#ECHTJETZT

🚌 Bus voll, Tür zu, Pubertier an Bord 🧑‍🎤

Loreen Tirado, Christine Bäker Episode 2

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0:00 | 41:38

🎙️ #ECHTJETZT – der Podcast für alles, was uns wirklich bewegt! 🙌

Willkommen in eurem neuen Lieblingsformat, gehostet von Christine „Tine“ Bäker und Loreen „Lori“ Tirado – zwei Frauen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und über genau das sprechen, was uns im Alltag begegnet, beschäftigt, verwirrt oder zum Lachen bringt.

Authentisch, direkt, humorvoll – eben #ECHTJETZT

Also: reinschalten, abtauchen, weiterempfehlen und Teil unserer Runde werden!

👉 bio.to/echtjetzt

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IN DIESER EPISODE

Zwei Frauen sortieren Freundschaft neu: Wer bleibt im Bus, wer steigt aus, und wie halten wir Nähe, wenn das Leben lauter wird. Wir erzählen von Berlin-Aufbrüchen, Elternsein, ehrlichen Absagen und der Kunst, Grenzen ohne Groll zu setzen.

  • Glückskeks als Leitmotiv für Haltung und Grenzen
  • Freundschaften differenzieren nach Themen und Lebensphasen
  • Wegzug und neue Kreise in Berlin
  • Lose Nähe über Status-Updates ohne Pflichtgefühl
  • Energiehaushalt, soziale Detox, Hunderunden als Rückzug
  • Ehrliche Absage zur Hochzeit als Respekt
  • Von Bekanntschaft zu Freundschaft: Gefühl statt Funktion
  • Jobrollen, Distanz und private Schutzräume
  • Pubertät der Kinder als Stresstest für Elternfreundschaften
  • Leise Enden akzeptieren, ohne Drama
  • Konfliktscheu, Verlassen werden, Mut zur Klarheit

Schreibt uns, worüber wir ganz echt jetzt sprechen sollen. E-Mail an: dialog@lokalgeplaenkel.de

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🎬 Ein Podcast von LGM Studios
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Ein Podcast aus dem echten Leben – für alle, die Lust auf gute Gespräche haben.

Glückskeks Und Themenbogen

SPEAKER_00

Willkommen bei Echt jetzt, dem Podcast mit Tine und Lori.

SPEAKER_01

Hier wird nicht beschönigt, nicht gefiltert und nicht so getan, als wäre immer alles easy.

SPEAKER_00

Wir reden über das, was wirklich passiert: im Kopf, im Leben und dazwischen. Echt jetzt? So, da sind wir wieder zu einer neuen Folge von Echt jetzt mit Tine und Lori. So, wir hatten schon in der letzten Folge angekündigt, worum es heute gehen soll, aber vielleicht finden wir noch einen besseren Connector quasi mit unserem Ritual, den Glückskeks. Deswegen würde ich damit mal starten, weil ich könnte mir vorstellen, dass wir bestimmt zu unserem Thema einen passenden Übergang finden. So, du hast letztes Mal so gemacht. Hast du den präpariert oder weißt du schon, was da drin steht? Ich habe hellsierische Fähigkeiten. Nein, ich könnte mir vorstellen, dass das bestimmt, also selbst wenn es nicht passt, finden wir einen Übergang der Welt.

SPEAKER_01

Das finden wir. Los, machen wir mit dem Körper.

SPEAKER_00

So, ich möchte, ja, ich. Das Knacken. Schonform vollendert hast. Also. So, möchtest du gerne die englische Version? Die chinesische. Die chinesische. Einen Moment bitte. Ich bereite kurz meinen.

SPEAKER_01

Ich wollte jetzt auf, ich wollte zu dem Knacken ganz kurz was sagen. Achtung, ich habe gar kein Auto.

SPEAKER_00

Das ist echt, gerade wollte ich sagen, es gibt so Geräusche und so Sounds, die man irgendwie fällt einem irgendwie so ein Quatsch zu ein. So. Was haben wir denn hier? Also, ja, nee, ich nehme nicht die englische Variante oder auch nicht die chinesische. Das ist ein dreiseitiger Zettel. Stehe aufrecht, schaue nicht auf dich selbst herab. Warte, sag nochmal. Stehe aufrecht, schaue nicht auf dich selbst herab. Komm schon, da kriegen wir einen Bogen hin, oder was?

Freundschaften Nach Der Zwanzig

SPEAKER_01

Ja, aber es ist schwer. Also der Satz ist schwer, weil wahnsinnig viel Tiefgang. Das kriegen wir hin. Also Tiefgang können wir ja wohl.

SPEAKER_00

Ja, also ich weiß nicht, wie es dir geht, aber so jenseits der 22, ganz knapp jenseits der 22, habe ich so den Eindruck, dass sich Freundschaften, und das ist ja unser Thema so ein bisschen oder Beziehungen zu Menschen im Allgemeinen, wirklich nochmal verändern. Und nicht nur unbedingt der Tiefe wegen. Also ich finde, früher war das so, du hattest so eine Freundin, mit der du die meisten oder eigentlich. Alles geteilt. Alles, alles. Ja, ich wollte gerade sagen, die meisten, aber es stimmt nicht. Es war wirklich alles geteilt hast. Und kannst du dich erinnern, ich hatte so einen so einen Schlüsselmoment, ich kann dir den nicht mehr so im Detail wiedergeben, aber ich weiß, dass ich einen Moment hatte, wo ich dachte, nee, für dieses Thema ist es der falsche Mensch. Da kriege ich nicht die Rückmeldung, die ich irgendwie gerade brauche. Und so hat sich irgendwie ergeben, dass man für, oder nicht Mann, sondern ich, für verschiedene Themen verschiedene Freundschaften irgendwie entwickelt habe. Alle gleichwertig, alle gleich eng, gleich dicht, aber irgendwie mit bestimmten anderen Schwerpunkten.

SPEAKER_01

Gleich dicht würde ich bei mir nicht sagen. Also gleich dicht ist nach wie vor einfach wirklich, sind meine engsten Freundinnen und auch wirklich meine allerbeste Freundin. An diesem Moment, dass ich nur das mit ihr teilen wollte, weiß ich genau, war zu Gebot meiner ersten Tochter. Da wollten ganz viele Freunde vorher schon vorbeikommen und kennenlernen und habe ich mal gesagt, oh nee, passt nicht, nee, geht nicht, bis Anne da war. Und als Anne dann da war, neben der Familie, war das so auch für alle anderen irgendwie okay. Und gleich, also bist du wirklich zu jedem gleich, gleich intensiv liebevoll und auch krass ehrlich.

