiert? Das wäre auch ganz schön ruiert, oder?
TineNein.
Idee: Lehramtsstudierende In Klassen
LoriDas wäre, warte, Jugendsprache. Das wäre richtig cringe.
TineDas nehmen wir uns, also die Storys, was mir im Lehreralltag so passiert, das erzähle ich schon mal an einer anderen Stelle.
LoriDas ist krass, das Patine. Wir sagen in jeder Folge, worüber wir noch so reden, müssen wir das eigentlich mitschreiben.
TineDu hattest eigentlich, warte mal, du hattest eigentlich von mir wissen wollen, ob ich mir das vorstellen kann, an einer Grundschule zu sein. Und ich wollte eigentlich dazu auch noch bestimmt was hypermäßig Intelligentes sagen, was ich jetzt leider vergessen habe, weil wir uns völlig verloren haben in Liebesbriefe zwischen CH und Dach und mich. Habe ich jetzt völlig den Faden verloren. Aber ich, vielleicht finde ich ihn eines Tages wieder. Ich sage euch mal.
LoriKommen wir vielleicht nochmal zurück zu dem Faktencheck oder Reality-Check, haben wir ja gesagt, wollen wir es wissen. Mich würde ernsthaft interessieren. Also Mandy und ich und ganz viele andere da draußen haben jetzt also dieses Gutachten und wir haben jetzt diesen Antrag ausgefüllt und haben den in der Schule abgegeben. Und das ist ja auch wirklich verrückt im Juni erst, Mitte Juni. Juni erst, kriegen wir dann die Bescheide, an welcher Schule unser Kind angenommen wurde, und dann geht ja auch alles ganz schnell. Dann kommt die gleich die erste Elternversammlung, dann kommt irgendwie der Zettel mit fünf rote Hefter albern, aber ihr wisst, was ich meine. Und dann startet das. Aber aus deiner Erfahrung, wie wichtig, unabhängig von Leistungslaufbahngymnasium und unabhängig von Privatschule, das muss man, glaube ich, auch nochmal differenzieren, ist dieses Gutachten, was sagt das jetzt über dieses Kind aus und wie handhabt ihr das in der Praxis?
TineAlso erstmal möchte ich kurz eingangs sagen, dass ich gerade kurz gerechnet habe, deswegen sah ich auch so verwirrt aus. Dieses Verfahren ist übrigens hier in der Region seit 25 Jahren mindestens das gleiche, weil auch ich habe im Juni gesessen, vom Übergang 6, 7 und habe gewartet, dass ein Brief zu mir nach Hause kommt. Es ist wirklich ganz genau das Gleiche. Es ist noch, es hat sich gar nichts verändert. Und das finde ich erschreckend, weil sich ja sonst so viele Dinge an Schule verändern. Und wie auf was wir Wert legen und wie wichtig jetzt also auch soziale Kompetenzen sind und dass wir das also unbedingt fördern und stärken und so weiter wollen. Dieses Kompetenzraster, das würde ich meinen, gab es damals noch nicht. Und deswegen finde ich es erstaunlich, dass sich aber dieses Verfahren als solches überhaupt nicht verändert, dass wir immer noch dabei sind, nach irgendwelchen Werten zu urteilen, ob also das Kind die und die Richtung einschlagen soll. Handfeld? Ich finde, das Ministerium schafft das ab. Nächstes Jahr allerdings. Ja, nicht das Kindes wegen, sondern um die Arbeitszeit einzusparen.
LoriJa, Achtung, um die Lehrkräfte zu entlassen. Ich fühle mich so entlassen, dass ich ein Liedsport entlassen. Und das wird ja auch, die Notensumme bleibt gleich und die sozialen Kompetenzen bleiben gleich, dieses Gutachten, dieses, wie du vorhin so schön gesagt hast, das Bewerbungsschreiben entfällt. Und liebe Eltern, die uns jetzt hören, die das alles erst nächstes Jahr vor euch haben, ist es so gut, dass das dann eben entfällt, weil ihr nicht überlegen müsst, wie präsentiere ich meine Tochter jetzt als Eisbecher mit Sahne-Topping, sondern dass es eben wirklich noch mehr nur um die Leistung geht. Aber das finden wir gut. Naja, weil vielleicht nicht unbedingt, weil nicht jedes Kind die gleiche Leistung hat. Die Differenzierung entfällt, aber die Differenzierung findet ja auch nicht in diesem Gutachten statt. Also ich habe mich eben blöd ausgedrückt. Nee, ich weiß schon, was du meinst. Weißt du?