Unterschiedliche Freundinnen Für Unterschiedliche Themen

SPEAKER_00

Ja. Also es gibt Themen, glaube ich, die, also die passen einfach zu anderen Freundschaften mehr. Also ich glaube, früher war das so, wenn ich so Jungs-Themen hatte, dann hatte ich eine Freundin, die hatte da nicht so Interesse dran oder hatte da eine sehr eingeschränkte, sehr eingeschränkte Sicht zu. Und da machte das nicht so, da hat mir das nicht so viel gegeben, mich darüber auszutauschen, weil das so sehr im Fokus war von, also ich nehme jetzt mal ein Beispiel, also eine Freundin, die darauf aus ist, man verliebt sich einmal im Leben und hat also dann eine lebenslange Partnerschaft und wird sich also immer mit dem einen Menschen nur verbinden. Die kannst du nicht mit One Night Stance begeistern. Nicht, dass das mein Ansinn gewesen wäre. Aber die konnte, oder die hätte schwer nachvollziehen können, dass ich also, weiß ich nicht, mal mit 15, 16 in zwei Jungs gleichzeitig verschossen war. So und die war da nicht so der richtige Mensch für mich darüber auszutauschen. Das heißt aber nicht, dass ich sie mit anderen Themen, also dass sie mir nicht super wichtig ist und mit anderen Themen ich da total viel mit ihr irgendwie mich austauschen konnte. Aber bei dem Bereich zum Beispiel passte das eben nicht so gut. Und das hat sich so ein bisschen durchgezogen, dass ich, also jetzt hat sich es auch wieder ein bisschen eingegrenzt, würde ich sagen. Aber das war eine Zeit lang so, dass ich so für bestimmte Themenbereiche oder auch berufliche Themen oder also wenn ich mit jemand dann angefangen habe zu studieren oder denen aus der Uni kannte, dann hatte ich es natürlich leichter, mit demjenigen über Uni-Themen zu sprechen oder über berufliche Perspektiven, als mit jemandem, der was ganz anderes gemacht hat. Also so hat sich das so ein bisschen auseinanderdividiert.

SPEAKER_01

Und das ist genau der Punkt, wo ich für mich feststelle, dass sich immer so in Etappen eben auch die Freundschaften verändert haben. Nämlich mit diesen Etappen, die man selbst gegangen ist. Du hast wahrscheinlich zu den Leuten, mit denen du deinen Schulabschluss geschafft hast, die dann aber vielleicht nicht studieren gegangen sind, weniger Kontakt gehabt als Leute, die du dann im Studium kennengelernt hast, die dann einfach für dich deine neue Base zum Lernen wurden, zum Unistaderkunden, zum eben auch da vor Ort feiern gehen. Und das war bei mir so spätestens an dem Punkt wegziehen aus der Heimat, ganz neu starten in Berlin und sich hier dann auch so einen ersten eigenen Freundeskreis errichten. Da waren die Leute aus der Heimat dann schon auch ein bisschen abgehängt, weil sie diesen Lebensstil Kleinstadt in Brandenburg zu Wo-Berlin, das konnten die gar nicht verstehen, auch nicht das Interesse dafür. Das, also dein Beispiel mit Freundinnen und Jungs war bei mir, ich war so viel und so gerne feiern und tanzen und ich bin ja laut und auch viel als Mensch. Und wenn man dann eben, weiß ich nicht, Sonntag noch irgendwo mit Friedrichshain Frühstücken gegangen ist und danach war es das dann aber auch so, da haben die Leute dann, die deutlich vor mir Familien gegründet haben und viel gesetzter waren, dann mit meinem Lebensstil konnten die gar nichts anfangen. Aber ja wohl die Leute, mit denen ich feiern war. Und es gibt aber die, die immer noch irgendwie, also es gibt ja Forrest Gump mit der Pralin-Türchtel und witzigerweise habe ich zu meinem 40., der ja erst vorgestern war, zu meiner Partner. Der war schon, ja?

SPEAKER_00

Ich dachte, das ist jetzt eine Perspektive.

SPEAKER_01

Auch schön. Hab ich wirklich mit meinem Sektglas in der Hand, habe ich quasi zu meiner Familie und zu meinen Freunden gesagt, dass ganz viele der hier heute Anwesenden schon ewig lange mit mir mit im gleichen Bus sitzen. Es gibt Leute, die steigen phasenweise mal aus, aber die kommen wieder zurück. Also da findet sich diese Freundschaft wieder neu. Aber es gibt auch in meinem Leben Leute, die sind einfach ausgestiegen aus der Ausbildung oder sonst irgendwas, wo sich das dann auch so verloren hat, auch räumlich in Deutschland verloren hat oder durchs Ausland, da hege ich überhaupt nicht den Wunsch, diese Freundschaften aufleben zu lassen. Und ich oute mich, und ich hoffe, es geht dir auch so, WhatsApp-Status. Ich finde, bei so losen Bekannten, die man nicht so viel im Jahr hört, sieht, wenn die Leute was in ihren Status stellen, erfreut mich das immer, weil ich kann so ein bisschen schmökern und teilhaben und ich fühle mich verbunden. Und so geht mir das eben mit Freunden. Wir leben ja nicht mehr in Berlin, sondern sind ja auch wieder ein Stück rausgezogen. Die, die in Berlin geblieben sind und dann da Familien gegründet haben oder aber auch kinderlos geblieben sind. Ich erfreue mich an deren Leben und denke immer so, geil, die war schon wieder feiern. Ach, schön, die ist jetzt wieder in diesem tollen Spa und jetzt kann sie den Sonnenuntergang genießen und jetzt ist das. Und ach, aber guck mal, die, da sind die Kinder jetzt aber auch schon groß geworden. Also man ist dank der. Und man begleitet irgendwie, ohne dabei zu sein. Yeah. And aber man muss, und das klingt oberflächlich, aber so empfinde ich das, man muss auch in diese losen Freundschaften, Bekanntschaften, musst du nichts investieren. Weil das, finde ich, kostet ganz viel Kraft, so eine Freundschaft auch aufrechtzuerhalten. Neben dem, was du in deinem Job und in deiner Freizeit machst und ich in meinem Job und in meiner Freizeit mache, man muss sich Zeit nehmen. Es ist wie in so einer Partnerschaft, dieses sich miteinander verabreden.