Fazit: Passung, Schulweg, Gelassenheit
SPEAKER_01Ja, aber. Aber das ist generell auch schwierig. Wir haben ja gerade in diesem Jahr auch eine Umstellung der Gewichtung der Leistungsbewertung gehabt. Also es wird ja jetzt mehr die mündliche Leistung bewertet als die schriftliche, weil die Lehrer in Brandenburg, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, eine Stunde mehr unterrichten müssen. Und genau, und um die Lehrkräfte dann, also so ist das bei uns angekommen, bei uns Eltern, um die Lehrkräfte zu entlasten, hat man dann gesagt, man schreibt, also zumindest an der Grundschule weniger Klassenarbeiten. Aber weiterführend Schule auch so. Die Endkonsequenz ist, dass jetzt aber mehr Tests und tägliche Übungen geschrieben werden, weil die Lehrer vermutlich oder auch sehr nachvollziehbar gar nicht in der Lage sind, 25, 27, 28 Kinder in der Klasse pündlich permanent bewerten zu können. Also wie soll das funktionieren? Entweder ich mache einen qualifizierten Unterricht oder habe jemanden neben mir sitzen, der guckt, wie interessiert ist denn jetzt jeder Einzelne am Unterrichtsstoff dran.
TineJa, und vor allen Dingen, was mache ich mit denen denn, die ja eben vielleicht die Zurückhaltenden sind?
LoriGenau, was mache ich denn mit denen? Und Mandy hat einen richtig guten Vorschlag, den sie dir unterbreiten wollte. Du stehst jetzt auf dem Schlauch.
SPEAKER_01Nein, ich stehe nicht auf dem Schlauch. Ich weiß, was du meinst. Also mein Gedanke war ja, warum ist es nicht so angelegt, dass Studierende auf Lehramt ab dem ersten Studienjahr direkt an die Schulen gehen. Dass eine bestimmte Stundenanzahl, weiß ich nicht, ein, zwei Stunden in der Woche verpflichtend an Schulen absolviert werden müssen. Ich denke mir, weil wir kriegen damit automatisch eine Unterstützung in die Klassen rein, die so ganz doll fehlt, gerade jetzt nach der Umstellung auch.
LoriDie quasi nur diese Beobachterpositionen einnehmen könnte. Wer hat sich noch alles gemeldet?
SPEAKER_01Ja, und auch eine Differenzierung vielleicht, also Binnendifferenzierung auch ermöglichen, irgendwie sich mal jemanden rauszunehmen, wo ich weiß, der hat so ein bisschen Schwierigkeiten, irgendwie mit dem Rechnen oder mit, weiß ich nicht, mit der Beruchrechnung, mit dem Lesen oder so, mal einfach so ein paar Leute rausnehmen oder sowas. Es wird ja immer ganz oft gesagt, uns fehlen überall Leute. Und dann frage ich mich, das ist, glaube ich, auch schon mal, wir wollten nicht politisch werden, aber es ist ja auch schon mal diskutiert worden, warum Grundschullehrer im ersten Studienjahr weiterführende Mathematik irgendwie belegen müssen als Kurs. Und da denke ich mir, es wäre doch sinnvoller, erstmal hätten die einfach schon viel früher, würden die rangeführt werden, an den Alltag quasi. Und wie gesagt, in den Schulen hätte man auf Schlag irgendwie eine gute zusätzliche Unterstützung.