Wegzug, Berlin Und Neue Kreise

SPEAKER_00

Also ich finde, du musst auch so am Ball bleiben. Und das ist, was mir sowieso nicht mein Lieblingsthema ist oder nicht meine Stärke ist. Ich bin zum Beispiel gar kein Fan von Smalltalk, ich kann das nicht gut. Ich finde es super schwer, mit jemandem, mit dem ich nicht wirklich irgendeine Verbundenheit habe oder sowieso schon einen bekannten gemeinsamen Anknüpfungspunkt, ins Gespräch zu kommen, im Gespräch zu bleiben. Und so geht mir das mit Freundschaften auch, wenn ich da nicht irgendwie dranbleiben kann auf irgendeine Art und Weise. Also klar, meine Unimädels und ich, wir haben halt eine WhatsApp-Gruppe und wir versuchen eigentlich einmal im Jahr gemeinsam wegzufahren. Ich glaube, du hast das so ähnlich ja auch, dass du so einmal im Jahr was macht oder auch uns im Sommer immer in Rostock zu treffen, weil wir uns alle aus Rostock kennen. Aber ich finde das darüber hinaus, wenn ich diesen gemeinsamen Punkt nicht habe, würde ich das super schwer finden, dann immer wieder, wenn man sich dann mal alle Jubiläare sieht, irgendwie einen Anknüpfungspunkt zu finden, wo man irgendwie mit im Thema bleibt und einem das nicht schwerfällt, irgendwie Interesse zu zeigen. Also wenn ich von jemandem wenig weiß, fällt mir das super schwer. Ja, weil du gar nicht weißt, wo du einsteigen sollst. Nee, und ich habe auch nicht, also das klingt jetzt fies, aber ich habe auch gar nicht das Interesse dran, weil ich denke, oh Gott, ich habe Freundschaften, die mir ganz viel bedeuten und bei denen ich super viel weiß, bei denen ich ganz nah dran bei vielen Themen auch bin und die mich auch beschäftigen, auch wenn ich jetzt nicht mit demjenigen spreche, beschäftige mich, aber die Themen von demjenigen oder von derjenigen. Und da fehlen mir die, fehlen mir die Kapazitäten, zu Menschen noch irgendwie so Bögen zu spannen, zu denen ich nicht notwendigerweise oder sowieso verbundenerweise einen Bogen habe. Das finde ich super schwer.

Lose Bande, Status-Updates, Energie

SPEAKER_01

Mir geht das manchmal so bei Freunden von Freunden, wo man sich dann so auf Geburtstagspartysfesten so wieder sieht, wo ich dann manchmal schon denke, so Gott, hieß sie Annette oder hieß sie, wie war er nochmal die Namen? Dass ich mich an so einen Namen nicht mehr gut erinnern kann. Diese Mädelsrunden, die du angesprochen hast, das versuchen wir einmal im Jahr. Und weißt du, was mich immer wieder sofort in den Moment holt, ist der Augenblick, wo wir uns alle wiedersehen und vielleicht uns auch, weiß ich nicht, ein Getränk öffnen oder die Zimmer bezogen haben und dann so dieses Fühlen, krass, einige davon habe ich jetzt wirklich seit diesem Jahr nicht mehr persönlich, also als Mensch gesehen, über einen Status oder auch mal über so geschrieben. Aber sofort ist dieses Gefühl von Ankommen da. Du kannst sofort im Jogger rumlaufen, ohne dass dich irgendjemand komisch anguckt. Du kannst ungeschminkt am Frühstückstisch sitzen, ohne dass dich jemand dafür urteilt. Also man kann einfach man selbst sein. Und mir ist gerade, während du von diesen Freundschaften erzählt hast, ist mir gerade eingefallen, meine krasseste Art, wie ich mal, wirklich für mich festgestellt hat, dass das eben keine Freunde sind und wie ich das beendet habe. Willst du wissen? Ja, klar. Lose Bekanntschaft, Freundschaften von Freundschaften von Freundschaften, erste Trennung. Er hat dann relativ schnell jemand Neues kennengelernt und dann war eine ganz große Hochzeit angekündigt. Und irgendwie habe ich für mich, also wir waren eingeladen. Und ich habe irgendwie für mich gedacht, warum bin ich zu dieser Hochzeit eingeladen, wo ich doch nur vom Freund, vom Freund, vom Freund die Freundin bin. Also da war keine direkte Verbindung irgendwie da. Dann wurde diese Hochzeit auch nochmal verschoben, weil die wollten ganz groß und total pompös. Und dann war das aber alles nicht möglich, weil in der Stadt, wo die feiern wollten, war schon irgendwas. Und ich habe dann irgendwann echt zu meinem Mann gesagt, ich gehe da nicht hin. Und war so, wie, du kannst es, wir sind doch eingeladen, kannst du doch nicht springen. Dann habe ich gesagt, doch. Und ich werde ganz ehrlich dem Bräutigam, zu dem ich noch den engeren Kontakt hatte als zu der Braut, dem habe ich dann sehr ehrlich geschrieben, lieber Piep, ich möchte mich hiermit mich ganz herzlich für die Einladung zu eurer Hochzeit bedanken, aber wir werden nicht kommen. Also ich habe meinen Mann nicht übermundet, bevormundet, wie sagt man, über den Mund gesprochen, egal, er hat mir zugestimmt und hat das darin begründet, dass ich einfach gar nicht seine Braut kenne, dass ich keinen Bezug zu ihr habe und dass ich mich überhaupt nicht zu dem Kreis zähle, der jetzt eben diesen Tag der Leute im Leben mit denen feiert. Der hat sich nie wieder bei uns gemeldet. Oha, gar nicht. Gar nichts. Okay, das finde ich komisch. Und das hat, das war, aber das hat mir, also ich habe drangeknallt, natürlich, ne? Aber erst habe ich dran geknabbert und dachte so, oh, krass, hättest du vielleicht anrufen sollen, aber da bin ich Schüsser gewesen, habe so gedacht, okay, hinter den geschriebenen Worten kann ich mich gut verstecken. Irgendwie so, ne? Er hat sich nie wieder gemeldet und Tage später habe ich dann für mich gedacht, krass, wie mich mein Bauchgefühl einfach bestätigt hat, indem ich für mich gesagt habe, nee, da sehe ich uns nicht.

SPEAKER_00

Also, ich finde, weil du das gerade mit dem Geschriebenen sagst, also ja, wir verteufeln ja immer so ein bisschen die Kids, wenn sie alles immer nur schriftlich klären. Ich muss aber sagen, dass es Situationen gibt und da gehören bestimmte Freundschaften oder Themen auch dazu. Da finde ich es eigentlich fair, dem anderen ein bisschen Raum zu geben, indem man eben etwas schreibt oder auch eine Sprachnachricht schickt und sagt, so, pass auf, ich werfe dir das jetzt hin. Ich habe mir dafür super viele Gedanken zugemacht. Ich werfe dir das jetzt hin, du hast jetzt die Möglichkeit, darüber nachzudenken und irgendwann, wenn du es auch so für dich so, hm, dann können wir drüber sprechen. Und von daher hätte ich die Variante wahrscheinlich auch gewählt, statt denjenigen anzurufen. Er sitzt gerade im Auto oder ist einkaufen an der Kasse und sagt, du, was ich dir mal sagen wollte, ich möchte übrigens nicht zu deiner Hochzeit kommen, weil wir kennen uns eigentlich gar nicht vor. Und er sitze da, äh, okay. Sammeln die Treue hören. Ja, voll. Also von daher finde ich die Variante eigentlich gar nicht schlecht. Aber ja, komisch, also da hätte man noch irgendwie irgendwie noch was zu sagen können.

SPEAKER_01

Das war der krasseste Move. Und ich habe das dann irgendwie auch in unserem inneren Freundeskreis, wo ja mehrere Leute von eingeladen waren und dann haben auch wirklich mehrere Leute gesagt, krass, ziehst du das echt durch? Und habe ich gesagt, ja, wir ziehen das durch, wir kommen nicht, wir fühlen uns da überhaupt nicht dazugehörig. Gut, die Ehe hat jetzt auch nicht gehalten. Das ist auch so. Weil du nicht da warst, Glory. Jetzt ist es. Aber ansonsten bin ich nicht so der Mensch. Ich habe aber über die Kita und die Kita-Zeiten und eben auch die Schulzeiten meiner Töchter, merkt man ja schon relativ schnell, wenn sich so Freundschaften anbahnen, weil die Kinder dann irgendwie miteinander spielen oder auch zum Geburtstag eingeladen. Und bei den Menschenkindern kann ich mich da auch total drauf einlassen, weil man kann das ja dosieren, man kann das ja auch noch so ein bisschen steuern. Was mir total auffällt, und ich hoffe, es geht dir auch so, auf den Hunde runden, ich will mich da mich nicht verabreden und ich will auch nicht. Das erklärt einiges, alles klar. Trotzding hast du mich doch nie gefragt, ob wir zusammen mit dem Hund gehen wollen. Nein, das ist völlig in Ordnung. Also ich will das nicht. Ich will, das ist so meine ganz eigene Auszeit. Wenn wir uns durch Zufall im Wald begegnen würden mit den Hunden, cool.

SPEAKER_00

Bleibe auch stehen und lass es nett, dass du dich weiterläufst und sagst, ich habe dich nicht gefällt. Ich will den Anruf und dann liege ich dich nicht. Sorry.

SPEAKER_01

Sorry, ich telefoniere. Nee, aber es gibt diese Momente, wo ich einfach keine Menschen haben möchte und wo mir das auch alles zu viel ist, weil ja immer irgendwie auch eine Meinung oder ein Standpunkt und das will ich auf den Hunderunden. Ich will auf den Hunderunden einfach meinem Hund beim Stöcker tragen zugucken oder sie davon abhalten, den nächsten Quatsch zu fressen. Oder auch mal ausrutschen, wie oft ich mich auch schon auf Hunderunden wirklich gemault habe und über so eine Wurzel gestolpelt oder so. Okay, du willst keine Zeugen verstehen. Ja, ich will keine Zeugen und ich will so meine Auszeit haben, weil ich glaube, nur weil ich für mich dann nochmal so die Salousien um mich rum zumache, habe ich dann wiederum die Kraft, in die ernsten Freundschaften und guten Freundschaften einzusteigen.

Nähe Trotz Seltenem Kontakt

SPEAKER_00

Ich wollte schon sagen, ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, wie man so seinen Tag verbringt. Und du bist ja auch in vielen Bereichen unterwegs, wo Kommunikation ja wirklich dauernd Thema ist und du ja immer in sozialer Interaktion bist. Und das finde ich auch anstrengend. Mir geht das ja auch so, dass ich dann irgendwann so einen Moment habe, wo ich denke, ich möchte jetzt nicht reden eigentlich. Also es geht noch, die Autofahrt, die Sprachnachricht, das geht dann noch. Aber telefonieren zum Beispiel ist ja auch wirklich völlig gar nicht mein Ding. Und das sind so Momente. Also das schaffe ich dann auch nicht gut. Also deswegen kann ich das schon nachvollziehen. Also ich verabrede mich mal auch zu Hundenrunden. Ich finde es tatsächlich dann ein bisschen anstrengend, weil ich ja meinen Tag dann ein bisschen danach ausrichten muss. Und oft, wenn das so, wenn ich so für mich selber und die Hunde verantwortlich bin, dann plane ich auch mal spontan um oder verschieb nochmal eine halbe Stunde und wenn du mit jemandem verabredet bist, kannst du das natürlich nicht machen. Du kannst halt da sein. Ja, genau, deswegen okay. Aber ansonsten kann ich das total nachvollziehen, dass man auch mal so eine soziale Detox, wir hatten es in der letzten Folge ja auch schon, so eine soziale Detox-Phase braucht man sagt, okay, und jetzt möchte ich bitte einfach, egal wie gut dieser Freund diese Freundin ist, ich möchte jetzt einfach kurz mal nicht reden.

SPEAKER_01

Meine Mädels, die verstehen das dann auch, weißt du? Also das ist nicht so, manche höre ich wirklich wochenlang gar nicht, sondern wir tickern dann mal, ne? Und dann ist aber auch gut. Und das ist für mich eben auch Freundschaft, dass du dich so sein lässt, wie du eben bist, und nicht so eine Bekanntschaft, wo du den Zwang hast, dass du immer wieder und immer wieder, du kennst doch diese Momente, oh, ich muss noch antworten. Und meine engsten Freunde werden mir überhaupt nicht böse, wenn das eben zwei, drei Tage, vier Tage länger dauert. Und Freundschaften haben sich aber bei mir dahingehend verändert, dass bei mir wirklich so der engste Kreis, hier sind eben auch alle Eltern geworden. Das heißt, dass wir so mit diesem Thema Eltern sein, was macht es mit dir, was macht es mit der Partnerschaft, was macht das mit deinem Gesicht wegen der Falten aufgrund des Schlafmangels? Was macht es mit deinem Gesicht? Ja, ich habe schon, ich habe also viele Falten eingebüßt jetzt, so wirklich. Aber wenn man so thematisch quasi miteinander altert. So, also wirklich miteinander altert.

SPEAKER_00

Aber darf ich dich kurz unterbrechen? Hast du nur, hast du nur, und das meine ich jetzt gar nicht abwertend, hast du nur Freundschaften, die quasi ein ähnliches Lebenssystem haben wie du?

SPEAKER_01

Tatsächlich ja. Also alle meine Freunde, die ich auch schon vor den Kindern hatte, sind mittlerweile selbst alle Eltern, ja. Habe ich jemanden vergessen? Lass mich mal kurz überlegen. Nee, es sind wirklich alle. Es sind alle Eltern, die, die dann noch später dazugekommen sind, sind durch so Kita-Freundschaften, Schulfreundschaften. Die sind logischerweise auch Eltern, sonst hätte ich die nicht in der Hand. Sonst wäre es ein bisschen crunch. Und aus dem politischen Bereich. Sind das ein anderer Schlag Mensch, aber eben auch mehrheitlich auch Eltern. Und dann ist es eben immer so diese eine Wellenlänge irgendwie. Ich weiß noch, wie wir beide uns kennengelernt haben.