TineDas mit dem Gut finde ich, glaube ich, daran, da zuckt mir, glaube ich, ein bisschen das Auge, weil ich fürchte, das mit dem Gut könnte schwierig werden, weil also ich habe auch irgendwann Lehramt studiert und ich habe auch gesehen, wie viele nicht weiter studiert haben und teilweise auch erst nach dem fünften oder sechsten Semester und ich mir denke, na, ein Glück, weil du in der Schule sehe ich gar nicht. Deswegen weiß ich nicht, inwiefern das wirklich für beide Seiten so gewinnbringend wäre. Klar, ich würde mir, ich habe mir im Studium immer gewünscht, man hätte viel mehr Praxis und würde viel mehr was von den Kids sehen. Ich weiß bloß nicht, wie verlässlich das von, sagen wir mal, jetzt Semester 1 oder Semester 3 dann schon ist und wie sehr kannst du dich auf die Einschätzung verlassen. Wie gut funktioniert das, wie gut kommen die Kids damit klar, wie gut kommen Eltern damit klar, dass also die Schüler von Erwachsenen beobachtet werden, die ja noch gar nicht so den Background haben.
LoriStimmt, da haben wir nicht drüber nachgedacht, dass mit den Eltern, die das vielleicht gar nicht wollen, dass da so genau hingeguckt wird oder aber die Studenten noch nicht die entsprechende Qualifizierung mitbringen, das könnte tatsächlich wirklich ein Problem sein. In Anbetracht der Zeit würde ich jetzt sagen, wir müssen ja irgendwie mal ein gutes Resümee finden.
Mandys Appell: Zuhören Und Entspannen
TineIch möchte was sagen, okay, dann melde dich doch mal. Also erstmal finde ich, Mandy hat viel zu wenig erzählt, weil was mir nämlich eigentlich Sorgen macht, ist, und das ist, was auch mein Resümee wäre, dass sich Eltern und Kinder so viel Stress machen für eigentlich nichts. Wir sind nicht in Berlin oder in einer großen, riesigen Großstadt, wo wir so viele Schulen haben und die wir uns bewerben müssen. Letztendlich geht es darum, was wollt ihr für euer Kind? Wollt ihr, und wir können eigentlich nur entscheiden zwischen Gymnasium oder Gesamtschule. Und dann natürlich, klar, ist sie von einer Wohnortnähe irgendwie auch noch passig, weil das ist ein Thema hier. Da macht sich in Berlin keiner in den Kopf, da steckst du im Bus in der S-Bahn, dann bist du da. Das Problem, das hast du hier nicht, diesen Luxus. Und von daher muss man, glaube ich, wirklich doll gucken, was habe ich für ein Kind? Und da ist unwichtig, was in dem Gutachten steht. Aber hast du ein Kind, was sich nachmittags hinsetzt und sagt, okay, ich habe jetzt richtig Bock und Schule ist voll mein Ding. Ich setze mich hier hin und das interessiert mich ja alles gar nicht. Und auch sozial-technisch bin ich so gut aufgestellt, ich kann auch mit Rückschlägen super um, dann bist du am Gymnasium richtig. Aber wenn du ein sensibles Kind hast, wo du weißt, Mensch, also wenn da Pubertät kommt, da könnte ich mir vorstellen, da braucht man noch ein bisschen Fingerspitzengefühl und es braucht auch jemanden, der mal ein bisschen Zeit und auch ein Auge dafür hat, auf so ein paar Sachen zu gucken, dann sollte man sich vielleicht lieber für eine Schule entscheiden, die vielleicht nicht nur nach Noten guckt, sondern eben vielleicht auch die ein oder andere Schwierigkeit mit an der Schule mit sich bringt, aber die eben die Kapazitäten hat und die Lust auch hat und Kollegen und Lehrer da hat, die Bock haben, sich mit solchen Sachen eben auch zu beschäftigen, die eben das auffangen können. Und ich glaube, das ist eigentlich die Hauptentscheidung, unabhängig davon, was in irgendeinem Gutachten steht, was auf irgendeinem Zeugnis steht, weil ihr alle wisst, dass eure Kinder so viel mehr sind als irgendein Kreuz oder irgendeine Zensur. Weil das ist ja auch das, was im Leben irgendwann zählt. Klar, bewerbe ich mich an der Uni auch mit einem NC und so weiter. Ist mir alles klar. Und klar kriegen die, die einen Ausbildungsplatz, die das beste Zeugnis haben. Aber sie müssen ja auch irgendwie da hinkommen.