SPEAKER_00

Ich habe gehofft, dass jetzt irgendwann meine Scheiße kommt, ich, die keine Kinder hat. Jetzt irgendwann der Bogen kommt, wo ich auch noch eine Daseinsberechtigung habe.

SPEAKER_01

Doch, doch, doch, doch, bitte. Also, was ja unsere Hörer da draußen nicht wissen, weil wir es nicht gleich in der ersten Folge gedroppt haben. Und weil es meinem Kind auch einfach echt super peinlich ist, man muss es jetzt einfach so sehen. Sag's ganz schnell. Ganz kurz. Also, Tina ist die Klassenlehrerin meiner großen Tochter. Blebem. Und ich weiß, wir hatten nach Schulwechsel, siebte Klasse damals, damals, oh Gott, das ist ja schon ein bisschen.

SPEAKER_00

Man darf damals sagen, es ist ja. Die Deutschlehrer sagt ja.

SPEAKER_01

Hattet ihr so ein Kenlern-Café nachmittags irgendwie. Und ich wusste, dass du den Klassenhund hast und hab dann über Frieda, glaube ich, auch gefragt, ob wir denn unsere Hündin mitbringen können. Und das war alles überhaupt gar kein Problem. Und irgendwie war es nicht noch, wie wir uns das erste Mal beide angeguckt haben und beide werden uns so warm und so nett, aber auch so alles angelächelt, dass da irgendwie dachte ich so, krass, das ist aber jetzt, also das hat so geviped irgendwie so von Anfang an. Und das passiert mir nicht mehr oft im Leben, wahrscheinlich aber, weil es diese Momente dafür nicht mehr gibt. Weil man sich ja immer jetzt nicht kaputt ist. Ich finde, das ist ein ganz magischer Moment zwischen uns. Der magische Moment kommt nochmal zurück, aber diese Momente, die hat man ja so nicht mehr viel im Leben. Gehst du noch großartig feiern? Ja, ständig, du. Was bin ich? Nein, natürlich nicht. Stimmt, das ist einer von dem Status, den ich mir mal angucke und denke, wie sie wieder unterwegs ist, boah, wieder mit. Und wie sie wieder aussieht. Und dieses Vipen so entwickeln sich für mich, aber erstmal so Bekanntschaften. Weil erstmal sind es ja nicht gleich Freunde. Das versuche ich meinen Kindern auch gerade beizubringen, dass nicht alles die Besties sind. Und dass es auch okay ist, dass sich Freundschaften verändern, dass die Leute aus dem Bus raus und in den Bus wieder reinsteigen. Aber du bist irgendwie. Ich bin der Busfahrer. Das würde meine Mama jetzt, glaube ich, nicht so cool finden. Achso, weil die schon der Busfahrer ist, die sich als Busfahrerin.

SPEAKER_00

Okay, nee, gut, dann bin ich Ersatzfahrer, ich werde ausgefristet.

Hochzeitseinladung Und Ehrliche Absage

SPEAKER_01

Nein, aber das war mit so einer Wucht, aber irgendwie so eine coole Wucht. Das war irgendwie so, dass wir ja auch relativ schnell vom Siezen ins Duzen gerutscht sind. Und ich weiß noch, knallhart hast du zu mir gesagt, ja, ich wollte es jetzt so nicht sagen, weil sie sind ja die ältere.

SPEAKER_00

Ah, okay. Das habe ich gesagt, das habe ich geschafft. Vor der Schule, tut mir leid. Ich entschuldige mich in aller Form öffentlich dafür.

SPEAKER_01

Entschuldigung. Nee, und das sind aber diese Vibes. Und kannst du das beschreiben? Nee, du machst das, du hast das jetzt gerade wirklich sehr ausführlich gemacht. Nein, aber so dieses Emotionale, dieses, weißt du, das ist so und das ist so schön und das sind diese, ich glaube, das ist ein bisschen wie Verlieben.

SPEAKER_00

Ich habe vorhin das kurz die Phrase lieber auf den ersten Blick im Kopf gehabt und dachte, okay, ist jetzt gleich ein bisschen übertrieben.

SPEAKER_01

Aber so entsteht es ja dann und durch diesen Tiefgang, also man tastet sich ja dann irgendwie so ein bisschen vor. Wir sind mehr wie Springer, glaube ich. Wir sind in unseren Sprachnachrichten dann total ausgeufert und haben dann eben auch nicht mehr über Elternvertreter und Klassenleitung, sondern wir sind dann irgendwie ja schnell nach rechts und links und haben dann auch für uns festgestellt, es ist eigentlich viel lustiger, über rechts und links zu quatschen, als über Elternvertreter. Okay. Und wie sich das so entwickelt hat, hinterlässt bei mir auch immer so ein Schmunzeln. Klar, meinem Kind ist das saupeinlich. Ich glaube auch, dass sie Angst davor hat, dass wir einfach zu viel über sie und über sie zu tun haben.

SPEAKER_00

Was so gut ist.

SPEAKER_01

Ja, auch nichts zu sagen ist.

SPEAKER_00

Das Beste daran ist, dass es auch nichts zu sagen gibt.

SPEAKER_01

Und lass sie Pupertiere sein und lass sie auch ihre Geheimnisse von mir haben. Was ich finde, was neben dem glutenfreien Essen ist, wird das auch, wir müssen über Pupertiere reden. Und wir müssen darüber reden, wie sich auch übrigens Freundschaften wegen der Pupertiere echt auch verändern. Freundschaften der Eltern oder zwischen? Freundschaften, nee, der Eltern. Ich glaube, die Kinder sehen das nicht so problematisch. Da fliegen dann mal die Türen und dann ist der eine mal eine blöde Kuh und der nächste der Arsch und dann ist aber alles gut. Aber Freundschaften, weil ich ja vorhin davon sprach, ich mache jetzt einen harten Cut zu unserem, aber ich komme nochmal drauf zurück.

SPEAKER_00

Nein, es reicht mir, es ist okay.

SPEAKER_01

Die Freundschaften verändern sich ja, weil du eben auch so über Kindererziehung, Hundeerziehung, also jeder weiß es ja immer alles besser und jeder hat immer noch was dazu zu sagen. Und spätestens in der Pubertät gibt es dann ja die Leute, die dir sagen, ja, es musst du so und so machen und dann musst du das so und so machen. Und also bei uns klappt das total gut. Und du denkst so, ja, Moment, aber du erlaubst, was ich verbiete. Also dass es bei euch läuft. Verstehe ich, weil ich will es ja genau so rum irgendwie nicht haben. Und das ist dieser schmale Grad, dann eben zu gucken, dass man diese Kinder dann vielleicht eher so ein bisschen wie so ein Business zur Seite schiebt und sich eben wirklich überlegt, ist es jetzt die Freundschaft, um die es mir geht, oder sind es die zerstrittenen Kinder, die uns gerade nerven oder ist es die Pubertät, die du ganz anders empfindest als ich? Meine beste Freundin hat zwei Jungs und Anne sagt immer wieder, Alter, wie schaffst du das? Ja, weil ihre Jungs machen halt die Tür zu und dann sind sie mit der Pubertät fertig. Ja, und meine Kinder diskutieren halt halt anders. Die wollen sich schreiben, ne? Ja. Und das ist so Freundschaft. Und es ergibt sich dann aber in der Regel, dass sich das auch so rauskristallisiert.