LoriAbsolut. Also das wäre auch genau mein Resümee gewesen, dass ich alle Eltern, aber auch Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen möchte, dieses Gutachten nicht persönlich zu nehmen. Und einfach sich auch von seinem Freundeskreis nicht verrückt quatschen zu lassen. Dieses Gelaber, was ja schon ganz früh losgeht, so und welche Schule wird es bei euch? Habt ihr euch und du denkst, echt? Ich habe ja das und das gehört. Ja, genau. Das macht einen Wahnsinn. Ich kann mir so vorstellen, das ist so wie du bist Mutter geworden und die Ersten erzählen dir, mein Kind schläft schon durch. Echt, ihr macht es so, ja. Lasst die Kinder unterschiedlich sein, lasst die Schulwege absolut in Betracht ziehen. Macht auch Tage der offenen Tür in on time, also in nicht in on-time, das war Quatsch, aber in Echtzeit. Wie ist mein Schulweg? Stellt euch mit eurem Kind da an die Bushaltestelle, wartet auf den Bus, nehmt die S-Bahn, lauft den Rest zur Schule, weil mehrheitlich die Eltern steigen morgens ins Auto oder sind im Homeoffice. Aber die Kids müssen diesen Weg zurücklegen bei Wind und Wetter. Und wenn die S-Bahn ausfällt, ist es das Fahrrad und wie sind die Fahrradwege? Also kommt mal weg von diesem Gutachten und von diesem, wo ist das Kreuz hinzu? Und wie geht der Weg dann weiter? Weil das die, also klar kann man sein Kind jeden Tag zur Schule fahren, aber irgendwann wird es ja monsterpeinlich.
SPEAKER_03Und die sollen ja selbst für beide.
LoriDie sollen ja selbstständig werden. Und ich finde das richtig cool, Mandy, dass du diese Erfahrung, die erstmal vielleicht in eure Familie jetzt auch Frustration und Kummer gebracht hat, dass du aber den Mut aufbringst, das hier heute mal mit allen zu teilen, um zu sagen: ganz ehrlich, Leute, das muss nicht sein, wenn ihr es schafft, es nicht so nah an euch herankommen zu lassen. Ja. Das letzte Wort hast du, Mandy.
SPEAKER_01Das letzte Wort habe ich. Ja, also mir ist einfach wichtig, dass wir alle miteinander einen guten Austausch legen. Also gerade so Schule, Lehrer und Eltern. Und mein Herzenswunsch ist es eigentlich, dass die Lehrer verstehen, dass wir Eltern nicht grundsätzlich gegen sie sind, weil das ist leider, leider, also hat man oft das Gefühl, sondern dass sie das als Bereicherung irgendwie, also wenn wir uns kümmern, als Bereicherung annehmen, weil ich glaube, dass wir zusammen einfach ganz viel erreichen können. Und das, was du gerade gesagt hast, mit dem, wir Eltern machen uns Druck, ja, da bin ich bei euch. Also wir können uns da gerade hier, wo wir wohnen, uns wahrscheinlich tatsächlich ein bisschen zurücknehmen. Die Kinder machen sich aber den Druck auf, weil das einfach in den Schulen wirklich auch, also die Lehrer sagen, ja, also entspannt euch mal und wir kommen da schon durch und so. Andererseits ist es aber wirklich die Anforderung einfach so immens. Das geht da los, dass in fast jedem Unterrichtsfach der Lehrer einen anderen Anforderungskatalog präsentiert, der die Kinder eigentlich überfordert, weil die gar nicht mehr wissen, in welchem Fach muss ich jetzt worauf achten, ja. Meldungen, das ist genau Tine, was du gesagt hast. Es gibt ruhige Kinder, die weiß Gott wirklich schlau sind, die unheimlich viel Potenzial haben, aber die eben nicht so die Rampensäule sind.
LoriWarum genau guckt sie mich jetzt an? Bei ruhig, nicht bei Rampensau. Bei ruhig überhaupt nicht.
TineDas könnt ihr jetzt nicht sehen, weil eure Kamera ist aus, aber ich habe das im Blick gekutzt.