SPEAKER_00

Aber wo würdest du sagen, ist so der Sprung? Also jetzt nicht bei uns beiden, sondern so insgesamt, wann wird für dich bekannt zu Freund oder Freundin?

SPEAKER_01

Ich glaube, wenn ich über meine eigenen Emotionen spreche. Achso, das ist lustig, das habe ich genau, das habe ich auch gedacht. Wenn ich so wirklich sage, wie ich mich dabei fühle, ich hasse ja Leute, die immer sagen, Mann, dann muss man das so und so machen, dann denke ich mal so, nee, nicht Mann, ich, du, RCS. Aber das ist der Punkt, wo ich merke, dass ich jetzt nicht noch irgendwie eine Ausflucht suche oder das so von mir schiebe, sondern wo ich eben wirklich ins Hier und Jetzt, in meine Gedanken, in meine Gefühlswelt und wo ich auch wirklich anfange mitzufühlen, wenn irgendwas Positives, Negatives passiert. Für den anderen freue ich mich quasi einfach nur und denke so, ach ja, cool, Glückwunsch. Und dann ist es aber aus meinem Kopf. Und wenn Sally und dir aber was Schönes passiert oder auf Arbeit oder wo auch immer schöne Momente gab es, dann kann ich mich daran auch wirklich richtig erfreuen und kann auch herzhaft darüber lachen. Und dann beginnt es eben, so eine Freundschaft zu werden.

Hunderunden Als Soziale Auszeit

SPEAKER_00

Mir ist also, ich finde es gut, dass du so gerade die positiven Empfindungen als Beispiel nimmst. Mir geht es so mit so Rückschlägen oder mit Enttäuschung, wenn mir das jemand erzählt, mit dem ich vorher nur bekannt bin. Und ich merke, dass mich das noch beschäftigt oder mir wirklich über die Maßen hinaus, über den normalen Empathieanteil hinaus wirklich beschäftigt und mir leid tut. Ich denke, oh man nein, das ist so gemein und das tut mir leid, was können wir machen? Oder ich anfange Lösungen zu suchen oder so. Da merke ich dann so, okay, das ist mehr als nur.

SPEAKER_01

Aber das hast du doch voll oft im Job, dass du nach Lösungen suchen musst.

SPEAKER_00

Aber auf eine andere Art. Also es gibt ja dieses funktionale Lösungssuchen. Ja, okay, klar, Kind 1, Kind 2, Kind 3 haben jetzt dieses und dieses Problem. Aber so in, sagen wir mal, ebenbürtigen Beziehungen, also Freundschaften oder Bekanntschaften zwischen, ich sag's jetzt mal, ich hoffe, die Jugendlichen nehmen es mir nicht übel, zwischen Erwachsenen. Da geht mir das so, wenn mir jetzt also Elternteile erzählen, Mensch, die haben das und das Problem, dann tut mir das auch leid, aber dann so einen Haken drei. Dann ist das so, wenn das deren, deren, also klar, wenn das was mit dem Kind zu tun hat und das hat jetzt in meiner Reichweite irgendwie, ne, gibt das Möglichkeiten, das ist was anderes. Aber wenn mir jetzt du zum Beispiel erzählen würdest, ja, es wäre zu Hause, ist jetzt das und das oder hier, als ihr das mit dem Baum hattet. Ja. Also da war das wirklich so. Ich dachte, ach mein Gott, und wie kann man das jetzt machen? Und ach so, und ach Mensch und so. Und das kann ich ja nicht abhaken und sage, ah ja.

SPEAKER_01

Und zum nächsten.

SPEAKER_00

Und zum nächsten. Genau. Also da sind, glaube ich, so sind so Momente, wo ich merke, okay, das beschäftige ich mich schon mehr.

SPEAKER_01

Was ich auch merke, ist bei Freundschaften, desto älter ich werde, desto mehr trenne das auch. Also ich bin jetzt ja seit mehreren Jahren jetzt auch schon irgendwie im öffentlichen Dienst und arbeite eben auch in der Schule und habe vorher eher im Lifestyle-Bereich gearbeitet und habe immer gedacht, dass alle meine Kollegen so meine Kumpels sind. Wir haben tolle Weihnachtsfeiern zusammengefeiert und wir waren da auf Dienstreise und alle waren immer so yay und wir waren ein amerikanisches Unternehmen und immer geduzt. Und irgendwie, als ich dann da aber aufgehört habe, ist irgendwie kaum jemand übrig geblieben. Wirklich. Also es gibt noch drei Leute, mit denen habe ich noch eine WhatsApp-Gruppe, wo wir uns dann so frohe Weihnachten, guten Rutsch, frohe Ostern, wir müssten mal wieder. And this wir müssten mal wieder wieder. Das ist irgendwie wie man. Das ist wie Mann. Weil ich für mich merke, nicht labern. Entweder wir schaffen es oder es ist keine Freundschaft. Und in meinem neuen Job bin ich für niemanden Lori, war ich im alten Job für alle, sondern ich bin ganz klar Lorin. Ganz klar. Und ich will auch gar nicht, dass da großartig das Lori durchdringt, weil mir das dann zu sehr in dieses Persönliche einfach geht. Und das, also das ist wie so ein Selbstschutz vielleicht auch. Jetzt nicht, weil ich eine wahnsinnige Enttäuschung empfinde, weil die alten Kollegen nicht meine Buddies geworden sind oder nicht in meinem Leben geblieben sind. Aber um einfach so für sich auch so das doch so zu kategorisieren, wo gebe ich jetzt ganz viel Energie und Leidenschaft hin und investiere eben auch viel Zeit oder wo denke ich mir einfach so, ey gut, aber wenn ich Feierabend habe, ist das auch so raus und weg.

SPEAKER_00

Also gibt es oder welche Eigenschaften haben Menschen, die du meidest? Also gerade im Beruflichen, finde ich, hast du ja nicht immer, also nicht nur du, sondern auch ich, ja nicht immer die Möglichkeit, allem aus dem Weg zu gehen, aber auch da ist es ja so, dass du mit einigen ja mehr connected bist als mit anderen. Wir haben jetzt schon festgestellt, was wir alles an Freunden mögen oder was wir an denen wichtig finden. Was sind denn so Sachen, die für dich so Ausschusskriterien sind? Jetzt mal unabhängig von der politischen Einstellung. Ja, ja, genau.

SPEAKER_01

Ich hasse Großkotze. Also mein Haus, mein Auto, mein, die sich so durch Werte, durch, wie sagt man denn, durch so finanzielle Geschichten profilieren und einfach denken, dass sie damit richtig der Held auf dem Feld sind. Das ist für mich, da komme ich nicht ran. Und ansonsten ist es tatsächlich politische Meinung. Sag mal ein Beispiel, was ist es bei dir? Vielleicht denke ich da, oh ja, so ist es bei mir auch.

Soziale Detox Und Grenzen

SPEAKER_00

Ich habe festgestellt, dass, das ist wahrscheinlich auch ein Armutszeugnis für mich selber, dass ich, dass ich gerade im beruflichen Kontext mit Leuten nicht so gut zusammenarbeite oder nicht so gerne zusammenarbeite, die mir sehr ähnlich sind, weil ich das Gefühl habe, man muss sich dann so gegenseitig behaupten und tritt in so einen Konkurrenzkampf und kann nicht mehr gut miteinander zusammenarbeiten, weil jeder den anderen übertrumpfen will und so. Und wenn mir, also ich bin selber jemand, der sehr viel ist, so mit Ideen und mit was können wir noch machen und so weiter. Und wenn mir dann Menschen begegnen, die ähnlich sind oder noch einen Zacken schärfer, dann komme ich damit ganz schwer zurecht, weil ich dann auch so Schwierigkeiten habe, meine Richtung irgendwie zu behalten, weil ich dann so nicht bei der Sache bleiben kann. Und da merke ich, dass ich mich dann ein bisschen zurückziehe und sage, das ist nett so für ein Gespräch auf dem Flur und auch mal so für eine Arbeitsgruppe, aber jetzt wirklich so konstant zusammenarbeiten oder auch eine Freundschaft raus entwickeln, weil das lässt sich auf Arbeit bei uns ja nicht vermeiden, weil du ja viel über soziale Kontexte einfach auch sprichst und damit ja automatisch viel über deine eigenen Emotionen wiedergibst, wenn du dich auch über jemanden unterhältst. Und deswegen habe ich festgestellt, dass das für mich zum Beispiel herausfordernd ist und ich eher dazu neige, Leute zu meiden, die so sehr viel sind. Also jemand, der gar nicht engagiert ist, wird für mich auch schwierig. Also wenn jemand sagt, ja, ich gehe hier nur arbeiten und dann gehe wieder nach Hause und der Rest passiert mich hier nicht, finde ich auch schwer, kann ich auch nicht gut mit um. Aber so eine gute Mischung, jemand, der offen ist für Ideen zum Beispiel und sich auch anstecken lässt, damit kann ich zum Beispiel besonders gut. Aber so sehr viel finde ich für mich schwer.

SPEAKER_01

Und im Privaten?

SPEAKER_00

Na, du weißt ja nun, wie mein Tag so aussieht. So sehr viel außerhalb von dem ist es nicht. Also viele, dadurch, dass der Tag in der Schule ja wirklich auch recht lang ist oder ja auch.

SPEAKER_01

Dabei sagen ja die Leute da draußen, immerhin haben die Namen danach immer Zeit.

SPEAKER_00

Also ich weiß ja gar nicht, wohin mit meiner vielen Freizeit. Na ja, jetzt mal Spaß beiseite, aber viele, also wenn du in so einem Beruf arbeitest und ich, also ich empfinde das so. Manch einer als Lehrer sagt vielleicht, nee, sehe ich gar nicht so, aber ich empfinde das so, dass das ein Beruf ist, der so viel mit sozialen Belangen zu tun hat, so viel mit Emotionen, mit Kommunikation, dass es sich automatisch ergibt, dass du viele Freundschaften irgendwie in dem Kontext knüpfst, aus Zufällen. Also eine meiner engsten Freundinnen habe ich durch eine super unangenehme Situation zum Beispiel kennengelernt, die war in meine Auszubinde und ich habe einen super, super unangenehmen Elternbrief mal gehabt, den Eltern an meine Chefin geschrieben haben, sich über mich zu beschweren. Oh, krass. Und mir also wilde Dinge unterstellt haben, die ich angeblich also auf Schülerausstüm gemacht haben soll. Also ich will jetzt nicht ins Detail gehen, weil dieser Geschichte ist abgehakt. Und dieser Brief oder diese Information hat mich erwischt, als ich gerade mit ihr in einem Gespräch war und sie war quasi live vorbei, wie ich wirklich völlig in Tränen ausgebrochen bin und so. Das hat uns aber so, hat uns so verbunden, weil sie also bei so einem emotionalen Thema eben dabei war, dass ich also automatisch, also sicherlich nicht von Geisterhand, aber dass das so der Auftrag war zum Beispiel sehr.

SPEAKER_01

Aber du musst dich ja da drin schon total wohlgefühlt haben in diesem Gespräch mit ihr, in deinem Untergesucht. Also das wird nicht so in Tränen ausgebrochen oder sonst hättest du professioneller für dich regelmäßig.

Elternsein Formt Den Freundeskreis

SPEAKER_00

Ich würde gerne behaupten, dass ich das vielleicht gekonnt hätte, aber ich gehe davon aus, also das ist auch wirklich schon ein paar Jahre her. Also ich arbeite da jetzt zwölf Jahre und das ist jetzt wirklich schon einen ganzen Moment her. Das war noch ziemlich am Anfang, als ich da angefangen habe zu arbeiten. Also, das ist so das dritte Jahr oder so gewesen sein. Wie gesagt, sie war meine Referendarin und meine erste Referendarin auch und wir haben also quasi beide gefühlt nochmal angefangen irgendwie. Ich, ich mit als Klassenlehrer und sie als Referendarin, sodass wir also ja da beide irgendwie noch recht frisch waren und das war dann schon, war dann schon noch nicht ganz so einfach, so Professionalität und.

SPEAKER_01

Und hast du dich dann bei ihr dafür entschuldigt? Oder habt ihr einfach? Also sie hat jetzt sonst gesagt, ihr habt einfach nicht mehr drüber gesprochen und seid so in die nächste Ebene gegangen.

SPEAKER_00

Nein, nein, sie war super süß und war auch, und es gab nicht lustig, aber es gab dann nochmal einen umgedrehten Moment, in dem ich sie morgens im Flug traf und sie auch nur was fragen wollte und nur wissen wollte, ob alles in Ordnung ist. Und da ging ihr das andersrum, mit einer völlig anderen Situation auch so. Und da war dann klar, okay. Dann hatte ich, glaube ich, irgendwann Geburtstag und habe sie zu meinem Geburtstag eingeladen und ab dahin war das geklärt. Wie sagt meine Oma, meine Mutter sagt immer ein Bug und ein Ei.