SPEAKER_01Ja, und die man dann einfach irgendwie auch abholen muss. Und die, also ganz viele habe ich gehört, die gesagt haben, ich melde mich nur, wenn ich wirklich hundertprozentig die Antwort weiß, weil auch eine schlechte Antwort wird ja irgendwie eingeordnet. Und da würde ich mir einfach wünschen, lasst uns mal alle zusammen miteinander reden und die Sache einfach ein bisschen entspannen für die Kinder, also für die Kinder, für uns Eltern, für euch Lehrer, weil das ist ja genauso anstrengend. Also, und das ist eben auch immer das, was ich sage. Ich sehe das, ich sehe diese Belastung, die auch auf den Schultern der Lehrer liegt. Also ich sehe das, so ein Gutachten. Ich möchte nicht in deren Haut stecken, jetzt für, weiß ich nicht, da irgendwie 26 Kinder ein Gutachten schreiben zu müssen. Und dann habe ich die ganzen Eltern bei mir sitzen und alle schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und fangen an zu diskutieren. Na Hilfe. Also deswegen da auch ein Dankeschön an die Nerven der Lehrer, dass man ja wirklich einfach auch mal in die Richtung gäbe, so süß. Ja, nein, also ich denke einfach, und das ist wirklich mein Wunsch, lasst uns einfach gegenseitig zuhören, wirklich genau hinhören und nicht immer gleich dicht machen. Also es geht uns Eltern ja auch so, wenn wir da irgendwie aus der Schule irgendwas kriegen, gibt es auch Situationen, wo wir sagen, oh, nicht gehört. Nein, ist aber so. Deswegen sage ich einfach, einfach erstmal zuhören, vielleicht einen Moment sacken lassen und dann nochmal drüber sprechen. Das ist ganz toll. Atmen, Dorin.
LoriManchmal macht mir das Angst, dass du schon so meine Sprechblasen über der Rübe lesen kannst. Weil wenn ihr da draußen jetzt die Folge vier Partnerschaften gehört habt, sprachen wir darüber, wie gehen wir gut mit so Streitsituationen um. Und Tine sagte total, sie kann es wirklich gut erstmal zuhören, einatmen, ausatmen. Und ich bin schon, also zuhören ist schon so. Ich denke so, aber jetzt, aber jetzt. So. Genau, einatmen. Ja. Mandy, vielen Dank, dass du da warst. Wirklich. Ja. Und uns so in deinem so in dein Seelenleben und in Familienleben mitgenommen hast. Das, ja. Puh, Tiefgang heute. Aber wichtig, weil die Leute da draußen mit noch grundschifflichtigen Kindern oder Kita-Kindern oder noch gar keinen Kindern. Irgendwann kommt das Thema, wenn das Kind da ist, dass eben die Sorgen wachsen. Wie genau machen wir jetzt den Bogen zu unserer nächsten Folge, wo wir übrigens auch nicht alleine sind, Tine? Wir beide sind auch nie wirklich alleine, Lori.
SPEAKER_03Wir haben immer einen dabei.
TineWir machen einfach gar keine Überleitung.
LoriWir sagen, wie es ist. Wir sagen, wie es ist.
TinePunkt.
LoriIn der nächsten Folge kommt Luise. Ihr habt immer noch die Möglichkeit, uns zu sagen, was wir Luise fragen wollen. Sollen Luise ist Paartherapeutin, Coach. Also Luise hat Tiefgang. Ja, ich hätte jetzt jetzt weniger schön gesagt, ich hätte gesagt, eine Allzweckwaffe. Deins ist besser. Wir nehmen deins. Wir wünschen euch jetzt ein ganz fantastisches Wochenende. Startet gut, der Februar neigt sich langsam dem Ende. Die Sonne hat vielleicht auch schon wieder ein bisschen Kraft auf der Haut. Ein bisschen so Frühlingsweit. Ja, hätte ich gern. Wir sagen zunächst danke an Mandy.
SPEAKER_01Danke zurück an euch.
LoriUnd an euch da draußen. Tschüss und ciao. Das war echt jetzt mit Tine und Lori. Heute mal andersrum. Das ist wild. Mach's gut. Tschüssy, schönes Wochenende.
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