SPEAKER_01

Das ist irgendwie so. Ich kenne einen Kick und ein Ei. Sagt sie ein Kick und ein Ei und ich habe vielleicht nicht richtig Zug. Was ist denn ein Bug?

SPEAKER_00

Oh ne. Okay, Sprichwörter und Redewendungen rein in Folge 3.

SPEAKER_01

Machen wir dann auch nochmal. Genau. Und hast du auch schon mal unangenehme Freundschaften beendet? Also jetzt vielleicht nicht so einen Move wie ich, aber hast du für dich schon mal dich zurückgezogen?

SPEAKER_00

Zurückgezogen, ja. Also ich glaube, ich glaube, dass es viele Freundschaften gibt. Ich weiß nicht, ob meine Freunde das jetzt auch so empfinden würden. Ich für mich nehme das so wahr oder hätte das auch früher sagen, dass ich jemand bin, der sehr viel investiert und sich kümmert und macht und tut. Nicht, dass ich damit alleine bin, sondern das ist schon auch Gegenseitigkeit, aber ich bin jemand, der sehr, sehr, sehr, sehr viel macht. Und ich habe dann, glaube ich, irgendwann in bestimmten Situationen so, also wie es im Leben so ist, hast du ja so Momente, wo du einfach gerade nicht die Kapazität hast, viel zu machen. Und ich finde, dann ergeben sich manche Enden von alleine. Weil wenn dann der andere auch nichts mehr macht und du gerade die Kapazität nicht hast, dann ist irgendwie Schluss. Und dann kannst du dich entscheiden, okay, lässt du es jetzt nochmal aufheben oder nein. Und dann sind Dinge einfach irgendwie erledigt, ohne dass irgendjemand drüber gesprochen hat. Ich weiß nicht, wahrscheinlich muss man das auch nicht jedes Mal so konkret machen und sagen, du pass auf, ich habe jetzt mal drüber nachgedacht und hab das mal reflektiert, wieso unsere Beziehung zueinander ist. Aber stell dir mal vor, es war nicht so. Das wäre krass. Es wäre richtig krass. Oh Gott, ich weiß nicht, wäre es gut oder wäre es nicht gut.

SPEAKER_01

Also, da ich ja so ein. Also ich wirklich nach außen immer total tough und total abgebrüht und Hansdampf in allen Gassen und überall engagiert. Ich kann nicht gut mit Kritik umgehen und ich kann überhaupt nicht gut, wenn mir das jemand so sagen würde. Ich glaube, ich wäre da sehr getroffen. Auf der anderen Seite würde es vielleicht dem einen oder anderen helfen, der es nicht verstehen möchte, weil du bist dann ähnlich wie ich, dass du denkst, okay, jetzt haben wir uns schon so lange nicht mehr, naja gut, dann ist es jetzt so. Aber andere würden dann vielleicht immer wieder versuchen, drauf zu springen und da wäre es dann gut, dass man vielleicht, du, pass mal auf, wir haben uns hier in unterschiedliche Richtung entwickelt. Aber es ist lustig und das ist also vielleicht auch dann der letzte Satz zum Thema Freundschaft heute hier. Ich hab offenbare ich vielleicht zu viel Persönlichkeit von mir, aber mein Gott, also sind wir bei echt jetzt. Pass auf, Tina, echt jetzt, ich bin nicht der Typ, der verlässt, sondern ich bin immer verlassen worden.

unknown

Ach was?

Vibez, Kennenlernen, Besties-Mythos

SPEAKER_01

Ja, wirklich. Ich hab das, also man fühlt ja dann irgendwie, ne, so geht gar nicht mehr. Und null. Und weil ich vielleicht so emotional bin oder so schlecht mit Kritik selbst umgehen kann, fällt es mir dann vielleicht in den Augenblicken auch schwer, Kritik so zu verpacken, dass sie eben nicht verletzend ist.

SPEAKER_00

Also ich sehe hier ganz viel Potenzial für Folge vier, weil Folge drei sind ja die Redewendung und Sprichwörter. Aber Folge vier, also ich, also ich will das ja gar nicht so in die Länge ziehen, weil ich glaube, das sprengt hier ein bisschen in den Rahmen, aber ich glaube, dass dieses Verlassenwerden und Verlassen viel mit Konflikt scheuen und Konfliktstellen zu tun hat. Also nicht, dass nur weil man nicht verlässt, man Konflikte nicht kommunizieren kann, aber es fällt einem, glaube ich, schwerer und ich sage das aus guter eigenen eigenem Wissen über mich selbst. Dass ich da, dass ich mit dem Gefühl, jemanden zu enttäuschen, ganz schwer leben kann. Ja, genau. Dass es das ist, dass ich diesen Konflikt schwer aushalten kann.

SPEAKER_01

Genau. Und deswegen stressen Freundschaften oder die ein oder andere Freundschaft stresst dann eben auch, weil bevor man jemanden enttäuscht, versucht man so ein Treffen dann irgendwie nochmal wahrzumachen. Und ich merke aber dabei, wie es für mich unglaublich anstrengend ist, dieses Zeitfenster zu ermöglichen, weil ich irgendwie nicht bereit bin, dass ich mich nicht mehr so schön habe.

SPEAKER_00

Ja, weil eigentlich denke ich, ich hatte jetzt so wenig und jetzt verbringst du sie damit, obwohl du ja eigentlich weißt. Genau.

SPEAKER_01

Aber so Freundschaften veräben dann auch. Wir hoffen, Dass ihr da draußen vielleicht auch unsere Freunde sein wollt.

SPEAKER_00

Schreibt euch ein in unser Buch.

SPEAKER_01

Oder uns aber einfach gerne weiter zuhören möchtet. Das war Folge 2 von echt jetzt. Und wir haben jetzt so viele Ideen gehabt, was Folge 3 eigentlich sein könnte. Ich mag mich jetzt noch nicht festlegen.

SPEAKER_00

Ich weiß auch nicht, aber weißt du, was mich interessieren würde? Sag mal. Was jemand anders vielleicht sich vorstellen würde.

SPEAKER_01

Oh ja.

SPEAKER_00

Mich würde voll interessieren, was ihr da draußen vielleicht für Ideen habt, worüber wir uns mal ganz echt jetzt unterhalten sollten. Richtig. Und ansonsten freuen wir uns auf Folge drei, vier, fünf. Also wie gesagt. Auf Glückskeksweisheiten.

SPEAKER_01

Der Wahnsinn. Und auf alles, was uns das Leben quasi vor die Füße spielt. Spült. Komm, du bist so ein Ostsee-Liebhaber. Vor die Füße spielt. Oh, das war schön, ja. Oh, wir fühlen das jetzt quasi und entlassen euch damit in einen schönen Freitagabend und ein Start ins Wochenende. Ganz genau. Schönes Wochenende. Schönes Wochenende. Danke, dass ihr dabei wart. Tschüss und Ciao sagen. Ine und Lori. Tschö.

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